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Veto der Arbeitgeber 100 Franken mehr für alle: Gewerkschaften läuten Lohnrunde ein

  • 100 Franken mehr Lohn auf dem Konto am Ende des Monats: Das fordert der Schweizerische Gewerkschaftsbund fürs nächste Jahr – und zwar in allen Branchen.
  • Damit sollen die Angestellten unter anderem für ihre Anstrengungen während der Corona-Zeit belohnt werden.
  • Doch die Arbeitgeber wollen nicht mitziehen – auch wenn in einzelnen Branchen Lohnerhöhungen möglich seien.
  • Steigende Inflation und der Wirtschaftsaufschwung nach der Covid-Krise: Das sind die wichtigsten Argumente der Arbeitnehmer-Forderung für steigende Löhne. Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes sagt: «Wir fordern zwei Prozent Lohnerhöhungen oder 100 Franken pro Monat.»

    Einerseits gehe das auf die gestiegene Teuerung von einem Prozent zurück, andererseits gehe es der Wirtschaft wieder besser. «Das alles zusammen heisst: Zwei Prozent mehr Lohn.»

Erholung der Wirtschaft

    Den grössten Nachholbedarf sieht Lampart in Branchen, in denen die Wirtschaftslage im letzten Jahr gut war, wo sich aber trotzdem bei den Löhnen nicht viel getan hat. Damit meint er insbesondere Teile des Baugewerbes, in denen man Lohnerhöhungen erwarte. «Aber auch im Finanzsektor haben die Löhne nicht überall mit der ausgezeichneten Geschäftssituation Schritt gehalten.»

    Die Arbeitgeber reagieren erwartungsgemäss zurückhaltend auf die Forderung nach zwei Prozent mehr Lohn. Roland Müller, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, spricht von einer über die ganze Wirtschaft betrachtet sehr hohen Forderung: «Wenn wir uns anschauen, wo wir herkommen und insbesondere auch, was gewisse Branchen erlebt haben – dann ist das sicher eine zu hohe Forderung.»

In Branchen wie bei den Finanzdienstleistern, der Pharma- oder zum Teil auch der Maschinenindustrie werden Lohnerhöhungen möglich sein.
Autor: Roland Müller Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes

    In einzelnen Branchen gebe es aber durchaus Spielraum, sagt Müller: «In Branchen wie bei den Finanzdienstleistern, der Pharma- oder zum Teil auch der Maschinenindustrie werden Lohnerhöhungen möglich sein.» In Branchen wie der Hotellerie, der Gastro oder dem Detailhandel gebe es aber offensichtlich Probleme. Deshalb seien dort keine höheren Löhne möglich, meint der Arbeitgeber-Chef.

Das Seilziehen hat begonnen

    Auch Branchenbeobachter sehen die Gewerkschaftsforderung von zwei Prozent mehr Lohn eher am oberen Ende des Spektrums. So sagt Daniel Kalt, Chefökonom Schweiz der UBS: «Wir dürfen nicht vergessen, dass wir letztes Jahr eine negative Teuerung hatten. Die Preise sind im Schnitt gesunken. Wir erwarten dieses und auch im nächsten Jahr etwa ein halbes Prozent Inflation.»

    Der Gewerkschaftsbund kalkuliert dagegen mit einem Prozent Inflation. Am Ende ist es eine Frage der Verhandlungsstrategie. Das Seilziehen um höhere Löhne hat gerade erst begonnen.

Info3, 07.09.2021, 12 Uhr

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Zingg  (WiseAdvice)
    Eine Erhöhung um einen Fixbetrag statt mit Prozenten finde ich grundsätzlich gut. Das schafft Ausgleich und sollte jeweils auch bei der AHV so umgesetzt werden. Bei prozentualen Erhöhungen werden immer die kleinen Einkommen benachteiligt.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Warum nicht 200 Franken mehr? Wäre doch besser? Aber wie ist doch Politik: Die Arbeitgeber hätten auch bei nur 50 Franken mehr Lohn aufgeheult und den Untergang der Wirtschaft angedroht...
    1. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      Herr Müller es ist nicht die Politik, die die Arbeitgeber auch bei 50 Rp. mehr Lohn aufheulen liesse, sondern unser Wirtschaftssystem aka Kapitalismus. Kapitalismus ist Ausbeutung der Arbeitskraft der Arbeiter durch die Besitzer der Produktionsmittel. Alles, was die reibungslose Effizienz dieses fundamentalen Mechanismus im Enterntesten bedrohen könnte, bringt besagte Besitzer zum Hyperventilieren. Solange es in der Schweiz keine Streikkultur gibt, bleiben die Gewerkschaften Papiertiger.
  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Einfache Parolen, die verfangen - gleich noch das 100er Nötli zeigen, damit's auch jede begreift.