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Ulrich Giezendanner referiert im Nationalratssaal
Legende: Ulrich Giezendanner ist mit fast 100'000 Stimmen der bestgewählte Nationalrat. Diese Stimmen könnten der SVP fehlen. Keystone
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Viel Bewegung im Aargau Im Nationalrat gibt es Platz für neue Kräfte und Köpfe

Einige bekannte Namen treten nicht mehr an für die Nationalratswahlen. Das könnte auch politische Folgen haben.

Der Kanton Aargau hat 16 Sitze im Nationalrat. Die grösste Delegation stellt die SVP mit sieben Mandaten. Doch die Ausgangslage für die wählerstärkste Partei im Kanton ist schwierig, denn sie verliert mehrere prominente und altgediente Parlamentsmitglieder.

Ulrich Giezendanner, Sylvia Flückiger, Luzi Stamm und Maximilian Reimann stehen nicht mehr auf der Wahlliste. Reimann will seine Wiederwahl mit einer eigenen Seniorenliste schaffen.

Legende:
Kanton Aargau: Mandatsverteilung Nationalrat Die grösste Delegation im Nationalrat stellt die SVP, gefolgt von FDP und SP. Die Anzahl Sitze spiegelt nicht zwingend die Wähleranteile der Parteien, denn die Sitzverteilung wird auch durch Listenverbindungen beeinflusst. So hat die SVP einen «Wackelsitz» und die SP hat einen Sitz weniger als die FDP, obwohl sie bei den Wahlen 2015 ein Prozent mehr Wähleranteil erreicht hatte als der Freisinn. BFS Bundesamt für Statistik

Alle Augen sind auf die SVP gerichtet

Zwar hat die SVP eine volle Liste mit durchaus bekannten neuen Namen am Start, aber ein Sitzverlust ist dennoch wahrscheinlich. Ihr siebtes Mandat holte sie 2015 nämlich mit Proporzglück und klugen Listenverbindungen. Macht die Partei etwas weniger Stimmen in diesem Herbst, so ist Sitz Nummer 7 wohl dahin.

Einige Experten gehen sogar davon aus, dass die grösste Partei im Kanton zwei Sitze verlieren könnte. Dies, weil sie im Aargau vor allem mit personellen Querelen für Schlagzeilen sorgte: Die von der SVP portierte Gesundheitsdirektorin Franziska Roth hat ihr Amt nach nur rund zweieinhalb Jahren abgegeben und Nationalrat Luzi Stamm hatte mit wirren Drogengeschichten im Bundeshaus für Kopfschütteln gesorgt. Zudem hat die Partei auch in anderen Kantonen Wähleranteile eingebüsst.

FDP will vier Sitze

Die grosse Frage ist: Wer profitiert von einem allfälligen Sitzverlust der SVP? Hoffnungen macht sich die FDP. Sie muss mit Corina Eichenberger zwar ebenfalls eine altgediente Nationalrätin ersetzen, will aber trotzdem ihren Wähleranteil steigern und einen zusätzlichen Sitz erobern.

Damit haben sich die Freisinnigen ein hohes Ziel gesteckt: Sie haben Sitz Nummer 3 nämlich erst vor vier Jahren knapp dazu gewonnen, müssten ihren Wähleranteil nun also merklich steigern können.

Legende:
Kanton Aargau: Parteistärke 1987 - 2015 Angezeigt werden Parteien, die auch heute noch zur Wahl stehen. BDP und GLP traten 2011 erstmals bei den nationalen Wahlen an. Die Schweizer Demokraten (SD) sind 2015 nicht mehr zur Wahl angetreten. Bundesamt für Statistik

SP will verlorenen Sitz zurück

Auch die Sozialdemokraten wollen einen Sitz dazugewinnen. Allerdings geht es hier um die Rückeroberung eines 2015 verlorenen Mandats. Die SP hat aktuell nur zwei Sitze, will aber wieder deren drei. Sie hatte 2015 einen Wähleranteil von über 16 Prozent erreicht und lag damit noch vor der FDP, welche aber trotzdem ein Mandat mehr erreichte.

Inzwischen haben die Sozialdemokraten in verschiedenen kantonalen Wahlen zugelegt und sind deshalb optimistisch. Zudem könnte die aktuelle Klimadebatte nicht nur den grünen Parteien helfen, sondern auch der SP.

Auch CVP ist optimistisch

Die CVP ist seit Jahren auch im Aargau unter Druck, blickt aber ebenfalls optimistisch auf die Wahlen. Der nationale Parteipräsident Gerhard Pfister erklärte an einem Kantonalparteitag im letzten Jahr, die Chancen für einen zweiten oder sogar dritten Sitz im Aargau stünden gut.

Wie viele andere Parteien setzt auch die CVP auf Unterlisten, um der Hauptliste mehr Stimmen zuschanzen zu können. Die CVP tritt erstmals mit einer «Bauernliste» an zu den Wahlen 2019. Die SP führt erstmals eine queer-feministische Liste. Auch Jungparteien stellen in der Regel Unterlisten und liefern ihre Stimmen quasi der Mutterpartei ab.

Grüne und Grünliberale hoffen, BDP zittert

Bei den kleineren Parteien machen sich vor allem Grüne und Grünliberale Hoffnung auf einen Erfolg. Beide Parteien werden ihren Sitz wohl halten können, unter anderem dank der Klimadebatte.

Schwieriger ist die Ausgangslage für die auch national unter Druck stehende BDP. Ihr Mandat von Bernhard Guhl könnte durchaus gefährdet sein, wenn der Wähleranteil sinkt. Je nach Listenverbindung hofft die EVP darauf, vom möglichen Untergang der BDP profitieren zu können.

Erstmals tritt auch die Piratenpartei mit einer Liste zu den Nationalratswahlen im Aargau an.

Fazit: Weniger alt und weniger männlich

Die Ziele der Parteien sind - wie immer - ambitioniert. Die Sitzzahl bleibt aber natürlich auf 16 beschränkt. Auffallend viele Parteien hoffen auf einen Sitzgewinn auf Kosten der SVP. Allerdings: So viele zusätzliche Mandate, wie die anderen Parteien ansterben, so viele Mandate dürfte die SVP wohl kaum verlieren.

Die Nationalratswahlen im Aargau versprechen durchaus Spannung. Gut möglich, dass die Aargauer Delegation im Bundeshaus nach den Wahlen im Herbst 2019 insgesamt etwas jünger ist.

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