Zum Inhalt springen

Header

Video
Gletscher ziehen sich immer mehr zurück
Aus Tagesschau vom 16.09.2020.
abspielen
Inhalt

Warme Temperaturen Späte Hitzewelle bringt den Aletschgletscher ins Schwitzen

Der warme September macht dem Gletscher stark zu schaffen: Pro Sekunde schmelzen rund 40'000 Liter Wasser.

Der Sommer scheint dieses Jahr nicht müde zu werden. Derzeit gibt er ein Comeback, das zuletzt, zumindest im Flachland, in Temperaturen von über 30 Grad gipfelte. Aber auch auf den Gipfeln herrscht prächtiges T-Shirt-Wetter. Das lockt die Menschen in die Berge: Sie kommen auf den Gletscher.

Wie viel Eis schmilzt?

Klimaexperte David Volken veranschaulicht den Rückzug des grössten Gletschers der Alpen anhand der Schmelzwassermenge: «An einem heissen Tag schmilzt hier pro Schweizerin und Schweizer 400 Liter.» Das entspricht rund drei Millionen Kubikmeter Wasser. Die Eisdicke des Gletschers nimmt um drei bis vier Zentimeter ab.

Ein halber Monat mit solchem Wetter hat zur Folge, dass dem Gletscher ein halber Meter Eis fehlt. Um das zu kompensieren, brauche man im Winter fünf Meter mehr Schnee.

Nicht aufzuhalten

Auf dem Eggishorn auf fast 3000 Metern über Meer war es in den letzten Tagen fast 15 Grad warm: Kühler als im Flachland, aber doch angenehm warm zum Wandern. Dementsprechend viele Menschen tummeln sich dort – zum Teil sogar im T-Shirt. Auf anderen Routen sind ebenfalls Leute unterwegs.

Wandererinnen und Wanderer unterwegs auf dem Gletscher
Legende: Bei warmen Temperaturen sind besonders viele Wandererinnen und Wanderer auf dem Gletscher unterwegs. Keystone

Auch beim Mittelaletschgletscher, einem Seitengletscher des Aletschgletschers, tut sich was: «Vermutlich im nächsten Sommer wird sich der obere Teil des Gletschers vom unteren abtrennen», sagt der Klimaexperte. Das ist deutlich früher als ursprünglich gedacht: 2010 habe man noch damit gerechnet, dass dies erst etwa 2030 geschehen wird. Jetzt passiert es einfach über 10 Jahre früher, so Volken. «Wir sehen, dass der Gletscherschwund sehr schnell geht.»

Jetzt passiert es zehn Jahre früher.
Autor: David VolkenKlimaexperte

Allein in den letzten fünf Jahren hat das Gletschervolumen in der Schweiz um über 10 Prozent abgenommen. Um mit so heissen Septembertemperaturen wird es wohl in diesem Stil weitergehen.

Tagesschau, 16.9.2020, 19:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

17 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Achim Frill  (Africola)
    Manche tun ja grade so, als ob ein Gletscher ein lebendes Wesen wäre. Völlig übertriebene Reaktion, mit viel Pathos, wie üblich bei Naturthemen. Leute, es ist Eis. Und es schmilzt weg. Na und? Das gab es schon tausendmal in der Erdgeschichte. Es werden im Gegenzug riesige Flächen frei, die grün bewachsen werden und somit Sauerstoff produzieren. Ist das so schlecht? Und es wird sogar noch mehr Platz für euren heiligen Wolf geben.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Achim Frill: Falls Sie sich in den Bergen auskennen, wissen Sie, dass dort wo der Gletscher geschmolzen ist kein Urwald nachwächst, sondern Geröllhalden zum Vorschein kommen. Es geht auch nicht um den konkreten Gletscher oder den Wolf. Der rasche Gletscherrückzug ist ein Indikator für die viel zu rasch ansteigenden Temperaturen. Auch der letzte Klimaleugner kann das mit eigenen Augen sehen. Den abstrakten Daten und komplexen Modellen der Forscher glaubt der Klimaleugner ja sowieso nicht.
    2. Antwort von Achim Frill  (Africola)
      Herr Leu, natürlich sehe auch ich, dass die Gletscher rasch den Verschwindibus machen. Aber wissen Sie was: es juckt mich nicht. Nicht die Bohne. Es ist mir vollkommen schnuppe, weil ich weiss, dass Gletscher weder für den Menschen noch den Planeten lebenswichtig sind. Gletscher sind sozusagen blosse Folklore unserer Wahrnehmung, weil wir halt (Schweizerstolz und Skination) mit ihnen aufgewachsen sind.
  • Kommentar von Martin Müller  (Nonaeol)
    Wie viel Wasser sprudelt denn aus dem Aletschgletscher, wenn gerade mal nicht Klimaerwärmung herrscht? 39'900 Liter? Eine Zahl ist absolut nichtssagend, wenn sie nicht in Relation gesetzt wird. Wieder dieses elende Fokus-Problem, welches die Ursache vieler heutiger Probleme ist.
    1. Antwort von Marcel Meier  (Die andere Sicht)
      Guten Morgen Herr Müller, die Ursache der heutigen klimatischen und Umweltbelastenden Probleme sind Kommentare wie Ihrer. Ja Sie haben recht, jede Medaille hat zwei Seiten. Und je nach Betrachtungsweise können die Resultate unterschiedlich bewertet werden. In Zeiten von Corona wurde das Bedrohlichste überhaupt, die schleichende Zerstörung von unserem Planeten, etwas in den Hintergrund gedrängt. Menschen wie Sie die den Zerfall unserer Natur negieren, haben wenig Realitätssinn. Leider.
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Vor 2 Jahren (Aufstieg von Greta Thunberg) stand in den Medien, dass es bereits 5 NACH 12 fürs Klima sei. Weniger kann man gar nicht machen gegen die Erwärmung der Athmosphäre, als in den letzten 2 Jahren: Rund 160 Mio (!!!) Zweibeiner, Zunahme der Urwaldvernichtung durch Brandstifter, mehr neue Kohlenkraftwerke,usw. Der Aletschgletscher muss sein Schicksal, wie viele andere Gletscher auch, wohl akzeptieren müssen. Dieser Prozess ist nicht mehr aufzuhalten. Die Frage ist, wie gehen wir damit um?