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Nationalrat lehnt Trinkwasser- und Pestizidverbots-Initiative ab
Aus Rendez-vous vom 20.06.2019.
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Verbot kommt im Herbst Krebserregendes Pestizid im Schweizer Trinkwasser

Chlorothalonil wird hierzulande eingesetzt, obwohl in der EU die Zulassung entzogen wurde. Das soll sich nun ändern.

In vielen Trinkwasserproben werden immer wieder Rückstände von Pestiziden festgestellt. Besonders umstritten ist derzeit das Pilzbekämpfungsmittel Chlorothalonil, das als Mittel gegen Fäulnis im Getreideanbau verwendet wird. Auf Schweizer Feldern werden jährlich 30 Tonnen dieses Pestizids versprüht.

Wasserglas auf einem Rednerpult im Ständerat.
Legende: Kantonschemiker und auch die Behörden schlagen Alarm: Im Trinkwasser sind Rückstände von Pestiziden. Keystone / Archiv

Das interkantonale Labor in Schaffhausen hat an über 300 Standorten in der Ostschweiz Trinkwasser- und Grundwasserproben auf Rückstände von Chlorothalonil untersucht. In über 10 Prozent der Proben wurde der offizielle Höchstwert überschritten.

Kantonschemiker schlagen Alarm

Die EU hat dem Pestizid im April die Zulassung entzogen, basierend auf den Empfehlungen der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA. Doch in der Schweiz wird das Pestizid nach wie vor eingesetzt.

«Wir haben im Moment Unsicherheiten bezüglich der Gefährlichkeit dieses Stoffes», sagt der Schaffhauser Kantonschemiker Kurt Seiler. Er fordert den Bund auf, rasch zu handeln: Es herrsche derzeit eine unsichere Situation, und die Kantone hätten Fragen bezüglich der genverändernden Eigenschaften. Deshalb wäre man froh, wenn er in der Schweiz möglichst bald nicht mehr zugelassen sei.

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«Fünf bis zehn Prozent des Wassers sind über dem Höchstwert»
Aus News-Clip vom 19.06.2019.
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Auch das Bundesamt für Veterinärwesen und Lebensmittelsicherheit (BLV) ist der Meinung, man sollte die Zulassung für Chlorothalonil möglichst schnell widerrufen. Es stützt die Aussagen der EFSA und hat dem Bund empfohlen, Chlorothalonil in der Schweiz ebenfalls zu verbieten.

Video
«Wir sind schneller als die EU»
Aus News-Clip vom 19.06.2019.
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Landwirtschaftsminister Guy Parmelin hat ein Verbot im Herbst dieses Jahres in Aussicht gestellt. Das Verfahren sei eingeleitet worden, nachdem die Kantonschemiker auf das Problem hingewiesen haben. Damit sei man mit dem effektiven Verbot des Pestizides schneller als die EU, welche den Gebrauch von Chlorothalonil bis April 2020 erlaubt.

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Pestizide im Trinkwasser
Aus 10vor10 vom 19.06.2019.
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62 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Es reicht nicht, eine Substanz zu verbieten und von Fall zu Fall zu entscheiden. Es muss ein Umdenken stattfinden. Die Umwelt, unsere Lebensmittel wie die Muttermilch sind mit zehntausenden problematischen, vom Mensch in die Umwelt gebrachten Substanzen belastet. Dieses Coktail ist die Folge einer unverantwortlichen Politik. Ob sich da im Denken grundlegend etwas ändern wird, ist fraglich. Ja zu den Initiativen!
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  • Kommentar von Bruno Meier  (Bruno Meier)
    SRF sollte sich die eigene Sendung in Erinnerung rufen: Prof. Krämer bei Aeschbacher (gibt es unter SRF, dauert 15Min.). Sollte Pflichtfach für alle Schüler sein, vor allem für Journalisten. Wie schlimm es nun um uns wegen Chlorothalonil steht, weiss ich nicht, aber die richtigen Fragen wurden nicht gestellt, respektive Daten fehlen. Zuerst Hirn einschalten, danach das Richtige tun.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wer bezahlt für diese fehlgeleitete, industrialisiierte AGRAR-Wirtschafts-POlitik- und LW? Die gesundheitlich betroffene Schweizer Bevölkerung!
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