Zum Inhalt springen

Header

Video
SRG-Wahlbarometer: Klimaeffekt
Aus Tagesschau vom 06.06.2019.
abspielen
Inhalt

Grüne im Umfrage-Hoch Im Herbst kommt es zur Klimawahl

Brauchen die Grünen einen weiteren Hitzesommer, damit sie im Herbst die Wahlen gewinnen? So wie es heute aussieht, wird das nicht nötig sein. Auch wenn die Ferien verregnet sein sollten, dürfte es im Oktober zur Klimawahl kommen. Denn erstmals haben in der Sotomo-Umfrage im Auftrag der SRG die Befragten am häufigsten den Klimawandel als Grund für ihren Wahlentscheid angegeben.

Der Klimawandel als Wahlgrund

Auch in den kühlen Tagen des Mai 2019 haben sie nicht vergessen, dass Hitze und Dürre immer öfter vorkommen. Bei den Wahlen vor vier Jahren spielte das Thema noch kaum eine Rolle. Heute hat es sich nachhaltig festgesetzt. Im Bewusstsein vieler Wähler gehört es nicht zu den Themen, die kommen und gehen, sondern zu den strukturellen Problemen, die nicht mehr verschwinden.

Keine vorübergehende Welle

Die Grünen müssen deshalb nicht befürchten, dass ihnen das Gleiche passiert wie 2011, als der Fukushima-Effekt verpuffte. Nach der Reaktorkatastrophe damals im Frühling spürten sie als Anti-AKW-Partei für kurze Zeit Aufwind. Doch schon im Herbst verloren sie bei den nationalen Wahlen. Fukushima schockierte zwar, aber es war weit weg und scheinbar kontrollierbar.

Dem Klimawandel dagegen kann sich die Schweiz nicht entziehen. Das macht sich politisch immer deutlicher bemerkbar. Die Anhänger der meisten Parteien sind inzwischen mehrheitlich der Meinung, der Klimapolitik werde zu wenig Beachtung geschenkt. Sie sind auch bereit, einen persönlichen Beitrag zu leisten, so das Ergebnis der Umfrage. Das heisst, sie würden auch Klimaschutzmassnahmen akzeptieren, die sie etwas kosten.

Nicht nur die Jungen

Dass das Thema endgültig in breiten Bevölkerungskreisen angekommen ist, zeigt sich auch in einer Verschiebung der Altersstruktur jener Wähler, für die der Klimawandel wahlentscheidend ist. Zwar ist die Klimafrage für die jüngeren Generationen besonders wichtig. Aber im Vergleich zu früheren Umfragen hat die Sorge signifikant auch die ältere Bevölkerung erfasst.

Eine Verschiebung ist zudem bei der politischen Herkunft zu beobachten. Zwar ist die Klimapolitik nach wie vor für Linke und Wähler der Mitte am vordringlichsten. Aber das Thema beginnt nach und nach auch in der Mitte-rechts-Wählerschaft Fuss zu fassen. Ein weiteres Zeichen also, dass das Klima die Wahlen vom 20. Oktober prägen wird.

Fritz Reimann

Fritz Reimann

Bundeshauskorrespondent, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Fritz Reimann ist Bundeshauskorrespondent von SRF in Bern. Bis 2006 war er USA-Korrespondent in Washington vom Schweizer Fernsehen.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

59 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    Interessante Grafik im Artikel. Daran sieht man klar, dass das Thema Klima überproportional momentan in den Medien vorherrscht.
    EU, Krankenkassenprämien und Migration sind ungefähr gleichauf mit dem Klima, es fühlt sich in TV und Radio/Zeitungen so an, dass das Klima für 100% der Leute das Wahlentscheidende sei.
    Hier könnte auch SRF ein bisschen ausgewogener sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Emil Schneider  (Emil.fff)
      Es ist so, dass der Klimawandel im Moment das Grösste Thema in der Bevölkerung ist, es ist aber so, dass viele in der Umfrage den Klimawandel nicht als Menschengemacht ansehen und so diskutieren sie bei diesem Thema mit, die Wahl beeinflusst sie aber nicht
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    Im Herbst ist Klimawahl? Was kann da gewählt werden? Das Klima ganz generell, ein Klima a discretion? Und überhaupt, bis im Herbst wurden in den Klimanotstandgebieten noch unzählige Gigantenanlässe mit unglaublichen Immissionen durchgeführt, dass sich jeder schämen müsste dann "grün" zu wählen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alexander Soler  (Ahhhhlex)
    Ich wünsche mir neutrale Berichterstattung, liebes SRF Team. Das darf man, denke ich, auch verlangen. Das dies nur beschränkt möglich ist, verstehe ich aber auch. Leider liest man schon seit geraumer Zeit ganz klar, was Ihr für eine Meinung vertritt! Ist besonder schlecht bei Politikthemen. Hat für mich nicht sehr viel mit Qualitätsjournalismus zu tun. Das uns bewusst eine Meinung zu gewissen Themen aufgedrückt wird, ist ein generelles Problem im Journalismus. Propaganda!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jonathan Ernst  (JonSerious)
      Neutralität ist auch subjektiv. Darum muss die Berichterstattung zwar ausgewogen und objektiv, aber nicht "neutral" sein. SRF berichtet sehr ausgewogen und m.M.n. meistens aber nicht immer ganz objektiv (bzw. faktenbasiert). Hier aber schon.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen