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Legende: Video Die Grünen legen weiter zu abspielen. Laufzeit 07:08 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.09.2019.
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Die Wählerwanderungen Am Schluss gewinnt, wer mobilisieren kann

  • Sowohl die Grünen als auch die Grünliberalen können ehemalige Nicht-Wähler mobilisieren und gewinnen deshalb hinzu.
  • Bei der FDP ist die Bilanz ausgeglichen: Sie gewinnt und verliert Wähler fast in gleichem Ausmass.
  • Die Verluste der SVP hängen insbesondere mit der Überalterung der Partei zusammen.

Die SP verliert Wählende vor allem an die Grünen und die Grünliberalen. Bedeutenden Zuwachs erhalten die Sozialdemokraten lediglich von ehemaligen Nicht-Wählern; also Personen, die bei den letzten Wahlen nicht gewählt haben, weil sie entweder nicht wollten oder noch nicht durften. Dies zeigen die erstmals erhobenen Wählerwanderungen im Wahlbarometer der SRG.

Die SP sei stark darauf angewiesen, ihre Wählerschaft am 20. Oktober mobilisieren zu können – «sonst wird sie zu den Verlierern der Wahl gehören», sagt Politologe Michael Hermann.

Auch die Grünen und Grünliberalen profitieren neben dem Gewinn ehemaliger SP-Wähler stark von ehemaligen Nicht-Wählern. «Vor allem Junge wählen grün oder grünliberal», sagt Hermann.

Legende: Video Michael Hermann, Politologe: «Leute, die SVP gewählt haben, bleiben zuhause oder sind gestorben» abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.09.2019.

Genau anders sieht es bei der SVP aus. Ihre Bilanz ist gegenüber allen anderen Parteien praktisch neutral. Die Wähleranteile, die die SVP gemäss aktuellem Wahlbarometer verliert, gehen zum grössten Teil auf das Konto von Nicht-Wählern. Die SVP habe also kein Problem mit der Abwanderung zu anderen Parteien, sondern ein Mobilisierungsproblem, konstatiert Hermann. «Leute, die vor vier Jahren SVP gewählt haben, bleiben jetzt zuhause oder – und das hat mit der Überalterung der Partei zu tun – sind gestorben.»

Legende: Video Hermann: «Bei der FDP gibt es viel Dynamik, aber in der Summe bleibt es stabil» abspielen. Laufzeit 00:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.09.2019.

Auf den ersten Blick ruhig zu und her geht es bei der FDP. Die Bilanz der Wählerwanderungen von und zu den anderen Parteien ist weitgehend ausgeglichen. «Wenn man aber in die Zahlen schaut, sieht man: Da ist viel Dynamik drin», sagt Hermann. Denn die FDP verliert sowohl an die SVP als auch an die Grünliberalen relativ viele Wähler – aber sie gewinnt von diesen Parteien genauso viele. «Petra Gössi verliert mit ihrem neuen Kurs also Wähler, gewinnt offenbar aber auch neue hinzu», so Hermann.

Wenig Einfluss auf Wechselwähler

Mit dem Klimathema und der klaren Positionerung für das Rahmenabkommen mit der EU verliere die FDP am rechten Rand Wähler an die SVP. Genau mit dem Klima, wo sich die SVP ganz anders positioniert, hole die FDP aber auch wieder Wähler.

«Die Wanderungen zwischen den Parteien zu beeinflussen, ist schwierig. Am Schluss zählt die Mobilisierung», sagt Hermann. Die Wähler an die Urne zu bringen, ist also für alle Parteien zentral – und das werden sie in der heissen Phase des Wahlkampfs weiter versuchen.

Die Eckwerte der Umfrage

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Die Datenerhebung zum SRG-Wahlbarometer fand zwischen dem 19. und 25. August 2019 statt. Die Befragung erfolgte online. Die Rekrutierung der Befragten fand einerseits über die Webportale der SRG SSR, andererseits via Online-Panel der Forschungsstelle Sotomo statt.

Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 17'128 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden.

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selber rekrutieren (sogenanntes Opt-in), ist die Zusammensetzung der Stichprobe nicht repräsentativ. So nehmen typischerweise mehr Männer als Frauen an politischen Umfragen teil.

Repräsentative Gewichtung

Deshalb hat Sotomo die Antworten gewichtet: Den Verzerrungen in der Stichprobe wird mittels statistischer Gewichtungsverfahren entgegengewirkt.

Neben räumlichen (Wohnort) und soziodemographischen (Alter, Geschlecht, Bildung) Gewichtungskriterien werden dabei auch politische Gewichtungskriterien beigezogen (Stimm- und Wahlverhalten, regionale Parteienstruktur usw.). Durch die Gewichtung wird eine hohe Repräsentativität für die aktive Stimmbevölkerung erzielt.

Der Stichprobenfehler, wie er für Zufallsstichproben berechnet wird, lässt sich nicht direkt auf politisch gewichtete Opt-in-Umfragen übertragen. Die Repräsentativität dieser Befragung ist laut Sotomo jedoch vergleichbar einer Zufallsstichprobe mit einem Strichprobenfehler von +/-1.2 Prozentpunkten.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Richener  (Schmutz Fink)
    Am Schluss gewinnen Sotomo,GFS usw,aber sicher nicht die Menschen in unserem Land!
    Für die Menschen wird sich nach diesen Wahlen,nicht oder sehr wenig ändern!
    Ändern tut sich nur der Farbanstrich,am Zaun an dem Wir eingepfercht sind!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Der fettgedruckte Titel: "Wer mobilisieren kann, gewinnt am Schluss"! ist für mich ein "Armutszeugnis" einer Gesellschaft! Labile Menschen, die lieber die Konsum- und Spassgesellschaft geniessen und höchstens nach eingedreschter Manipulation der verschieden Parteien an der Urne Volksvertreter wählen, sind in der politischen Elite sehr beliebt! Für unsere Direktdemokratie aber wie "reines Gift" und langfristig eigentlicher "Selbstmord"! Fazit: Viel lesen, alle Meinungen analysieren, dann wählen!
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Naja, deshalb pflastern die SVP alle Strassen mit ihren Plakaten zu;-)
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    2. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Da kann ich Ihnen nur zustimmen, Herr Bolliger (und @SRF: Achtung im Lead-in dritte Zeile „mobilieren“!)
      „Viel lesen, alle Meinungen analysieren“, das machen wir beide und wählen mit Bestimmtheit nicht das selbe! Denken Sie aber an die Welt, die Sie (und ich) den Jungen überlassen!
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    3. Antwort von SRF News editor
      Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler berichtigt.
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    4. Antwort von Rolf Bolliger  (jolanda)
      Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Planta, meinte ich ALLE Parteien und Medien, die mit einseitigen Manipulationen agieren. Wer aber, wie gesagt, neben der CH-Einheitstagespresse auch die "Weltwoche" und die "WOZ" liest, kann sich dann (vorausgesetzt er sei nicht engstirnig und rein ideologisch festgefahren) wirklich ein eigenes Urteil über ein brennendes Problem oder reale Sorgen bilden. Leider gibt es auf beiden Seiten extreme Einschienen-Ideologen, die wollen gar keine andere Meinung hören....(!)!
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    5. Antwort von Markus Schenk  (HUSH)
      @Planta, bitte etwas objektiver, ich sehe auf meinem Arbeitsweg ebenso viele SP wie günen etc. Plakate. Diese wurden auch mit Autos transportiert und aufgestellt. Beim abräumen in den letzten Jahren waren die linken kaum zu sehen und die Plakete musste das Gemeindebauamt auf meine Kosten abräumen. Das ist Fakt! :-)
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  • Kommentar von Markus Guggisberg  (gugmar)
    zweifelbehaftet und unseriös !
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