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Gegen Gewalt und Diskriminierung von Homosexuellen
Aus Rendez-vous vom 17.05.2019.
abspielen. Laufzeit 03:26 Minuten.
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Verschiedene Vorstösse Verstärktes Vorgehen gegen Hassverbrechen

Die Polizei soll Angriffe auf Homosexuelle statistisch erfassen, fordern Politiker und Organisationen.

Schwulen- und Lesbenhass ist weltweit verbreitet und mitunter lebensgefährlich. In der Schweiz werden laut den Dachverbänden der Schwulen und Lesben jede Woche im Schnitt zwei Homosexuelle belästigt oder gar tätlich angegriffen.

Betroffene Schwule und Lesben leiden stark darunter, wie Florian Vock von Pink Cross weiss. «Freunde tragen in der Öffentlichkeit Kopfhörer, damit sie die Beleidigungen nicht hören. Andere tragen Pfefferspray mit sich.» Die Angst vor Angriffen führe gar dazu, dass Homosexuelle auf dem Nachhauseweg von Schwulenpartys nur bestimmte Wege gehen würden.

Zwei Männer küssen sich.
Legende: Nach wie vor werden Homosexuelle in der Schweiz diskriminiert. Viele verschweigen die Angriffe. Keystone

Um gegen solche Hassverbrechen vorzugehen, müsse dies bei einer Anzeige bei der Polizei auch speziell erfasst werden, sagt Vock: «Um Gewalt zu verhindern, muss man wissen, wieso Gewalt überhaupt stattfindet.» Die Polizei und die Politik seien die einzigen und richtigen Quellen für solche Informationen.

Nun wollen sie stärker gegen den Hass vorgehen und reichen in allen grossen Kantonen politische Vorstösse ein, die verlangen, dass die Polizei Delikte gegen Homosexuelle spezifisch erfasst.

Betroffene schweigen aus Scham

Gängige Praxis ist, dass die Polizei erfasst, wenn jemand bedroht oder geschlagen wurde. Aber sie erfasst nicht, wenn jemand wegen seiner sexuellen Orientierung bedroht oder geschlagen wurde. Das wollen die Schwulen- und Lesbenorganisationen nun ändern.

Sie haben sich mit Parlamentariern verschiedener Parteien zusammengetan, die in 13 Kantonsparlamenten entsprechende Vorstösse einreichen. Das Ziel sei es, diese Gewalt sichtbar zu machen, sagt Florian Vock. Denn wer betroffen sei, schweige häufig aus Scham: «Die meisten Menschen äussern sich nicht dazu und die Polizei fragt auch nicht. Wenn niemand fragt, dann ist es auch nicht passiert.» So bleibe die Gewalt unsichtbar.

Leute an Tisch.
Legende: Bei Vorfällen würden Homosexuelle häufig schweigen, so Vock von der Organisation Pink Cross. Keystone/Archiv

Um das zu ändern, brauche es ein Umdenken. Bei der Polizei zeigt man sich offen für die neue Aufgabe, wie Johanna Bundi-Ryser, Präsidentin des Verbands Schweizerischer Polizeibeamter, sagt: «Ich verstehe, dass eine solche Statistik Präventionszwecken dienen könnte.»

Allerdings würde das Erfassen der Hassdelikte einen Mehraufwand bringen, so Bundi-Ryser. Ob und wann die neue Aufgabe kommt, hängt von den einzelnen Kantonen ab. In der Hälfte der Kantone erhöhen nun den politischen Druck. Letztlich streben die Schwulen- und Lesbenorganisationen eine Lösung in der ganzen Schweiz an.

«Das Hauptziel ist Vermeidung und nicht Bestrafung»

Unterstützt werden sie dabei von BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti. Wenn die Kantone die Delikte statistisch erfassten, könne man diese Zahlen national zusammentragen: «In einer von Populismus und Faktenlosigkeit geprägten Zeit braucht es erhärtete Zahlen, die die Grösse des Problems aufzeigen.» Mit Zahlen könne man Prävention betreiben, denn: «Das Hauptziel ist Vermeidung und nicht Bestrafung.»

Ihr Gerechtigkeitssinn sage ihr, es dürfe in der Schweiz von heute keine Hassdelikte gegen Homosexuelle mehr geben. Mit den politischen Vorstössen wollen die Schwulen- und Lesbenorganisationen diesem Ziel einen Schritt näherkommen.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Ich finde, alle Gewalt gegen jederman/ frau soll geahndet werden, dazu gehört auch Nötigung, Mobbing, Erpressung, uvm. Leider ist es oft schwierig, Beweise vorzulegen und Unrecht passiert unterschwellig. Es sollen weder Schwule, noch Lesben, Behinderte, Aus- oder Inländer oder andere Gruppen bevorzugt oder benachteiligt werden. Deshalb bin ich gegen extra Gesetze für Homosexuelle.
    1. Antwort von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
      Genau dieser Meinung bin ich auch Es wundert mich aber schon, dass die Linken sich mit Leidenshaft für Asylanten, Flüchtlinge und Homosexuelle einsetzt, für Behinderte aber recht wenig übrig haben.
    2. Antwort von D. Thrum  (Thrum)
      Nun, rassistisch motivierte Taten werden aber erfasst. Wieso nicht homophobe Hassverbrechen?
    3. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      MarleneZelger. Was sie wieder herauslassen, stimmt einfach nicht. Pro Infirmis und andere Organisationen werden unterstützt. Diffamieren sie bitte nicht mit so einem Pauschalurteil, ich betone Pauschalurteil, wenn ihre persönliche Erfahrung auch anders ist.
    4. Antwort von Udo Gerschler  (UG)
      Camenisch,Frau Zelger hat recht und die Alibifunktion Herr Camenisch die sie anführen verdeckt doch nur das brutale wahre Gesicht der Linken.
    5. Antwort von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
      Frau Zelger, seit wann ist die BDP links?
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    @SRF: Müsste im Titel nicht Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit stehen? Oder betrifft dieses Phänomen nur die einen und nich die anderen? Oder dürfen sich Lesben wieder mal einfach mitgemeint wissen?
    1. Antwort von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
      Danke, dass nicht immer ich darauf hinweisen muss.
  • Kommentar von Adrian Müller  (Adrian Müller)
    Verhalten erzeugt Verhalten. Grundlagen der Kommunikation und des Verhaltens. Nonverbale und verbale Kommunikation. Wenn ich in einer Firma die anderen Mitarbeiter immer des Hasses bezichtige erzeugt man Hass.