Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio «Vert'libéraux» in Romandie haben weniger Zulauf von links abspielen. Laufzeit 02:53 Minuten.
Aus Rendez-vous vom 05.09.2019.
Inhalt

Profil gesucht Weshalb die Grünliberalen in der Romandie nicht vom Fleck kommen

Die Grünliberalen punkteten zuletzt in Zürich und Luzern. In der Romandie schaffen sie es nicht, sich abzuheben. Die Gründe.

Schlechter verankert, jünger und mit einem weniger scharfen Profil: Das sind kurz gefasst die Unterschiede zwischen der GLP in der Westschweiz und der Deutschschweiz. In Zahlen: Nur in drei von sechs Westschweizer Kantonen sind Grünliberale in den Parlamenten vertreten; in der Waadt, in Neuenburg und in Freiburg. In der Waadt und in Freiburg stagnierten sie bei den letzten Wahlen.

Im Kanton Neuenburg verloren die Grünliberalen sogar. Im Jura haben sie nicht einmal eine kantonale Sektion. Und im Wallis ist eine solche erst im Hinblick auf die Eidgenössischen Wahlen im Herbst gegründet worden.

Was nicht ist, kann noch werden

In der insgesamt jüngeren Parteigeschichte in der Romandie sieht der Präsident der GLP Schweiz, Jürg Grossen, einen Hauptgrund, wieso die GLP in der französischsprachigen Schweiz bisher nicht in Schwung gekommen ist: «Man kann sagen ‹noch nicht›. Die GLP ist in der Romandie noch eine jüngere Partei. Wir sind nicht so alt wie wir in den Kantonen Zürich oder Bern sind.»

Die GLP ist aber nicht nur jünger in der Westschweiz, sie ist auch anders entstanden und gewachsen. In der Deutschschweiz sind es mehrheitlich liberalere Grüne oder Linke, die zur GLP gewechselt haben. In der Westschweiz sind es mehrheitlich ehemalige FDPler, die sich in der GLP wiederfinden. Für sie ist es schwieriger, sich von der FDP abzugrenzen.

Etablierte Parteien generell grüner

Dies sei auch deshalb so, weil die FDP in der Westschweiz gegenüber ökologischen Themen schon länger offener eingestellt sei als in der Deutschschweiz, sagt die Waadtländer Vizepräsidentin der GLP Schweiz, Isabelle Chevalley. Denn in der Romandie habe nicht nur die FDP ein weniger rechtes, neoliberales Profil, auch die Grünen würden gemässigter und als weniger links wahrgenommen, so Chevalley. «Somit ist unsere Position in der Mitte der Parteienlandschaft weniger klar für die Wählerinnen und Wähler.»

Chevalley ist das Aushängeschild der Grünliberalen in der Westschweiz – und momentan die einzige Westschweizer GLP-Vertreterin im Nationalrat. Gut möglich, dass dies so bleibt. Denn trotz Aufwärtstrend: Sitzgewinne aus der Westschweiz für die GLP sind am 20. Oktober kaum zu erwarten.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    In der Westschweiz assoziiert man weitaus mehr Grün mit Sozial, als in der deutschen Schweiz. Da ist schon nur der Name der Partei ein Problem. Zudem fragen sich die Menschen, wie die heutige liberale Wirtschaft und Umweltschutz vereinbar seien. Nicht ganz zu unrecht, wie ich finde.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ S. Borel: So wie ich die Westschweiz kenne ist es genau umgekehrt. Umwelt und Wirtschaft ist dort kein Widerspruch, sondern man ist überzeugt, dass es für eine gedeihliche Wirtschaft eine gesunde Umwelt braucht. Deshalb ist es in der Westschweiz für alle Parteien selbstverständlich, dass die Umweltprobleme gelöst werden müssen. Das ist übrigens auch meine Meinung.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen