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Illegale Pilzsammler fegen im Fricktal den Wald leer.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 12.10.2020.
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Verbotenes Sammeln Wer sind die illegalen Pilzsammler im Aargau?

Kommerzielle Sammler sollen in Scharen einen Wald im Fricktal abgrasen – trotz Verbot. Der Kanton scheint machtlos.

Pilze sammeln ist eigentlich das grosse Hobby von Pilzkontrolleur Peter Buser aus Magden im Norden des Kantons Aargau. Richtig viel Freude bereitet ihm das Sammeln im Fricktal derzeit aber nicht. «Vor drei Wochen war es einmal richtig gut mit Steinpilzen. Aber da war alles schon abgegrast, man hat nur noch gerüstete Reste im Wald gefunden.»

Sie fegen den Wald leer.
Autor: Peter BuserPilzkontrolleur Magden

Buser und seine Kollegen stellen seit einiger Zeit fast, dass auswärtige Gruppen im Wald bei Magden unterwegs sind. «Asiaten fegen den Wald leer, sie nehmen alle Pilze mit, später wird sortiert, was man essen kann, was nicht.» Die Gruppen seien organisiert unterwegs, würden in Autos mit ausserkantonalen Nummernschildern morgens abgeladen und abends wieder aufgegabelt. Beim Sammeln würden sie systematisch vorgehen: «Sie legen mit Papiertaschentüchern Fährten aus, um den Rückweg zu finden und zu markieren, dass hier schon jemand war.»

Für Peter Buser sind die auswärtigen Gruppen eine ärgerliche Angelegenheit, sei doch der Wald bei Magden früher einer der besten Pilzwälder der Umgebung gewesen. «Schon unsere Väter haben das gesagt», erzählt Buser, der Jahrgang 1942 hat. Denn die Bodenbeschaffenheit sei hier ähnlich wie im Schwarzwald. «Für Hobbysammler, die einige Male pro Jahr in den Wald gehen, ist es schade, wenn sie jetzt nichts mehr finden.»

Der Pilzkontrolleur vermutet in der «Neuen Fricktaler Zeitung», dass die organisierten Sammler die Pilze weiterverkaufen, was im Kanton Aargau illegal ist. «Wir können aber nicht beweisen, dass sie das gewerbsmässig machen.»

Zwei braune Pilze im Boden.
Legende: Für die beliebten Morcheln gilt in einigen Kanton der Schweiz eine maximale Sammelmenge – im Aargau nicht. Keystone

Tatsächlich sei das äusserst schwierig zu kontrollieren, weiss Marcel Murri, welcher die Sektion Walderhaltung beim Kanton Aargau leitet. Das organisierte Sammeln von Pilzen sei nämlich erlaubt, verboten sei lediglich, die Pilze gewerbsmässig zu verkaufen. «Hier sind aber in der Regel ja zwei bis drei Stellen dazwischen.»

Pilzbestimmungen in der Schweiz

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Hände halten kleines Messer und Pilz.

Jeder Kanton kennt andere Verordnungen, Link öffnet in einem neuen Fenster, was den Pilzschutz anbelangt. Im Aargau ist das gewerbsmässige Sammeln verboten, der Nachbarkanton Basel-Land kennt dagegen keine besonderen Bestimmungen. Viele Kantone begrenzen die Sammelmenge pro Person und Tag auf ein oder zwei Kilogramm. In einigen Kantonen wie beispielsweise Graubünden oder Zürich gilt eine Schonzeit mit einem totalen Pflückverbot.

Ein grosses Problem sei das illegale Sammeln der Pilze im Aargau aber nicht. Die Meldungen hierzu konzentrieren sich laut Murri auf den Raum Magden, alle zwei bis drei Jahre kämen ihm solche Beobachtungen wie jene von Pilzkontrolleur Peter Buser zu Ohren. Etwas dagegen unternehmen könne der Kanton sowieso kaum. «Eine Anzeige bei der Polizei ist das einzige, was man machen könnte.»

Der Kanton Aargau spielt den Ball also zurück an die Pilzsammler im Fricktal. Peter Buser und seine Kollegen müssten die auswärtigen Gruppen anzeigen, welche ihren Wald durchkämmen und Steinpilze, Eierschwämme und andere Delikatessen pflücken und – so die Vermutung – weiterverkaufen.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 9.10.2020, 17.30 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Hannes Zubler  (Zubi)
    Fotos oder Beweise oder irgendetwas? Nicht? Schon gedacht.
    Und wenn ein paar Pilze im Wald des Aargaus die globale Wirtschaft ankurbeln können, gut und denn?
    Weckruf an diejenigen die jammern; früher aufstehen und aktiver werden, basta!
  • Kommentar von Tobi Hartmann  (Tobias Hartmann)
    Mengenbeschränkungen sind doch gang und gäbe, jedenfalls bei uns in SG. Da kann man dann auch rechtlich vorgehen, falls man kontrolliert.
    1. Antwort von Pia Müller  (PiMu)
      Hr. Hartmann - wo wird denn schon kontrolliert ?!? Ich könnte doch in den Wald gehen und 7 kg Pilze sammeln, ins Auto laden und heimfahren !!
      Da ist doch das Problem. Wenn es 3-4 Tage pro Woche ein Sammelverbot gäbe, wäre das schon viel besser kontrollierbar, nicht wahr.
  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Wer beweist denn, dass es Asiaten sind !!! Schon vor 20 Jahren im Engadin kamen Busse aus Italien während der Pilz-Saison an um zu Sammeln.
    Es muss Schweiz-weit einfach diesbezüglich einen Stopp für die Menge des Pilzsammelns geben !! Im Engadin gab es dann Tage pro Woche, wo kein Pilz gesammelt werden durfte.
    Das sollte in der ganzen Schweiz auch so sein.