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Bahn- und Busbetreiber fordern Hilfe vom Staat
Aus Echo der Zeit vom 21.06.2020.
abspielen. Laufzeit 03:30 Minuten.
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Verkehrsbetriebe brauchen Geld Unterstützung für den ÖV?

Die Coronakrise hat dem öffentlichen Verkehr zugesetzt – sehr sogar. Die Branche erwartet, dass Ende Jahr rund 1.5 Milliarden Franken in den Kassen fehlen werden, wie sie heute bekannt gab. Unterstützung soll jetzt vor allem von der Politik kommen.

Auf dem Höhepunkt der Corona-Epidemie in der Schweiz waren nur wenige Menschen im öffentlichen Verkehr unterwegs. Schliesslich gab es ja die Empfehlung zu Hause zu bleiben und im Homeoffice zu arbeiten.

Mittlerweile benutzen wieder deutlich mehr Menschen Züge, Trams und Busse. Laut Angaben der SBB ist die Belegung aber noch immer unter dem Durchschnitt.

Umsatzrückgang von 25 bis 30 Prozent

Das habe natürlich Auswirkungen auf den Verkauf von Abonnementen und Tickets, bestätigt Thomas Ammann von der Dachorganisation Alliance SwissPass einen Bericht der Sonntagszeitung. «Wir gehen davon aus, dass die ÖV-Branche mit einem Umsatzrückgang von 25 bis 30 Prozent rechnen muss.» Der Branche entgehen also Einnahmen von insgesamt etwa 1.5 Milliarden Franken.

Die Verkehrsbetriebe brauchen dringend Geld. Ob das höhere Ticketpreise zur Folge hat, soll nächste Woche bekannt werden. Thomas Ammann macht aber schon mal deutlich, dass die ÖV-Betreiber das Geld nicht in erster Linie bei den Passagieren abholen wollen, sondern Unterstützung von der Politik erwarten.

«Der öffentliche Verkehr hat während der Pandemie einen wichtigen Beitrag geleistet zur Bewältigung der Pandemie und hat trotz eingebrochener Nachfrage den Verkehr aufrechterhalten.» Nun hoffe man schon sehr, dass die öffentliche Hand die dringend nötige Unterstützung zukommen lasse, Thomas Amman weiter.

Die ersten Weichen sind bereits gestellt

Im Mai haben National- und Ständerat eine Motion überwiesen, in der Hilfe für die ÖV-Branche gefordert wird. Wahrscheinlich wird der Bundesrat am kommenden Mittwoch in einer Botschaft seine konkreten Vorstellungen dazu präsentieren. Danach sollen schon bald die vorberatenden Kommissionen das Geschäft fürs Parlament vorbereiten.

Für die ÖV-Branche ist es wichtig zu wissen, ob das Geld kommt und wie die Bedingungen aussehen, damit sie planen können.
Autor: Michael TöngiNationalrat Grüne

Es sei wichtig, dass man schnell vorwärts mache, betont Michael Töngi, Nationalrat der Grünen und Präsident der Verkehrskommission. «Die Idee ist, dass wir in der Session im September über dieses Paket beschliessen können. Für die ÖV-Branche ist es wichtig zu wissen, ob das Geld kommt und wie die Bedingungen aussehen, damit sie planen können.»

Für das Anliegen gibt es im Parlament eigentlich eine breite Unterstützung. Aber über die Details und vor allem über die Frage, wie viel Geld genau in den ÖV investiert werden soll – dazu wird es sicher noch einige Diskussionen geben.

«Man muss alles anschauen, ÖV und Strasse»

So verlangt etwa SVP-Nationalrat Walter Wobmann, dass es zunächst eine saubere Auslegeordnung über den ganzen Verkehrsbereich geben müsse. «Auch der Strassenverkehr hat viel weniger Einnahmen, zum Beispiel die Treibstoffeinnahmen. Wenn schon muss man alles miteinander anschauen, ÖV und Strasse.» Aber das werde er erst beurteilen, wenn er die genauen Zahlen dazu habe.

Die ÖV-Branche hat versucht, mit den heute publizierten Zahlen einen Beitrag dazu zu leisten. Und sie will natürlich auch aufzeigen, wie sehr die Verkehrsbetriebe momentan unter Druck stehen.

Echo der Zeit, 21.6.2020; 18 Uhr

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34 Kommentare

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  • Kommentar von thomas caluori  (schefzgi)
    ja, ja. Immer höhere Ticketpreise und jetzt wird gejammert. SBB und ZVV sind kurz vor dem Abgrund. Das ich nicht lache.
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  • Kommentar von Werner Bechtel  (wernib)
    Natürlich braucht der ÖV und die Strasse Investitionen
    ÖV: Wäre Masken-pflicht, müsste niemand vor dem Virus Angst haben, und würde rege benutzt
    Strasse: Unser Leben braucht diese Lebensader. Ich sehe Straßenverkehr in Zukunft mit E-Mobil, ohne Batterie, dafür Booster, der mit Bremswirkung aufgeladen wird. Fehlender Strom wird mit kleinem Verbrenner gespiesen, synthetischer Treibstoff, der mit Solar und Kernenergie hergestellt wird. Batterien haben ökologisch und preislich keine Zukunft.
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  • Kommentar von Rahel Müller  (ichselbst)
    ÖV ist für eine Familie viel zu teuer und ich hoffe doch schwer,dass der Bund zuerst seine leeren Versprechungen gegenüber den Selbständigen einlöst,bevor er einen staatsnahen Betrieb auf Kosten der Steuerzahler saniert
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