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Viele warten auf Spenderorgan Am meisten werden Nieren gespendet

  • 2019 sind in der Schweiz Organe von 157 verstorbenen Personen transplantiert worden.
  • Mehr als 580 Personen erhielten von diesen Spenderinnen und Spendern mindestens ein Organ, einige gar mehrere Organe.
  • Am häufigsten wurde eine Niere transplantiert.

Auf die häufigste Transplantation, nämlich jene der Niere, folgten Leber, Herz und Lunge. Gemäss Swisstransplant, der Nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation, warteten Ende 2019 noch immer 1415 Personen auf eine Organspende.

Wenig Organspender im europäischen Vergleich

157 Spenderinnen und Spender pro Jahr seien im europäischen Vergleich tief, so Swisstransplant. Von den 157 Organspenderinnen und -spendern waren hundert an einem Hirntod gestorben. Die anderen 57 erlagen einem Hirntod nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

In Bezug auf das Nationale Organspenderegister zieht Swisstransplant eine positive Bilanz. Dieses wurde im Oktober 2018 lanciert. Bis Ende Dezember 2019 haben 79'229 Personen ihren Wunsch eingetragen.

Eine fehlende Willensäusserung von verstorbenen Patienten führe zu einer hohen Ablehnungsrate in den Spitälern. Demnach lehne die Hälfte der Angehörigen von verstorbenen Patienten eine Organspende ab, wenn der Wunsch des Patienten oder der Patientin nicht bekannt sei.

Video
Aus dem Archiv: Wie verläuft die Transplantation und wie sieht das neue Leben aus?
Aus DOK vom 05.12.2019.
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Initiative in der Pipeline

Über die Organspende wird derzeit auf politischer Ebene diskutiert. Die Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten» will, dass Personen, die Organe spenden möchten, vor ihrem Tod nicht explizit einer Organentnahme zustimmen müssen. Ein bereits vermuteter, nicht ausdrücklich festgehaltener Wille der betroffenen Person soll ausreichen.

Der Bundesrat hat als indirekten Gegenvorschlag eine Änderung des Transplantationsgesetzes in die Vernehmlassung geschickt. Die Revision sieht ebenfalls einen Systemwechsel vor, bezieht aber die Angehörigen mit ein. Swisstransplant unterstützt diesen indirekten Gegenvorschlag, setzt sich jedoch für ein Ja/Nein-Register ein, in welchem sowohl Zustimmung als auch Ablehnung zur Organspende erfasst werden können.

Die Schweiz übernimmt hohes Amt für Organtransplantation

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Die Schweiz hat ab Januar 2020 den Vorsitz des Komitees für Organtransplantation des Europarats übernommen. Franz Immer, Direktor von Swisstransplant, wurde ins Präsidium gewählt.

Die Vertreterinnen und Vertretern der 47 Mitgliedstaaten hatten den Arzt und Direktor im Oktober 2019 an der Plenarsitzung des Europäischen Komitees für Organtransplantation zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Gemäss Swisstransplant ist es das erste Mal, dass die Schweiz dieses Amt übernimmt. Franz Immer werde sich unter anderem für den Wissenstransfer zwischen Organisationen und Experten sowie für die Einhaltung und Weiterentwicklung von europäischen Standards in der Organtransplantation einsetzen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Pierre Schibich  (spectator)
    Teil 2: Die Angehörigen eines Organspenders müssten deshalb unbedingt in eine solche Entscheidung einbezogen werden!
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  • Kommentar von Jean-Pierre Schibich  (spectator)
    Teil 1: Ein Aspekt, der in den Medien viel zu wenig Beachtung findet, ist die Situation der Angehörigen eines Organspenders. Welche Konsequenzen hat der konkrete Ablauf der Organentnahme für die Angehörigen des Sterbenden: Wie und wann können sie sich vom Verstorbenen verabschieden? Die Organentnahme ist faktisch eine sofortige Operation (Dauer bis zu 48 h). Was bedeutet das für den Trauerprozess? Wann wird der Körper zur Aufbahrung und zur Bestattung freigegeben?
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  • Kommentar von Claudia Beutler  (Claudia)
    Ich habe einen Organspendeausweis und ehrlich gesagt, verstehe ich nicht warum manche Menschen damit ein Problem haben. Der tote Körper ist nur eine Hülle. Falls es eine Seele gibt, ist sie schon von dannen gezogen.
    Mit einer Organspende kann ich durch meinen Tod noch leben schenken, dass ist doch etwas wunderbares.
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