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Susanne Kuster: «Spontane Grillpartys bis 30 Personen sind erlaubt»
Aus News-Clip vom 29.05.2020.
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Verwirrung um Grillpartys Das ist am Wochenende verboten – das ist erlaubt

Ab morgen Samstag sind wieder Versammlungen von bis zu dreissig Personen erlaubt – nicht aber kleine Veranstaltungen.

  • Am verlängerten Pfingstwochenende dürfen sich erstmals wieder Personengruppen mit über fünf Leuten treffen. Sie gelten als Versammlungen, weil sie spontan zustande kommen.
  • Gleichzeitig bleiben aber Veranstaltungen noch für eine weitere Woche verboten und sind erst ab dem 6. Juni zugelassen.
  • Das bedeutet, dass organisierte Geburtstagsfeste oder Grillpartys auf öffentlichen Plätzen mit über fünf Personen weiterhin verboten bleiben.
  • Polizeipatrouillen müssten jeweils abklären, ob eine grössere Gruppe sich spontan oder organisiert zusammengefunden hat.

Es bleibt einen Moment lang still am Freitagnachmittag in der Fragerunde im Medienzentrum des Bundeshauses. Kader der Bundesverwaltung stehen Red’ und Antwort zu aktuellen Fragen rund die Coronakrise, als SRF News einen Punkt anspricht, der einen kurzen Moment lang für betretenes Schweigen sorgt.

Es mag in der Coronakrise ein Detail sein, doch für viele dürfte es ein wichtiges Detail sein: Darf man dieses Wochenende eine kleine Feier ausrichten oder nicht?

Man mag sich nach den am Mittwoch verkündeten Lockerungen denken: Klarer Fall, das ist erlaubt, denn immerhin ist nach Mitternacht das Versammlungsverbot gelockert. Bis zu dreissig Personen dürfen wieder zusammenkommen – unter Einhaltung der Abstandsregeln versteht sich.

Noch gilt Veranstaltungsverbot

Damit wäre doch möglich, mit 25 Personen in einem Park einen Kindergeburtstag oder eine Grillade auszurichten, könnte man annehmen.

Dem ist nicht so, wie die Nachfrage bei mehreren Polizeikorps ergeben hat. Denn weiterhin gilt das Verbot von Veranstaltungen. Und wer zu einer Geburtstagsfeier oder zu einem Brätelplausch einlädt, organisiert eine Veranstaltung. Erst ab 6. Juni sind diese bis dreihundert Personen wieder erlaubt, sowohl öffentlich wie privat.

Junge Leute sitzen um eine Feuerstelle und grillieren.
Legende: Partys bis zu 30 Personen sind erlaubt – aber nur spontan und im öffentlichen Raum. Keystone

Spontane Treffen von dreissig Personen ja, ein kleines (organisiertes) Fest mit ebenso vielen Personen, nein: wie ist das zu erklären? Und wie wird der Unterschied definiert? Genau das will SRF von der Runde der Fachexperten des Bundes wissen – und da bleibt es kurz still.

Schliesslich opfert sich Susanne Kuster, stellvertretende Direktorin des Bundesamtes für Justiz. Sie bestätigt, dass es noch die Unterscheidung zu machen gelte, ob es sich um ein spontanes oder ein organisiertes Treffen handle. Hier existiere noch bis am 6. Juni in der Tat «ein kleiner Gap», eine Lücke. Kuster appelliert darum an den gesundenden Menschenverstand.

Wie so oft liegt es damit an Polizeipatrouillen, gesunden Menschenverstand in der Praxis anzuwenden.

Kontrolle der Regeln

Mehrere heute von SRF News angefragte Polizeikorps zeigten sich denn auch nicht eben glücklich mit dieser Regelung. Falls Polizisten dieses Wochenende Personengruppen antreffen, so sind sie – sofern sie die Regeln wortgenau umsetzen wollen – verpflichtet, abzuklären, ob sich die Personen spontan zusammengefunden haben oder das jemand organisiert hat.

Die Polizisten müssten also ermitteln, ob jemand beispielsweise zum Kindergeburtstag im Park eingeladen hat. Falls ja, so müsste die Gruppe, da sie als Veranstaltung gilt, von der Polizei aufgelöst werden.

Zwei Familien, die sich spontan am Seeufer treffen und sich zu einem Schwatz niederlassen, würde man gewähren lassen. Bei der Grillparty im Wald gilt das Gleiche: hat man sich spontan getroffen, ist es rechtens, erfolgte es organisiert, dann wäre das illegal. Eine Woche noch.

Tagesschau, 29.05.2020, 18:00 Uhr

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46 Kommentare

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  • Kommentar von Hansjürg Kipfer  (sdomingo)
    Dass sich auch Herr Kant ab und zu in seinem Grab umdreht, ist wohl verständlich, immerhin liegt er schon mehr als 216 Jahre dort und so ein Grab ist ja alles andere als bequem. Wegen der von Ihnen zitierten Überredungsversuche am Gotthard dürfte es kaum sein, mit derartigen Banalitäten wird er sich kaum befasst haben.
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    1. Antwort von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
      @Hansjürg Kipfer: Vermutlich drehen sich auch Adéle und Gottlieb Duttweiler zwischendurch im Grab herum! Wer von den Beiden hätte erwartet, dass es einmal beim Eingang einer Migros heisst: Bitte warten - Bitte warten - Bitte warten - Bitte warten - Bitte warten - Bitte warten - Bitte warten.......
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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Wer die Überredungsversuche an Ostern vor dem Gotthard verpasst hat, findet vielleicht jetzt Gelegenheit. Immerhin wird es schon philosophisch interessant. Kant hätte sich im Grabe umgedreht.
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  • Kommentar von Max Lienhard  (max vordemwald)
    Also ganz einfach: Alles herunterfahren und neu nur noch 3 Punkte
    1. Abstand von 2 Meter überall
    2. Hygiene (Hände waschen und desinfizieren.
    3 Gesunder Menschenverstand
    Halt es gibt schon wieder neue Diskusionen. Was ist gesunder Menschenverstand?
    Schöne Pfingsten und am besten zu Hause bleiben.
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    1. Antwort von Manuel Nagel  (mkrm)
      Schmierinfektionen sind mach aktuellem Erkenntnisstand doch gar kein wesentlicher Übertragungsweg, wieso dann ausgerechnet Händewaschen in einen beschränkten Massnahmekatalog aufnehmen?
      Mittlerweile geht man ja davon aus, dass vor allem stehende Luft mit anderen betroffenen ein wesentliches Problem ist, also nicht einfach Abstand einhalten, sondern vor allem gut Lüften.
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    2. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Herr Nagel, Sie sind der erste Mensch, der mir die ganze Krise durch begegnet ist, dem das auch aufgefallen ist! Meine Hypothese: Es kann nicht schaden und erinnert ans Abstandhalten. Dass es sehr wohl und langfristig schaden kann, wenn Leute das Gefühl bekommen, für blöd verkauft zu werden, scheint man weniger zu fürchten. Aber vielleicht täusche ich mich und Schmierinfektionen kommen ab und zu mal vor, auch wenn Streecks Team in jener frühen Studie kein einziges aktives Virus gefunden hat.
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