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Legende: Video Spült die grüne Welle die Zauberformel im Bundesrat weg? abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.09.2019.
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Klimafrage bleibt entscheidend Grüne Parteien auf Rekordkurs

  • Die Grünen und die Grünliberalen setzen ihren Aufwärtstrend weiter fort, wie aus dem SRG-Wahlbarometer hervorgeht.
  • Die Umfrage zeigt auch: Die CVP und die Grünen liegen fast gleichauf. Die beiden Parteien kämpfen somit um Rang vier und fünf im Parteienranking.
  • Die SVP bleibt klar stärkste Partei und kann ihren Abwärtstrend stoppen.

Die Grünen können gemäss neustem Wahlbarometer ihren Wähleranteil gegenüber den Wahlen 2015 um 3.4. Prozentpunkte steigern. «Das Klimathema ist immer noch das wichtigste Thema, wenn es um den Wahlentscheid geht. Die Grünen haben sich da gut positioniert – schon lange bevor das Thema aufgekommen ist», erklärt Politologe Michael Hermann den anhaltenden Aufwärtstrend der Grünen.

Legende: Video Michael Hermann, Politologe: «Die Grünen haben vor allem die richtige Themenkonjunktur auf ihrer Seite» abspielen. Laufzeit 00:14 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.09.2019.

Weil die CVP zugleich 1.4 Prozentpunkte verliert, kommt sie mit 10.2 Prozent Wähleranteil erstmals hinter die Grünen zu liegen. Somit ist der Kampf um die Plätze vier und fünf in der Schweizer Parteienlandschaft in vollem Gange. Der Unterschied zwischen den Grünen und der CVP von 0.3 Prozentpunkten liegt allerdings innerhalb des Fehlerbereichs der Stichprobe. Die Zahlen sind deshalb zurückhaltend zu interpretieren.

Die CVP habe Mühe, sich als Mittepartei ein klares Profil zu geben, sagt Hermann von der Forschungsstelle Sotomo, die das Wahlbarometer im Auftrag der SRG erstellt. «Die Leute wollen die Politik in eine bestimmte Richtung verändern.»

Legende: Video Hermann: «Eine Mittepartei ändert nichts in eine bestimmte Richtung» abspielen. Laufzeit 00:24 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.09.2019.

Insgesamt deutet sich auch im neusten SRG-Wahlbarometer ein Linksrutsch an: SP und Grüne legen 3.3 Prozentpunkte zu, SVP und FDP verlieren 2.3 Prozentpunkte. In der Mitte legen einzig die Grünliberalen zu: Sie kommen neu auf 6.9 Prozent. Das wäre – wie auch bei den Grünen – das stärkste Ergebnis in der Geschichte der Partei. Auch die Grünliberalen profitieren davon, dass das Klima die Bevölkerung bewegt. «Die Erosion der Mitte, die sich 2011 kurz ins Gegenteil verkehrte, geht damit aber weiter», sagt Politologe Hermann.

«Ein Bundesratssitz ist für die Grünen weit entfernt»

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Die Grünen legen stark zu und könnten gar die CVP überholen, die Mitte verliert Wähleranteile. Da stellt sich die Frage, ob die Grünen mit einem Wähleranteil von über 10 Prozent nicht Anspruch auf einen Bundesratssitz haben.

Politologe Michael Hermann winkt ab. «Ein Bundesratssitz ist für die Grünen weit entfernt.» Die Wähleranteile im Wahlbarometer bildeten nämlich nur die Stärkeverhältnisse im Nationalrat ab. Entscheidend sei aber das gesamte Parlament. «Und im Ständerat wird die CVP eine Macht bleiben. Sie hat immer noch ihre starken, regionalen Hochburgen», sagt Hermann.

Sollte sich doch die Ansicht durchsetzen, dass ein grüner Anspruch besteht, ginge das am ehesten auf Kosten der FDP, sagt Hermann. Denn die Grünen bräuchten für ihren Angriff die Stimmen aus der Mitte, und die CVP würde nicht ihre eigene Bundesrätin abwählen.

Neben der CVP verliert vor allem die BDP – ihr Wähleranteil fällt um 1.5 Prozentpunkte und liegt nur noch bei 2.6 Prozent. Gemessen am Wähleranteil ist das der deutlichste Verlust aller Parteien: die BDP verliert mehr als einen Drittel ihrer Wähler.

Legende: Video Hermann: «Offenbar funktioniert die klassische Mitteposition heute weniger gut» abspielen. Laufzeit 00:36 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.09.2019.

In absoluten Zahlen verliert die SVP am meisten: Ihr Wähleranteil geht auf 26.8 Prozent zurück. Damit bleibt die SVP klar stärkste Partei, es folgen die SP, die aktuell 18.7 Prozent erreicht (-0.1 Prozentpunkte) und die FDP mit 16.7 Prozent (+0.3). Der Abwärtstrend der SVP, der sich seit dem ersten Barometer vor rund zwei Jahren stets fortgeführt hat, scheint damit gestoppt.

Unterschiede zwischen Deutsch- und Westschweiz

Auffällig sind die Unterschiede zwischen der deutsch- und der französischsprachigen Schweiz. Dass die Sozialdemokraten nicht hinzu gewinnen können, dafür ist vor allem die Romandie verantwortlich. Würde nämlich nur die Deutschschweiz wählen, könnte die SP zulegen – um 0.5 Prozentpunkte. In der Westschweiz jedoch verliert die SP ganze 2 Prozentpunkte.

Auch die Rangfolge der Parteien sähe anders aus, wählte nur die französische Schweiz: Stärkste Partei wäre die FDP, die SVP läge nur auf Rang drei. Der grösste Unterschied im Wähleranteil zeigt sich bei GLP und BDP: Während in der Deutschschweiz 8.4 Prozent der Befragten grünliberal wählen wollen, sind es in der Romandie gerade einmal 3.4 Prozent. Die BDP kommt in der Deutschschweiz auf 3.4 Prozent, in der Romandie nur auf 0.5 Prozent. Das zeigt auch, dass BDP und GLP in der Romandie nie wirklich Fuss fassen konnten und sich das nicht ändern wird. Auch die SVP hat ihre Hochburg seit jeher in der Deutschschweiz.

Bundesrätin Amherd am beliebtesten

Bundesrätin Amherd am beliebtesten

Mit den Wahlabsichten erhebt das Wahlbarometer jeweils auch, wie die Bevölkerung die Bundesrätinnen und Bundesräte wahrnimmt. Viola Amherd ist für die Wähler die sympatischste Bundesrätin. 65 Prozent finden sie sehr oder eher sympathisch. Auf Rang zwei folgt Alain Berset (SP), knapp vor Karin Keller-Sutter (FDP).

Auf dem zweitletzten Rang liegt Ignazio Cassis (FDP). 23 Prozent finden ihn sehr oder eher sympathisch. Schlusslicht mit einem Prozentpunkt weniger ist SVP-Bundesrat Guy Parmelin.

Keller-Sutter am einflussreichsten

Parmelin ist auch der Bundesrat, dem das Wahlvolk den geringsten Einfluss zuschreibt. Auch innerhalb seiner eigenen Partei liegt er in Sachen Einfluss abgeschlagen auf dem letzten Rang. Am einflussreichsten wird in der Bevölkerung Karin Keller-Sutter wahrgenommen, knapp dahinter folgt Alain Berset.

Die Eckwerte der Umfrage

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Die Datenerhebung zum SRG-Wahlbarometer fand zwischen dem 19. und 25. August 2019 statt. Die Befragung erfolgte online. Die Rekrutierung der Befragten fand einerseits über die Webportale der SRG SSR, andererseits via Online-Panel der Forschungsstelle Sotomo statt.

Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 17'128 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden.

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selber rekrutieren (sogenanntes Opt-in), ist die Zusammensetzung der Stichprobe nicht repräsentativ. So nehmen typischerweise mehr Männer als Frauen an politischen Umfragen teil.

Repräsentative Gewichtung

Deshalb hat Sotomo die Antworten gewichtet: Den Verzerrungen in der Stichprobe wird mittels statistischer Gewichtungsverfahren entgegengewirkt.

Neben räumlichen (Wohnort) und soziodemographischen (Alter, Geschlecht, Bildung) Gewichtungskriterien werden dabei auch politische Gewichtungskriterien beigezogen (Stimm- und Wahlverhalten, regionale Parteienstruktur usw.). Durch die Gewichtung wird eine hohe Repräsentativität für die aktive Stimmbevölkerung erzielt.

Der Stichprobenfehler, wie er für Zufallsstichproben berechnet wird, lässt sich nicht direkt auf politisch gewichtete Opt-in-Umfragen übertragen. Die Repräsentativität dieser Befragung ist laut Sotomo jedoch vergleichbar einer Zufallsstichprobe mit einem Strichprobenfehler von +/-1.2 Prozentpunkten.

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113 Kommentare

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  • Kommentar von Arthur Pünter  (puenti)
    Die Ergebnisse dieser Umfrage sollten ein dringender Weckruf an alle Wahlabstinentinnen und Wahlabstinenten, an alle SVP-, FDP- und CVP-Wähler sein, sonst wird der Durchmarsch der Grünen und SP-Wähler durch die staatlichen Organisationen und Instutionen Tatsache.
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  • Kommentar von Serge Künzli  (Serge Künzli)
    Das sind ja grausige Aussichten. Wir als Wähler sind doch alt genug und haben es nicht nötig, uns erziehen zu lassen und das noch freiwillg, indem wir das Kreuz am falschen Ort machen! Ich traue den Grünen nicht. Wenn die mal in der Mehrzahl sind, dann gute Nacht. Grüne und die SVP sind Trotzparteien – da geht leider nichts voran. Der SP kommt gar nichts mehr in den Sinn. Die FDP lobbyieren eh im Hintergrund und sorgen für ihre Pfründe.... Ich bin etwas ratlos. Vielleicht doch noch die JUSO?
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    1. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Leider zeigt die Geschichte immer wieder, dass "wir" als Wähler und Bürger vielleicht alt genug sind, aber manchmal dennoch etwas Nacherziehgung und Zwang nötig haben. Das liegt auch in der Natur der Sache, Eine Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn sich (praktsich) alle an die Regeln halten. Das Individuum selber findet die Regeln subjektiv häufig unnötig und störend. Trotzdem sind die Regeln für die Gesellschaft wichtig und richtig.
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    2. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Ja, genau, die JUSO. Die sind wie die 5 Stelle in Italien. Allerdings unfreiwillig.
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    3. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      A. Zingg da gebe ich Ihnen recht. Jedoch fangen diese Regeln schon im kleinen an (Familie) was nachher wachsen kann. Wenn ich z.B. die alten Wohnblocks sehe, wo mit fossilen Brennstoff beheizt werden und deren Mieten bezahlbar sind für Mieter mit kleinem Einkommen. Wenn jetzt das Gesetzt Strafzölle, Bussen usw. den Mietpreis in die höhe treibt, ist dies doch der Mittelschicht und Armen nicht geholfen. Leider haben oft Regeln auch unangenehme Folgen für weniger bemittelte Menschen.
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    4. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      Das ist falsch Frau Artho.
      Die CO2-Abgabe wird über die Krankenkassenprämien wieder der Bevölkerung zurückbezahlt.
      Allerdings müssen die Steuergeschenke der SVP etc. für die Reichen unter anderem von den Armen und vom Mittelstand mit neuen Gebühren, Abgaben und Steuern bezahlt werden.
      Auch wegen den von den SVP-Geschäftsführern importierten günstigen Arbeitskräften werden die Mieten der Armen und des Mittelstandes in die Höhe getrieben.
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  • Kommentar von Jo Meyer  (JoMey)
    Ich mag die grünen nicht,
    Die SP, FDP, BDB, GLP, SVP, CVP und alle anderen auch nicht!!!!
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    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Ich auch nicht, ich will einen König.
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