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Uvek beziffert Kosten AKW-Stilllegungen teurer als geplant

Legende: Video Teure AKW-Stilllegung abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.04.2018.
  • Die Gesamtkosten für die Stilllegung der Kernkraftwerke und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle dürften um knapp 1,1 Milliarden Franken höher ausfallen als beantragt.
  • Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) beziffert die voraussichtlichen Kosten auf 24,6 Milliarden Franken.
  • Eine Kostenstudie aus dem Jahr 2016 ging noch von 23,4 Milliarden Franken aus.
Ein Schild mit der Aufschrift «offen» vor dem AKW Gösgen.
Legende: Das Uvek rechnet mit Mehrkosten beim Rückbau der Schweizer AKW. Keystone

Die Stilllegungskosten sollen sich auf etwa 3,8 Milliarden Franken und die Entsorgungskosten auf 20,8 Milliarden belaufen.

Das Uvek sehe zwar keine Anhaltspunkte, am Resultat der Beurteilung durch die unabhängigen Experten zu zweifeln, teilte das Departement mit. Diese hatten ihrerseits die Kostenstudie 2016 überprüft, die von Swissnuclear im Auftrag der Kommission für den Stilllegungsfonds und den Entsorgungsfonds (Stenfo) durchgeführt worden war.

Die Frage nach der Standortsuche

In drei Aspekten hingegen kommt das Uvek zu einem anderen Schluss.:

  • Während die unabhängigen Experten eine 40-Prozent-Chance für ein gemeinsames Lager für schwach-, mittel- und hochradioaktive Abfälle am gleichen Standort anführten, urteilt das Uvek, dass die Standortsuche für geologische Tiefenlager noch nicht weit genug fortgeschritten sei. Dadurch erhöhten sich die Kosten um rund 651 Millionen Franken.
  • Ausserdem beurteilt das Departement die Berechnung der Abgeltungen für die Standortkantone und die Standortregionen als unzulässig. Dadurch erhöhen sich die Entsorgungskosten im Vergleich zum Antrag um weitere 400 Millionen.
  • Und drittens kommt der Rückbau aller Gebäudestrukturen laut dem Uvek 46 Millionen Franken teurer zu stehen. Insgesamt legt das Departement die Kosten um 1,097 Milliarden Franken höher fest, als vom Stenfo beantragt.

30 Tage Beschwerdefrist

Gegen die Verfügung kann der Antragsteller innert 30 Tagen Beschwerde erheben. Die definitiven Beiträge können erst im Laufe des Jahres 2019 verfügt werden, wenn die revidierte Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung (SEFV) in Kraft tritt.

Die Finanzierung der Stilllegung der Kernkraftwerke und der Entsorgung der radioaktiven Abfälle nach Ausserbetriebnahme der Anlagen wird in der Schweiz durch zwei unabhängige Fonds sichergestellt: Den Stilllegungsfonds für Kernanlagen und den Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke.

Beide Fonds werden durch Beiträge der Betreiber geäufnet, die gemäss Kernenergiegesetz zur Übernahme dieser Kosten verpflichtet sind. Die verfügten Gesamtkosten dienen dabei zur Festlegung der jährlichen Beiträge der Betreiber in den Stilllegungsfonds und den Entsorgungsfonds für die Periode 2017-2021.

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77 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Was für eine Einsicht der "AKW-Lobby"!?? Da alle AKWs dieser Welt und deren Masse an radioaktivem Abfall, für immer "tod-sicher" sind, war das verantwortungsbewussten Forschern/WissenschaftlernInnen von Anbeginn der AKW-Äera klar!!
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  • Kommentar von Thomas Meier (ThomasMeier)
    HPM sgagt es doch vollkommen richtig "Nicht nur W. Ritschard von der SP war für die Kernkraftwerke. Auch die SP-Bundesräten Willy Spühler, Hans-Peter Tschudi . Ja selbst Pro Natura war damals für die AKWs" Das ist absolut korrekt. Und somit kann man festhalten wie selbst die SP damals ein vehementer Befürworter der AKW waren. Natürlich kann man nun dagegen sein. Die Mehrheit im Volk ist ja nun auch dagegen. Aber man muss nun nicht alles auf die Bürgerlichen schieben und Fakten widersprechen.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ Meier, wenn Sie mich schon zitieren wollen, bitte richtig. Und am Besten würden Sie Ihre eigenen Worte wählen und die alltäglichen Zitate oder die Umkehrung davon sein lassen. Für solches Verhalten gibt es ein Begriff, der die Netiquette verletzt und mit T wie Toll anfängt.
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    2. Antwort von Thomas Meier (ThomasMeier)
      Herr Müller. Danke für Ihr Feedback. Sie sagten doch Wortwörtlich. "Nicht nur W. Ritschard von der SP war für die Kernkraftwerke. Auch die SP-Bundesräten Willy Spühler, Hans-Peter Tschudi . Ja selbst Pro Natura war damals für die AKWs" Sofern ich das verwechselt habe, entschuldige ich mich. Dann bitte aber um eine seriöse Gegenquelle welche das alles widerlegt. Danke für Ihre Bemühungen.
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    3. Antwort von Thomas Meier (ThomasMeier)
      Ich muss mich wirklich entschuldigen Herr Müller. Ich habe das falsch reinkopiert. Manchmal sollte man seine eigenen Beiträge nochmal durchlesen. Danke dass sie abgesehen von diesem unverzeihlichen Lapsus meinen Kommentar dennoch als Triumphal bezeichnen. Soweit würde ich nicht gehen. Aber es stimmt, dass ich Fakten genannt habe und die Umgangssprachlich pfisterische Gegenstimme keine widerlegenden Fakten, Quellen nannten. Dennoch sollten wir uns nun doch dem Thema des teuren Ausstiegs widmen.
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  • Kommentar von Thomas Meier (ThomasMeier)
    DAs muss man sich mal gegben. Da fordern gewisse Linke vehement eine Quelle. WEnn man die Befehle artig befolgt kommt auf einmal das sei eine unseriöse Quelle. Es ist so absurd, wie gewisse Linke nicht mit Fakten umgehen können, welche einem nicht passen. Fakten sind. Reihenweise von der SP und die Vorläufer von ProNatura waren vehement für die AKWs. Also haben hier alle sich der Verantwortung und den Schwierigkeiten über den Rückbau zu beschäftigen.
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