Zum Inhalt springen

Header

Video
Der Wald als Klimaretter
Aus 10vor10 vom 04.07.2019.
abspielen
Inhalt

Wald als Klimaretter Können Wälder den Klimawandel stoppen?

Eine ETH-Studie zeigt: das Potenzial zur Aufforstung von Wäldern als Kohlenstoffspeicher ist grösser als bisher gedacht.

Der Klimawandel beschäftigt Politik und Gesellschaft. Er gilt als eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit. Die Frage wie man dagegen ankommt, beschäftigt die Leute fast noch mehr. Der Wald ist eine mögliche Lösung. So hat die Waldwirtschaft im Pariser Klimaabkommen gar einen eigenen Artikel erhalten. Denn Bäume können das CO2 aus der Luft filtern und dank der Photosynthese den Sauerstoff vom Kohlenstoff trennen und diesen speichern. Nun zeigen die Forscher der ETH Zürich erstmals: Das Potenzial dieses Speichers könnte weitaus grösser sein als bisher angenommen.

«Seit der industriellen Revolution wurden 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff von den Menschen produziert. Forsten wir die Wälder entsprechend auf könnten die neuen Wälder zwei Drittel dieses Kohlenstoffs absorbieren», sagt Mitautor Tom Crowther von der ETH Zürich. Derzeit stünde ein Gebiet in der Grösse der USA für die Aufforstung zur Verfügung. Laut den Forschern wären vor allem Russland, die USA und Kanada Länder wo das Potenzial zur Aufforstung vorhanden wäre.

Weltkarte.
Legende: Verfügbare Flächen. SRF

Potenzial wäre da

Die Frage ist wie realistisch eine solche Aufforstung in der Praxis ist. Gemäss den Schätzungen von Greenpeace gibt es in Russland über 60 Millionen Hektar Land, welches nicht mehr für die Landwirtschaft genutzt wird. Dieses Land wäre für die Aufforstung ideal. Doch leider sei die Regierung dagegen. Und auch die Abholzung mache die Ausgangslage nicht einfacher, sagt Aleksej Jaroschenko, Leiter Forstbereich bei Greenpeace Russland.

«Bei allen grossen Abholz-Flächen, welche wir auf Satellitenbildern erkennen können – handelt es sich um bewilligte Abholzungen. Es sind unsere bestehenden Regeln, welche sich ändern müssen», so Jaroschenko. Ansonsten seien die wertvollsten Wälder der Taiga verloren.

Technisch denkbar, in der Praxis schwierig

Die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Potenzial und den praktischen Möglichkeiten zeigt sich nicht nur in Russland. Es gäbe neben politischen auch wirtschaftliche Hürden bei der Aufforstung, sagt Jürgen Blaser, Waldwissenschaftler an der Berner Fachhochschule. «Aufforstung kostet und jemand muss dafür zahlen», so der Experte. Hinzu komme, dass neue Wälder nur langsam wachsen. Bis neu bepflanzte Wälder klimarelevant würden könnten Jahrhunderte vergehen, so Blaser.

Ähnliche Projekte in der Schweiz

Doch trotz Hürden und hohen Zielen hinsichtlich der Aufforstung gibt es zahlreiche Projekte weltweit, die den Baum als Kohlenstoffspeicher fördern wollen. Auch in der Schweiz. Ein umfangreiches Klimaschutzprojekt realisierte die Oberallmeindkorporation Schwyz. Ihr gehören über 9000 Hektar Wald. Felix Lüscher, Bereichsleiter Wald bei der Korporation erklärt: «Wir nehmen den Wald den wir haben und bewirtschaften ihn so, dass die Bäume älter und dicker werden und können so mehr CO2 einlagern».

Video
Felix Lüscher, Bereichsleiter Wald, Oberallmeindkorporation Schwyz
Aus News-Clip vom 04.07.2019.
abspielen

Doch für Lüscher ist klar: «Der Wald rettet das Klimaproblem nicht. Der Wald kann einen kleinen Beitrag leisten.» Das ist auch Mitautor Tom Crowther klar, doch er appelliert an die Menschen: «Vielleicht ist nicht alles möglich. Aber jede einzelne Person kann einen Einfluss auf den Klimawandel haben mit dieser simplen Lösung».

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

75 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Feierabend  (Quantenmechanik)
    Mit Bäumen gegen die kapitalen Gelüste der nimmersatten Menschen? Politik will Bäume anstatt Rendite um jeden Preis? Die Anwort kann jeder selber erahnen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Europa ist Spitzenreiter im verachten von Südamerikanischen Staaten, da dort viel Urwald abgebaut wird, um Landwirtschaft zu fördern. Sich selber den Spiegel hinhalten ist bei den Linken nicht Mode. Die wollen lieber unbrauchbare Ziele verfolgen, welche die "dumme" Bevölkerung ausschalten soll. Links will die Globalisierung um der "abgehobenen" Elite die Macht zu geben (früher Nazis). Man spricht oft von Intellektuellen: das sind nicht Hochgebildete, sondern von Natur aus intelligente Menschen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Vor allem in Europa haben wir keine grossen Wälder! Wir können den Klimawandel sicher nicht aufhalten, das ist ein frommer Wunsch, wie das Donald Trump, resp. die amerikanischen Forscher erkennen.Aber wir könnten sicher mit viel mehr Grün +Bäumen erreichen, dass wir die Gluthitze besser überstehen können. Wir müssen uns anpassen. Die Menschen in den Städten werden zu viel Energie brauchen, um ihre Wohnungen mit Klimaanlagen zu kühlen.Eigentlich gibt es nur eines: weniger Menschen auf der Erde.!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Mischa Veith  (mischa)
      Dann würden Sie den Anfang machen und von dieser Erde verschwinden? Nein?
      Wie überraschend...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen