Zum Inhalt springen

Header

Audio
Keine Grundrechte verletzt
Aus Rendez-vous vom 18.01.2018.
abspielen. Laufzeit 02:58 Minuten.
Inhalt

Urteil aus Strassburg Sexualunterricht in Basler Kindergärten ist rechtens

  • Der Basler Sexualkundeunterricht im Kindergarten ist zulässig.
  • Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Klage einer Familie zurückgewiesen.
  • Es gehe darum, die Kinder vor Übergriffen zu schützen und sie auf die Realitäten der Gesellschaft vorzubereiten, so die Begründung.

Die an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg gelangte Familie hatte 2011 für ihre damals siebenjährige Tochter eine Dispensation vom Sexualkundeunterricht beantragt – bis zur zweiten Primarschulklasse.

Sexuelle Übergriffe sind eine reale Gefahr

Alle Instanzen stützten jedoch den Entscheid der Schule, dass keine Befreiung von diesem Teil des Unterrichts gewährt werden müsse. Nun kommt auch der EGMR zum gleichen Schluss. Das Gericht trat teilweise auf die Beschwerde nicht ein.

Der EGMR hält in der Begründung fest: Es sei eines der Ziele der Sexualkunde, die Kinder vor sexuellen Übergriffen und Missbrauch zu schützen. Dabei handle es sich um eine reale Gefahr.

Der Gerichtshof unterstreicht, ein wichtiger Bestandteil der Schulerziehung bestehe darin, die Kinder auf die Realitäten der Gesellschaft vorzubereiten. Insofern werde mit dem im Kanton Basel-Stadt angebotenen Sexualkundeunterricht ein legitimes Ziel verfolgt.

Zufriedene Basler Behörden

Der baselstädtische Erziehungsdirektor Conradin Cramer zeigt sich erfreut über das Urteil aus Strassburg. Dieses sei «ein starkes Zeichen eines internationalen Gerichts, dass Schule Sexualität thematisieren darf und soll». Es gehe dabei vor allem auch um den Schutz der Kinder, falls diese mit «Berührungen oder anderen Dingen» konfrontiert seien, die sie verunsichern.

Der Basler Sexualkundeunterricht und der dazu verwendete Sex-Koffer mit Holzpenis und Plüschvagina hatte 2011 über den Kanton Basel Stadt hinaus die Gemüter erregt. 2012 wurde eine eidgenössische Volksinitiative gegen den Unterricht lanciert. Sie wurde aber schon nach kurzer Zeit wieder zurückgezogen.

Nicht im Stundenplan

Box aufklappen Box zuklappen
Nicht im Stundenplan

Die Basler Behörden sehen im Kindergarten und den ersten Primarklassen keinen Aufklärungsunterricht im Stundenplan vor, Sexualkunde wird nicht systematisch unterrichtet. Die Lehrer sollen auf konkrete Fragen aber eingehen dürfen. Etwa wenn ein Kind ein Geschwisterchen bekommt oder wenn die Klasse vor der Schule ein Präservativ gefunden hat.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

71 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Denke sexualitaet den Kindern zu lehren ist viel wichtiger als Religion. Das Letztere ist eher fragwuerdig, da ein Mensch mit 16. selber darueber entscheiden kann ob er an sich, oder an aufgetischte Geschichten glaubt. Sexualitaet im Vergleich ist, denke ich, ein Instinkt ueber welchen man informiert sein muss und zwar schon im fruehen Alter. Allein auch um sich vor Sexualtaeter besser zu schuetzen und deren Anmachen zu deuten weiß.
  • Kommentar von Markus Guggisberg  (gugmar)
    Das Urteil ist für die Schweiz rechtlich nicht bindend ! Schweizer Recht allein zählt !
    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Erstens ist das nicht wahr, und zweitens: wie war noch mal das Urteil des Bundesgerichts?
  • Kommentar von Hanspeter Müller  (HPMüller)
    Dieselben, die sich vehement auch hier darüber auslassen, wenn sich muslimische Familien gegen Schwimmunterricht wehren, lassen sich jetzt darüber aus wie schlecht der Sexualkundeunterricht sei. Wo ist der Unterschied ein Kind vom Schwimmunterricht oder vom Biologieunterricht dispensieren zu lassen?
    1. Antwort von robert mathis  (veritas)
      HP.Müller ich denke schon dass es ein Unterschied ist,schwimmen kann bestimmt keinen Schaden anrichten aber der brutale Aufklährungskoffer mit Holzpenis und anderen Utensilien kann ein Kleinkind schockieren.