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Die Analyse von Dieter Kohler zu den Basler Wahlen 2020
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 25.10.2020.
abspielen. Laufzeit 02:15 Minuten.
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Wahlen Basel-Stadt 2020 Rot-Grün muss beim Regierungspräsidium die Personalfrage stellen

Regierungsratswahlen sind Persönlichkeitswahlen – bei den Basler Wahlen hat sich dies einmal mehr eindrücklich gezeigt. Das veranschaulicht eine dicke Überraschung, nämlich das schlechte Resultat der Grünen Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann. Vor vier Jahren schaffte sie die Wahl als Neue auf Anhieb, nun landete sie auf dem abgeschlagenen neunten Platz.

Rot-Grün hat in den letzten vier Jahren erfolgreich politisiert und praktisch alle Abstimmungen gewonnen. Aber mit Elisabeth Ackermann hat Rot-Grün eine Person, die als Regierungspräsidentin nicht überzeugt, und zwar nicht nur mit ihrem umstrittenen Entscheid, den Direktor des Historischen Museums zu entlassen. Ackermann fehlen Ideen in der Basler Kulturpolitik und vor allem fehlt ihr bei öffentlichen Auftritten die nötige Ausstrahlung.

Ackermann erhielt die Quittung

Heute erhielt Ackermann die Quittung. Der schlechte neunte Platz sei ein Denkzettel, sagen sogar die politisch Verbündeten bei der SP. Aber was ist mit diesem Denkzettel gemeint? Wahrscheinlich, dass sich die Wählerinnen und Wähler eine andere Person wünschen auf diesem Posten. Wenn Rot-Grün ihre Mehrheit im zweiten Wahlgang halten will, kommt man nicht darum herum, die Personalfrage zu stellen.

Auf der anderen Seite: Stephanie Eymann. Praktisch aus den Nichts macht die LDP-Kandidatin ein sehr gutes Resultat, auch wenn sie doch noch in den zweiten Wahlgang muss.

Eymann überzeugte im Wahlkampf

Eymanns Wahlkampfauftritte haben viele Wähler und Wählerinnen überzeugt, dass sie in das Amt der Regierungspräsidentin passt. Sie bringt mit, was Ackermann fehlt: einen überzeugenden Auftritt.

Aber die Würfel sind noch nicht gefallen. Es gibt noch einen zweiten Wahlgang, in dem noch drei Sitze frei sind. Das heisst, nun ist viel möglich. Es ist davon auszugehen, dass die Schwergewichte nochmal antreten: Kaspar Sutter (SP), Stephanie Eymann, aber auch Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) und Elisabeth Ackermann. Nicht vergessen darf man auch Esther Keller (GLP), die sicher noch ein Wort mitreden will.

Basel steht vermutlich vor einem der spannendsten zweiten Wahlgängen seit langem.

Dieter Kohler

Dieter Kohler

Leiter Regionalredaktion Basel Baselland, SRF

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Dieter Kohler arbeitet seit 1988 als Radiojournalist für DRS/SRF. Er war u.a. als Westschweiz-Korrespondent tätig und berichtete aus dem Bundeshaus. Seit 2009 leitet Dieter Kohler die Regionalredaktion am SRF-Standort Basel im Meret Oppenheim Hochhaus MOH.

Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Beutler  (Peter Beutler)
    Im Parlament: Rotgrün 48 wie bisher, die Mitte-links-Parteien GLP 8 (+4); EVP 3 (+2); die Bürgerlichen (LDP, FDP, CVP, SVP, Rechtsaussen 39 (-6).Eine bürgerliche Regierungsmehrheit mit einer geschrumpften Minderheit im Parlament ist kaum vorstellbar. Rotgrün müsste die GLP mit ins Boot holen, Achermann nicht mehr aufstellen und für das Regierungspräsidium die best gewählte Regierungsrätin, eine SP-Frau, portieren. Nur so ist eine Blockierung der Regierungs- und Grossratsarbeit zu verhindern.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Die Schweiz ist einfach einmalig: Auf Stufe Regierung wie Parlament muss "geliefert" werden, sonst ist fertig lustig. Abwahl, Einbruch Wähleranteil auf der einen Seite, Durchstarten "ohne Namen" und Euphorie bei den Gegnern (!) und - dies alles, ohne dass Stabilität verloren geht. Sensationell!!
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  • Kommentar von Michael Ruefer  (Michael Ruefer)
    Völlig illusorisch, aber: Wie wärs, wenn die Bürgerlichen und Rot-Grün einfach die glp miteinbinden würden und ihr den siebten Sitz überliessen? Die glp wird auch im Parlament eine tragende Rolle spielen und meist für die Mehrheit sorgen. Dann sollte sie auch in der Regierung die nötige Verantwortung erhalten. Das würde bedeuten: Herr Dürr und Frau Ackermann müssten sich verabschieden.
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