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Schweiz Verbot von Plastiksäckchen erhitzt die Gemüter

Am Anfang stand nur ein Verbot von Gratis-Säckchen aus Plastik. Das mit der Umsetzung des Verbots betraute Bundesamt für Umwelt will aber viel weiter gehen: Ein generelles Verbot aller Gratis-Tragetaschen soll her. Nicht akzeptabel, sagen die Konsumenten- und Gewerbevertreter.

Legende: Video Widerstand gegen geplante Gebühr für kleine Einkaufstaschen abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.01.2014.

In Bern trafen sich Vertreter des Bundesamts für Umwelt (Bafu) und Handels- sowie Konsumentenvertreter, um über die Umsetzung des Plastiksäckchen-Verbots zu diskutieren. Vom Grossverteiler über den Detailhandel bis zu den Plastikherstellern waren alle vor Ort.

Das Gespräch endete laut «Tagesschau» mit einem Eklat. Einige Teilnehmer verliessen das Treffen vorzeitig – aus Protest. Offenbar hatte das generelle Verbot aller Gratis-Tragetaschen – auch solche aus Papier – die Anwesenden überrumpelt.

«Der Vorschlag des Bafu geht deutlich zu weit», sagte Adrian Wyss von der Swiss Retail Federation, dem Verband der schweizerischen Waren- und Kaufhäuser. Für den Detailhandel sei er so nicht umsetzbar, sagte Wyss in der «Tagesschau». Und: Er diene vor allem nicht den Konsumenten.

Vorwurf der «administrativen Selbstherrlichkeit»

Auch der Gewerbeverband warf dem Bundesamt Kompetenzüberschreitung vor. Seiner Ansicht nach hat sich das Bafu mit einem generellen Verbot von Gratis-Tragtaschen über das Parlament hinweggesetzt. Es habe ohne Diskussion Fakten schaffen wollen. Das zeuge von «administrativer Selbstherrlichkeit».

Beim Bundesamt für Umwelt versteht man die Aufregung nicht und besinnt sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. In der «Tagesschau» sagte der Leiter der Bafu-Sektion Abfallverwertung und -behandlung, Michel Monteil: «Über den Grundsatz sind wir uns einig, dass Kunststoffabfälle möglichst vermieden werden sollen.» Wie ein solches Verbot im Detail aussehen werde, wisse man allerdings noch nicht.

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    Die Plastiktüten sind bei uns eigentlich das geringste Problem - der Müll landet ja seit langem nicht mehr in offenen Deponien. Viel problematischer und völlig idiotisch ist der Verpackungswahn, insbesondere in den Supermärkten bei Lebensmittel - Da machen gewichtsmässig die Tüten nur Promille aus, im Gegensatz was da verschwendet wird.
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  • Kommentar von Thomas Leu, Adetswil
    Es ist höchste Zeit, dass mit diesen Plastiksäcken aufgeräumt wird. Es wird ja gar nichts verboten, sondern lediglich die Verursacher der Plastikschwemme mit 1 Franken zur Kasse gebeten. Wer den Franken sparen möchte, und das werden nicht wenige sein (!), soll eine eigene Tasche oder einen mehrfach verwendbaren Plastiksack mitnehmen; so wie früher die Grossmama. Die Detailhändler werden da sehr schnell erfinderisch werden. Bravo BAFU - weiter so!
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  • Kommentar von Esther, Basel
    Ich finde es richtig, dass dieses Plastik-Zeug verschwindet. Ich reise in USA, Kanada, Mexiko etc. und es ist unglaublich, wo überall in der Pampa man diese Säcke zu Tausenden vom Winde verweht antrifft. Üblich ist 1 - 2 Artikel pro 1 Platiksack. Und wenn man bedenkt, dass heute Plastikpartikel, die sich nicht weiter zersetzen, sogar im Essen zu finden sind, ist dies hier zumindest mal ein guter Anfang.
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