Rotary, Kiwanis, Lions – mindestens einen dieser Service-Clubs kennen die meisten. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts vernetzten sich dort Männer aus Politik oder Wirtschaft.
Ihre weiblichen Gegenstücke dürften weniger bekannt sein. Zur gleichen Zeit entstanden allerdings auch exklusive Frauen-Clubs, beispielsweise Zonta.
Was machen Service-Clubs genau?
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Der Zugang zu Service-Clubs ist beschränkt. Meist werden nur Personen aufgenommen, die von Mitgliedern vorgeschlagen wurden.
In diesem exklusiven Kreis werden persönliche und berufliche Beziehungen gepflegt. Daraus können sich Vorteile ergeben, zum Beispiel bei Stellenbesetzungen.
Zudem engagieren sich Service-Clubs für die Gesellschaft. Meist sammeln und spenden sie Geld für Projekte, die beispielsweise benachteiligte Kinder oder Menschen in Kriegsgebieten unterstützen.
Während die ehemaligen Männerzirkel heute meist offen sind für alle, bleiben die meisten Frauen in ihren Netzwerken noch immer unter sich.
«Jetzt bin ich dran!»
«Vor 20 Jahren hätte ich gewettet, dass es heute keine Frauennetzwerke mehr braucht», sagt Bernadette Koch bei einem Anlass des «Zonta Clubs Luzern-Landschaft», zu dem rund 40 Frauen gehören.
Legende:
Bernadette Koch (links) ist Verwaltungsrätin einer Kantonalbank. Neben ihr steht Ruth Wyss, die Präsidentin des «Zonta Clubs Luzern-Landschaft».
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Heute sehe sie, dass sich wenig verändert habe. «Es gibt viele Frauen, die aufgrund der Teilzeittätigkeit im Beruf nicht wirklich ernst genommen werden. Sie müssen viel Mut beweisen, um ihre Karrieren weiterzubringen.»
Erste Frauen mit Uniabschluss gründeten Zonta
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Legende:
Mitglieder eines nigerianischen Zonta-Clubs protestieren 2014 gegen das Versagen der Regierung bei der Rettung entführter Schülerinnen.
KEYSTONE/STR
Der Service-Club Zonta entstand 1919 im US-Bundesstaat New York. Gegründet wurde er von Frauen, die zu den Ersten mit einem Universitätsabschluss gehörten. Trotz ihrer Ausbildung hatten sie nicht dieselben Chancen und Rechte wie ihre männlichen Kollegen.
Mit Zonta wollten sie sich vernetzen und die Lebenssituation von Frauen in rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher und gesundheitlicher Hinsicht verbessern.
1923 wurde die «Zonta Fondation for Women» ins Leben gerufen, die Frauen weltweit einen einfacheren Zugang zu Bildung oder bessere wirtschaftliche Chancen ermöglichen will.
Heute gibt es weltweit über 1000 Clubs. Die Frauen treffen sich regelmässig und sie sammeln Spendengelder für die von Zonta unterstützten Projekte.
«Deshalb braucht es Zonta auch heute», sagt Bernadette Koch mit Nachdruck. Die Frauen im Netzwerk würden sich gegenseitig unterstützen – «und plötzlich traut sich eine doch, in das Büro ihres Chefs zu gehen und zu sagen: ‹Jetzt bin ich dran!›.»
Legende:
Die Frauen von Zonta treffen sich regelmässig, beispielsweise bei Firmenbesichtigungen.
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Zudem sammelt der «Zonta Club Luzern-Landschaft» Spendengelder, die grösstenteils Frauen und Kindern zugutekommen. Seit der Gründung 1991 seien rund eine halbe Million Franken zusammengekommen. Ein Teil davon ging beispielsweise an das Frauenhaus in der Stadt Luzern.
Wer kümmert sich um die Kinder?
«Es ist nicht so, dass wir Männer bewusst ausschliessen wollen», sagt Anduena Berisha. Sie ist die Co-Präsidentin des Wirtschaftsforums für Frauen Zentralschweiz (WIF). Wie die Frauen bei Zonta betont auch sie, dass sie den Austausch mit Männern schätzen würde.
WIF – ein Netzwerk für Businessfrauen
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Anders als Zonta ist das Wirtschaftsforum kein klassischer Service-Club. Der Aspekt des karitativen Engagements durch Spenden fällt bei diesem Netzwerk weg.
Das WIF wurde 1981 gegründet mit dem Ziel, Frauen in der Wirtschaft zu vernetzen. Die Frauen müssen berufstätig sein, die Pensionierung bedeutet das Ende der Mitgliedschaft.
Aktuell zählt das WIF rund 160 Mitglieder. Sie sind Bankerinnen, Anwältinnen, Lehrerinnen und arbeiten in der Kommunikation oder sind selbstständig. Die Frauen treffen sich und tauschen sich bei monatlichen Veranstaltungen wie Mittagessen oder Referaten zu wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Themen aus.
«Frauen sind jedoch mit anderen Themen konfrontiert als Männer, gerade in der Wirtschaftswelt: Kinderbetreuung, schlaflose Nächte, am nächsten Tag wieder Top-Leistungen abliefern im Job beispielsweise.» Kurz: Es geht um die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere.
Zwar würden Männer in der Kinderbetreuung heute mehr Verantwortung übernehmen. «Aber es sind noch immer deutlich mehr Frauen, die in Teilzeit arbeiten.»
Legende:
Anduena Berisha arbeitet im Kader einer Grossbank und ist Mutter eines zweijährigen Kindes.
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Ohne Männer entstehe ein geschützter Raum, in dem der Austausch zu solchen Themen leichter falle. Viele teilen dieselbe Erfahrung und können sich Ratschläge geben. Zudem bringe das Netzwerk Sichtbarkeit für die Frauen, ihre Fähigkeiten und ihre Arbeit.
«Das WIF braucht es noch so lange, bis es im beruflichen Umfeld keinen Unterschied mehr macht, ob jemand eine Frau oder ein Mann ist», sagt Anduena Berisha abschliessend. Erreicht sei dieser Punkt noch nicht.