Viele Flüchtlinge tauchen offenbar unter

Eine grosser Teil der Asylsuchenden taucht nach einem Zeitungsbericht kurz nach der Ankunft in der Schweiz unter. In einzelnen Asylzentren verschwinden demnach bis zu 90 Prozent der Flüchtlinge – wohin, ist unklar. Behörden und Politiker sind alarmiert.

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Bildlegende: Flüchtlinge bei der Ankunft in Chiasso (Archivbild) Keystone

Ein erheblicher Teil der Flüchtlinge in der Schweiz verschwindet offenbar kurz nach der Ankunft vom Radar der Behörden. Wie die «Sonntagszeitung» berichtet, sind es in einzelnen Empfangs- und Verfahrenzentren (EVZ) bis zu 90 Prozent der Ankommenden. Das Blatt beruft sich auf Papiere des Staatssekretariats für Migration (SEM).

Demnach sind es im Thurgauer EVZ (Empfangs- und Verfahrenszentrum) bis zu 90 Prozent der Flüchtlinge. Im St. Galler EVZ Atstätten zögen 50 Prozent der Asylsuchenden ihr Gesuch zurück oder tauchten ab. In Bern komme die Häfte der Zugewiesenen nicht an.

Das SEM hat die Angaben nicht offiziell bestätigt, räumt laut «Sonntagszeitung» aber eine Häufung ein. Berns Justizdirektor Christoph Neuhaus bezeichnete die Zahl der Abgetauchten als «höchst problematisch». Asylsuchende müssten «endlich wirksam» registriert werden. SVP-Präsident Albert Rösti sprach von einem «massiven Sichherheitsrisiko». «Die Grenze muss dichtgemacht werden.»

Asylstatistik Stand August 2016 Asylgesuche

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Unterwegs mit Grenzwächtern

    Aus Echo der Zeit vom 29.8.2016

    Vor der Schweizer Südgrenze, in Como, stranden derzeit viele Flüchtlinge. Sie werden an der Schweizer Grenze aufgehalten und dürfen nicht weiter. Ähnlich sieht es im Wallis aus. Auch in Brig stoppen Grenzwächter Personen ohne gültige Papiere und schicken sie zurück.

    Die Reportage mit Grenzwächtern auf Nacht-Patrouille.

    Karin Britsch

  • Die Schweiz als Transitland für Flüchtlinge

    Aus 10vor10 vom 26.8.2016

    Die Schweiz wird eventuell zum neuen Transitland für Flüchtlinge. Die Kritik wächst, dass Deutschland vermehrt Beamte an die Schweizer Grenze verlegt habe, um so den Flüchtlingsstrom aus der Schweiz bewältigen zu können. «10vor10» berichtet über die Lage an der Grenze in Konstanz.