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Volksbegehren für Klimaschutz Wider das «Verschwinden der Gletscher»

  • Der neugegründete Verein Klimaschutz Schweiz hat heute Samstag ein Volksbegehren lanciert.
  • Demnach soll in der Schweiz ab Ende 2050 kein fossiler Kohlenstoff mehr in Verkehr gebracht werden.
  • Prominentestes Mitglied der neuen Bewegung ist der Waadtländer Biophysiker Jacques Dubochet, der 2017 den Nobelpreis für Chemie erhielt.

Symbolisch trafen sich die Initianten am Fusse des Steingletschers am Sustenpass. Der Ort erinnere an die hierzulande augenfälligste Folge des Klimawandels, schreibt der neugegründete Verein Klimaschutz Schweiz in einer Mitteilung: «Das Verschwinden der Gletscher»

Warnung der Initianten

Nach Angaben der Initianten dürften Ende des 21. Jahrhunderts fast alle Alpengletscher verschwunden sein. Vom weltweiten Schwund der Gletscher und des Permafrosts sei die Lebensgrundlage der globalen Gesellschaft betroffen.

In der Zeit der Schneeschmelze drohe Hochwasser, während im Sommer Bäche und Flüsse versiegen könnten, warnen die Initianten.

Druck ausüben auf Politik

Konkret verlangt die Gletscher-Initiative, dass spätestens Ende 2050 kein fossiler Kohlenstoff mehr in Verkehr gebracht werden darf. Dabei verweisen die Initianten auf die Ziele des Klimaabkommens von Paris. Allerdings sind Ausnahmen zulässig, etwa wenn Anwendungen technisch nicht ersetzt werden können.

Das Volksbegehren ist aus Sicht der Initianten notwendig, weil die Politik keine ernsthafte Klimapolitik betreibt und den Verpflichtungen von Paris ungenügend nachkommt. Die Übergangsbestimmungen sehen vor, dass der Bund bei Annahme der Initiative diese innert spätestens fünf Jahren umsetzt.

Finanzausgleich für betroffene Unternehmen

Um die Menge der CO2-Emissionen zu reduzieren, kann der Bund Lenkungsabgaben oder Importkontingente einführen. Für Nachteile, die einheimischen Unternehmen dadurch gegenüber ausländischen erwachsen, sieht die Initiative einen finanziellen Ausgleich vor.

Hinter dem Volksbegehren steht der Verein Klimaschutz Schweiz, der Personen aus unterschiedlichsten Bereichen umfasst. Prominentestes Mitglied ist der Waadtländer Biophysiker Jacques Dubochet, der vergangenes Jahr den Nobelpreis für Chemie erhielt.

Legende: Video Umweltverbände fordern Abgabe auf Flugtickets abspielen. Laufzeit 05:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.08.2018.

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    In den Schweizer Bergen, sind die Gletscher schon fast alle geschmolzen. Nur noch kleine Reste weisen auf ehemalige Gletscher hin.... Und da wird die Schweizer Regierung - Politik - zuständige Bundesämter -der gesamte Verwaltungsapparat - Industrie, Wirtschaft, Landwirtschaft, jede/r einzelne BürgerIn, nicht endlich wach und aktiv? Bei sich und seinem Konsum- und Lebensverhalten beginnen!
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  • Kommentar von Michael Ogi (TheDoctor)
    Die Schweiz trägt durch die CO2-Emissionen im Land effektiv nicht viel zum Klimawandel bei. Pro Kopf gerechnet, gehören wir aber zu den Klimasündern. Und mit den Emissionen der Konzerne, die in der Schweiz ihren Sitz haben, oder die Grauenergie, die in unseren Wohlstand einfliesst, sieht's nochmals anders aus. Zugleich geniesst die Schweiz i der Welt ein gewisses... Ist das heute noch Ansehen? Immerhin etwas Aufmerksamkeit. - Vorbildfunktion - Darum ist die Initiative wichtig und richtig.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Dass der Klimawandel durch das egoistische, verantwortungslose Handeln/Fehlverhalten (atomare: Versuche über-/unterirdisch - Katastrophen - Kriegseinsaätze, tonnenweise chemisch-pharmazeutische Produkte-Einsätze weltweite Vergiftung von Erde-Wasser-Luft, Ressourcenausbeutung, etc, etc) der Menschheit, massiv gefördert - forciert, ist hinlänglich erwiesen! Das ist ein trauriges Faktum!
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