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Versicherung gegen Trockenheit Zehnmal höhere Schadenssumme erwartet

Die Ernteausfallversicherung ist wegen der extremen Hitze extrem gefragt. Doch muss der Bund längerfristig mitbezahlen?

Legende: Audio Folgen auf diesen noch mehrere trockene Sommer, steigen die Versicherungsprämien. abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
01:46 min, aus HeuteMorgen vom 14.08.2018.
  • Aufgrund der Trockenheit im Sommer 2018 wird bei der Hagel-Versicherungs-Gesellschaft ein Anstieg der Schadensmeldungen ums Zehnfache erwartet.
  • Tritt Trockenheit in der Schweiz häufiger als alle 15–20 Jahre auf, muss die Versicherung die Prämien neu berechnen.
  • Für diesen Fall wird eine Subventionierung der Versicherung durch den Bund in Erwägung gezogen.

Nach dem Hitzesommer 2018 erwartet die Schweizerische Hagel-Versicherungs-Gesellschaft eine Flut von Schadensmeldungen. Diese Versicherung ist in der Schweiz die einzige Anbieterin, bei der Bauern eine Zusatzversicherung für die Folgen von Trockenheit abschliessen können.

Die Schadenssumme werde sich voraussichtlich im tiefen zweistelligen Millionenbereich bewegen, prognostiziert Direktor Pascal Forrer: «Verglichen mit den Trockenheitsschäden in den Vorjahren erwarten wir 2018 eine bis zu zehnmal höhere Schadenssumme.»

Noch durch die Reserven gedeckt

Das ist für die Versicherung zwar noch verkraftbar. Denn in Jahren ohne Trockenheit kann sie Reserven anhäufen. Allerdings ist es nicht ganz einfach, die Prämien für die Trockenheitsversicherung zu berechnen. Denn anders als Hagel tritt Trockenheit meist flächendeckend auf. Alle Versicherten sind somit gleichzeitig betroffen. Das Solidaritätsprinzip, wonach viele für die Schäden einiger weniger aufkommen, wird in diesem Fall arg strapaziert.

In ihren aktuellen Berechnungen geht die Hagel-Versicherungs-Gesellschaft davon aus, dass es alle 15 bis 20 Jahre eine ausgedehnte Trockenperiode gibt. Tritt häufiger eine Trockenheit auf, müsste sich die Versicherung neu orientieren. «In einem solchen Szenario müssten die Prämien sicher neu überprüft werden», sagt Forrer.

Konkret heisst das, dass die Versicherung teurer werden würde, teurer als die durchschnittlich 120 Franken pro Hektare Ackerland, welche die Bauern aktuell berappen müssen.

Subventionen für die Versicherung?

Aus diesem Grund dürfte der Ruf nach staatlichen Subventionen für die Ernteausfallversicherung nicht so rasch verhallen. Wie eine allfällige Beteiligung des Bundes aussehen könnte, damit befasst sich derzeit auch der Bund selbst.

Eine entsprechende Studie will das Bundesamt für Landwirtschaft im Frühling 2019 veröffentlichen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    Weshalb soll der Bund langfristig eine verfehlte Landwirtschaft unterstützen? Wenn es absehbar ist, dass dauerhaft Trockenperioden bestehen werden, dann muss sich eben die Landwirtschaft mit ihrem Anbau umstellen!
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Wir ernähren uns günstiger, als irgendeine Generation vor uns, aber dafür bezahlen wir teuer. Die Art, wie wir unsere Nahrung erzeugen, frisst unsere Produktionsgrundlagen. Wir laugen die Böden mit Monokulturen aus und zerstören ihre Fruchtbarkeit. Und damit eng zusammen hängt die Biodiversität.Die Vielfalt an Lebewesen ist unabdingbar für das Funktionieren von Ökosystemen und deren Fähigkeit „Ökosystemleistungen“ hervorzubringen.Wir müssen umsteuern und unsere Landwirtschaft ökologisch machen!
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Schnurzpiepegal, so lange die Kasse (im Zwischenhandel) stimmt. Ausserdem ist es mittlerweile Sitte, Verluste zu sozialisieren, während Gewinne Privatisiert werden. Haben Sie sich noch nicht daran gewöhnt, als Bürger die A-Karte gezogen zu haben?
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die Landwirtschaft der Zukunft muss eine sein, die Ökosysteme stabilisiert.Andernfalls steuern wir in eine Katastrophe hinein.Der Irrsinn unseres vorherrschenden Agrarsystems: die massive Verwendung von Stickstoff und Phosphor in der Landwirtschaft.Die Landwirtschaft der Zukunft muss daher Stoffkreisläufe schliessen und Biodiversität schützen.Etwa durch die Bildung von Humus, was Kohlenstoff bindet und andere Vorteile bringt. Lösungen gibt es unendlich viele. Der Ausweg? Das System zu wechseln!
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