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Jean-Pierre Gallati wird Regierungsrat im Aargau
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Knapper Wahlausgang Jean-Pierre Gallati ist Aargauer Regierungsrat

Jean-Pierre Gallati (SVP) gewinnt das Duell um den freien Sitz in der Aargauer Regierung. Das Resultat fällt allerdings knapp aus, Konkurrentin Yvonne Feri (SP) landet einen Achtungserfolg. Sie hat nur gerade 1593 Stimmen Rückstand.

Das Schlussresultat

Kandidat/inAnzahl Stimmen
Jean-Pierre Gallati (SVP)
77'462
Yvonne Feri (SP)
75'869

Damit ist Feri näher an Gallati dran als erwartet, wenn man die Parteistärken im Aargau als Referenz nimmt. Die SVP ist mit über 30 Prozent die klar wählerstärkste Partei im Kanton, die SP ist nur gut halb so stark. In den eher urbaneren Bezirken Aarau, Baden, Brugg und Rheinfelden holt Feri aber sogar mehr Stimmen als Gallati.

Auch in einzelnen Gemeinden fällt das Resultat knapp aus: In Wohlenschwil im Reusstal zum Beispiel erhalten Gallati und Feri genau gleich viele Stimmen – je 179 Stimmen. In Killwangen hat Jean-Pierre Gallati genau eine Stimme Vorsprung. Und in seiner Heimatgemeinde Wohlen gewinnt Feri mit knapp 200 Stimmen Vorsprung auf den ehemaligen Einwohnerrat der Gemeinde.

Allerdings: In den ehner ländlich geprägten Bezirken liegt Gallati klar vorne. So zum Beispiel in den Bezirken Muri, Kulm, Laufenburg und Zofingen. Insgesamt hat der bürgerlich geprägte Kanton Aargau damit dem bürgerlichen Kandidaten den Vorzug gegeben.

Tiefe Stimmbeteiligung

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Die Stimmbeteiligung lag bei den Regierungswahlen bei 37,4 Prozent. Im ersten Wahlgang lag sie noch bei 43,9 Prozent.

Freude, Verpflichtung, Enttäuschung

Jean-Pierre Gallati reagiert – wie gewohnt – gelassen auf seine Wahl. «Selbstverständlich freue ich mich», sagt er auf Anfrage von SRF. «Es ist aber vor allem eine Verpflichtung, für den Kanton Aargau jetzt eine möglichst gute Arbeit zu leisten.» Angesprochen auf den knappen Ausgang der Wahl reagiert Gallati kurz angebunden: «Für mich gibt es gewählt oder nicht gewählt.»

Für mich gibt es gewählt oder nicht gewählt.
Autor: Jean-Pierre GallatiGewählter Regierungsrat

Auf Nachfrage ergänzt Gallati, dass er mit Yvonne Feri eine starke Gegnerin gehabt habe. «Dass sie ein grosses Wählerpotential hat, war mir von Anfang an bewusst.» Umso enttäuschter über das knappe Resultat reagiert dafür Yvonne Feri. «Ich habe es jetzt zwei Mal probiert und selbstverständlich tut es weh.»

Sie freue sich nun auf ihr Mandat als Nationalrätin und auf ein Parlament, in dem es mehr Frauen und mehr Linke habe. «Ich bedaure es sehr für den Kanton Aargau, dass wir nun eine Regierung aus Männern haben und auch zwei männliche Ständeräte.» Sie habe nichts gegen die gewählten Personen, bedaure aber «auch das Gesamtbild gegen aussen».

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Jean-Pierre Gallati: «Das Wahlvolk hat sich dafür entschieden auch den fünften Sitz einem Mann zuzuweisen»
Aus News-Clip vom 24.11.2019.
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Nachfolge für Franziska Roth

Die Nationalrätin aus Wettingen und der Grossrat aus Wohlen kämpften um den Sitz im Gesundheits- und Sozialdepartement. Es geht um die Nachfolge der frühzeitig abgetretenen Gesundheitsdirektorin Franziska Roth (Ex-SVP). Jean-Pierre Gallati hält mit seiner Wahl den erst 2016 gewonnenen Sitz für seine Partei.

Bereits im ersten Wahlgang erreichta Gallati das beste Resultat. Damals betrug sein Vorsprung auf Herausforderin Yvonne Feri (SP) noch knapp 20'000 Stimmen.

Yvonne Feri lachend und gespannt
Legende: Yvonne Feri lag im ersten Wahlgang am 20. Oktober knapp 20'000 Stimmen hinter Gallati. SRF/Daniel Desborough

Feri kandidierte nach 2016 bereits zum zweiten Mal für den Sitz als Gesundheitsdirektorin und erreichte im ersten Wahlgang das zweitbeste Resultat. Feri kam auf 44'765 Stimmen, Gallati auf 63'830 Stimmen.

Auf einen zweiten Wahlgang verzichtet haben FDP, Grünliberale und Grüne, die im ersten Wahlgang mit ihren Kandidierenden deutlichen Abstand auf das Duo Feri und Gallati hatten.

Gallati ist bisher Parlamentarier

Der 53-Jährige Jean-Pierre Gallati gehört seit 2009 dem Grossen Rat an. Er ist Rechtsanwalt aus Wohlen. Seit 2017 ist Gallati Mitglied der Gesundheitskommission des Aargauer Parlamentes. Gallati hatte Rechtswissenschaften in Zürich studiert und machte 1994 das Anwaltspatent. Bekannt wurde Gallati auch als streitbarer Kommunalpolitiker im Einwohnerrat von Wohlen.

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Freude, Verantwortungsgefühl und Enttäuschung: Die Reaktionen zur Wahl
02:31 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 24.11.2019.
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11 Kommentare

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  • Kommentar von Janusz Kaltenbacher  (anti_sozialist)
    Der Kanton Aargau stellt wieder seine Würde her, die SP Frau verliert gegen den SVP Kandidaten, in einem immer stärker links tickenden Kanton ist das keine Selbstverständlichkeit. Herzliche Gratulation an Jean-Pierre Gallati/SVP!
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Markus Schenk  (HUSH)
    Verloren ist verloren, eine Mehrheit des Kt. AG wollte Frau Feri nicht! Achtungserfolg hin oder her....richtig so.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Der effektiven Mehrheit im Kanton scheint es egal zu sein wer von den beiden in der Regierung ist. Über 60% gingen gar nicht an die Urne.
    2. Antwort von Markus Schenk  (HUSH)
      Dopp.ex, 55% wollten auf nationaler Ebene auch keine Grünen
    3. Antwort von Norbert Zehner  (ZeN)
      @T.Koch: Aha, jetzt sind diese 60% wohl diejenigen, die die Linke Frau Feri Grüne gewählt hätten, um so daraus einen (undemokratischen) Anspruch zu konstruieren. Was ist mit den 55% die vor 4 Wochen nicht gewählt haben, genauso könnte SVP sagen, dass diese alle sie gewählt hätten und sie deshalb die effektive Mehrheit hätten. Demokratie halt grad wie's passt, ein Hang auf Linken Seite, den man immer wieder hört und sieht.
    4. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Interessant, welche Interpretationen aus einem einfachen Faktenkommentar gezogen werden.
      Ich finde in meinen Kommentar nichts, das daraufhin ableiten lässt, wer bei 100% Stimmbeteiligung in den Regierungsrat gewählt worden wäre. Ich habe keine Glaskugel, die mir ein Resultat zeigen könnte.

      Ich finde es einfach Schade, dass soviele von ihrem Bürgerrecht keinen Gebrauch machen und so am Schluss die Mehrheit einer Minderheit die Entscheidungen trifft.
    5. Antwort von Andrea Roßdeutsch  (Lux Ferre)
      Jede nicht abgegebene Stimme ist eine Stimme für rechts. Das sollten sich die nicht-Wähler mal bewusst machen.
  • Kommentar von Robin Niederberger  (R. N.)
    Achtungserfolg naja... Yvonne Feri ist ja wohl rund um den Faktor Tausend bekannter als Jean-Pierre Gallati.
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    1. Antwort von Janusz Kaltenbacher  (anti_sozialist)
      In einem immer stärker links tickenden Kanton Aargau hätte Frau Feri eigentlich gewinnen müssen.