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Endspurt im Wahlkampf 2019: Erst am Wahltag ist Zahltag
Aus Rendez-vous vom 10.10.2019.
abspielen. Laufzeit 05:05 Minuten.
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Schlussspurt im Wahlkampf Volldampf bis zur letzten Minute – es lohnt sich

Zehn Tage vor den Wahlen geben die Parteien nochmals alles. Am persönlichen Kontakt mit dem Volk führt nichts vorbei.

Kantonales SP-Zentralsekretariat in der Stadt Zürich: SP-Mitglieder, Sympathisanten und Kandidaten sitzen eng nebeneinander an schmalen Tischen und telefonieren mit potenziellen Wählerinnen und Wählern.

Mittendrin der Zürcher Spitzenkandidat Angelo Barrile: «Hallo, hier ist Angelo Barrile, Nationalrat SP Zürich. Haben Sie kurz Zeit? Aha, ok, dann können wir uns ein andermal melden? In dem Fall, alles Gute, Ade.» Dieser Versuch war erfolglos.

Barrile lässt sich aber nicht entmutigen. Es ist nicht der erste Abend, den er in der Zentrale am Telefon verbringt. Diskutieren mit Leuten am Telefon zieht er dem Strassenwahlkampf vor. Aber auch dort sieht man den SP-Nationalrat an anderen Tagen.

Etwas mitgeben

So wie SVP-Nationalrat Mauro Tuena, der frühmorgens bei strömenden Regen am Bellevue in Zürich Papiertaschentücher mit seinem Konterfei verteilt. Obwohl die meisten Passanten wegen dem Schirm nur eine Hand frei haben, nehmen erstaunlich viele das «Giveaway» dankend entgegen.

Taschentüchlein gefällig? SVP-Nationalrat Mauro Tuena trotzt am Bellevue in Zürich dem Regenwetter.
Legende: Taschentüchlein gefällig? SVP-Nationalrat Mauro Tuena trotzt am Bellevue in Zürich dem Regenwetter. SRF/Iwan Santoro

Tuena ist zufrieden. Da gilt auch für eine Rentnerin, die lachend sagt: «Ich habe meine Papiertaschentücher vergessen. Das ist doch wesentlich praktischer als nur ein Zettel.» Wen sie wählt, will sie nicht verraten. Ein Mann Mitte 50 lobt das Engagement des Politikers, zweifelt aber am Erfolg: «Ich glaube nicht, dass noch was bringt, die Meinungen sind gemacht.»

Noch lange nicht nicht zu spät

Tuena wird noch bis am Vortag des Wahlsonntags im Einsatz sein. Viele hätten das Wahlcouvert noch nicht eingeworfen: «Die Vergangenheit zeigt, dass der persönliche Kontakt das A und O ist. Allein auf dem Bürostuhl mit Plakaten und Inseraten gewinnt man keinen Wahlkampf.»

Allein auf dem Bürostuhl mit Plakaten und Inseraten gewinnt man keinen Wahlkampf.
Autor: Mauro TuenaNationalrat SVP/ZH

Dranbleiben

Davon sind auch die politischen Gegner überzeugt. Die SP startet heute ihre 48-Stunden-Tour der Parteiexponenten mit dem Zug quer durch die Schweiz. Sogar in der Nacht sind die Genossinnen und Genossen unterwegs. In Zürichs Nachtlokalen wollen sie auch das Ausgehpublikum erreichen.

60 Prozent der Bevölkerung werfen die Unterlagen in den letzten zehn Tagen ein.
Autor: Matthias LeitnerWahlkampfleiter FDP

Dranbleiben bis zum Schluss heisst es auch bei BDP und GLP. Und FDP-Wahlkampfleiter Matthias Leitner meint sogar: «Der Wahlkampf beginnt jetzt eigentlich erst richtig. In den letzten zehn Tagen werden über 60 Prozent der Bevölkerung die Wahlunterlagen erst einwerfen.»

Wahlen 2019.
Legende: Der Countdown läuft: Noch zehn Tage bleiben im Rennen aufs Bundeshaus. Keystone/Archiv

Die FDP habe bei den letzten Wahlen in der Schlussphase zu wenig stark mobilisiert, sagt Leitner. Dies mache man jetzt besser. So kümmert sich ein Mitarbeiter seit Monaten nur um die letzten zehn Tage vor der Wahl. Die jüngsten schlechten Umfrageergebnisse nehme man als Chance, um jetzt noch mehr Gas zu geben, so Leitner.

SVP: Wahlbotschafter im ganzen Land

Auch die SVP fährt für nochmals grosses Geschütz auf. So werden neben allen Aktionen rund 1000 Wahlbotschafterinnen und Wahlbotschafter im Land unterwegs sein.

Während die CVP ihre umstrittene Wahlkampagne im Internet weiterführt, setzen die Grünen ganz konservativ auf ihre nationale Plakataktion mit der Erdkugel. Ihr Thema – Klimawandel – ist omnipräsent.

Grüne: Umfragewerte motivieren

Machen die konstant positiven Umfragewerte die Grünen träge? Nein, sagt Wahlkampfleiter und Fraktionspräsident Balthasar Glättli: «Ich erlebe es eher umgekehrt, nämlich dass es die grünen Mitglieder und sogar die Sympathisanten motiviert, noch zusätzlich mal an einen Stand oder eine Flyer-Aktion zu gehen. Das ist die Dynamik. Wir spüren das Momentum auch in der Motivation der Menschen.»

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26 Kommentare

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  • Kommentar von E Hitz  (Amigo_Home)
    Durch die über 50 Prozent Nichtwähler hat bei und dass Votum der aktiven Wähler mehr als das doppelte Gewicht. Auch sollten vorgedruckte Wahllisten abgeschafft werden, insbesondere in den grossen Kantonen.
  • Kommentar von Sam Brenner  (Sam Brenner)
    An alle überzeugten und bewussten Nichtwähler: Gebt doch euren roten Pass ab und wandert aus, vorzugsweise in ein Land ohne Abstimmungen und Wahlen. Da werdet ihr bestimmt glücklich, müsst nichts überlegen und keine Entscheidungen treffen. Das Paradies für euch.
    1. Antwort von Rolf Bolliger  (jolanda)
      Herr Brenner, sie haben es voll und klar "auf den Punkt" gebracht! Leider gibt es immer mehr unfähige, dafür über alles trotzende Menschen im Land, die nur noch hier wohnen, um von allen rechtsstaatlichen und sozialen Einrichtungen zu profitieren! Ein geordnete Gesellschaft kann aber nur auf dem hohen Level bleiben, wenn die Bürger nicht nur wegen den vielen installierten Rechten, sondern auch die Pflichten erfüllen!
    2. Antwort von Sam Brenner  (Sam Brenner)
      Danke für die Lorbeeren, das mit dem Trotz und dem "Profitieren von sozialen Einrichtungen" ist aber nicht von Ihnen.
    3. Antwort von Sam Brenner  (Sam Brenner)
      Ich korrigiere:
      ... ist aber von Ihnen.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ich erhoffe mir eine hohe Stimmbeteiligung. Ich finde, wenn wir die Gelegenheit haben zu wählen, sollten wir diese nutzen, was zu den Rechten und Pflichten eines Staatsbürgers/ einer Staatsbürgerin gehört. Und: Immerhin - so empfinde ich es - sind Wahlen immer etwas Spannendes, auch dann, wenn es wenige Verschiebungen geben sollte.