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Warmer Frühling hat geholfen 2018 ist ein Rekordjahr für Wespen

Legende: Audio 2018 sind die Wespen los abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
01:56 min, aus HeuteMorgen vom 08.08.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz gibt es derzeit so viele Wespen wie seit 20 Jahren nicht mehr.
  • Zurückzuführen sei dies auf den warmen Frühling, sagt Biologin Gabi Müller. Die Wespen hätten so mehr Zeit gehabt, ihre Nester zu bauen.
  • Die negative Seite: Landesweit gibt es viele Feuerwehreinsätze, um Wespennester zu entfernen. Dazu kommt, dass es Engpässe bei Allergiemedikamenten gibt.

2018 ist bereits jetzt ein Wespen-Rekordjahr. «Wir haben pro Tag mehr als 20 Anrufe von Leuten, die Wespennester bei sich im Haus haben», sagt Gabi Müller, Leiterin der Stadtzürcher Schädlingsprävention und -beratung. Das sei mehr als in den 20 Jahren zuvor.

Wir haben pro Tag mehr als 20 Anrufe von Leuten, die Wespennester bei sich im Haus haben.
Autor: Gabi MüllerSchädlingsprävention und -beratung

Abgezeichnet habe sich dieser Rekord bereits im Frühling. «Normalerweise kommen die Königinnen, die überwintern, erst Anfang Mai heraus, um ihr Nest zu bauen. In diesem Jahr hatten wir schon Meldungen im April», so Müller. Den Wespenvölkern blieb darum mehr Zeit, ihr Nest aufzubauen – entsprechend gebe es bereits jetzt grössere Völker als in anderen Jahren.

Wespen sind nicht bloss lästig

Sollte das Hochsommerwetter anhalten, würden diese Völker noch weiterwachsen, sagt die Biologin. Das gelte für die ganze Schweiz, wie die Zahlen der Wespeneinsätze der Feuerwehren landesweit zeigten. Es gilt jedoch, die Nester möglichst nicht zu zerstören, schon gar nicht selber. Wenn nötig, soll man dies Profis machen lassen, sagt Müller.

Das sind eigentlich biologische Schädlingsbekämpfer.
Autor: Gabi MüllerSchädlingsprävention und -beratung

Besser noch wäre es, die Insekten umzusiedeln, denn Wespen seien nützliche Tiere. Nur zwei der insgesamt sechs Gattungen machten sich über unsere Esstische her, die anderen hätten gar kein Interesse, sondern ernährten sich von anderen Insekten. «Das sind eigentlich biologische Schädlingsbekämpfer, weil sie viele Fliegen fangen, die uns sonst belästigen würden.»

Mehrere Wespen fliegen
Legende: Sommerzeit ist Wespenzeit – besonders in diesem Jahr. Keystone

Engpässe bei Allergiemedikamenten

Trotzdem: Je mehr Wespen es gibt, desto grösser ist die Gefahr, dass man gestochen wird. Für Allergiker sind Wespenstiche gefährlich. Sie müssen Stiche sofort mit einem Medikament behandeln.

Aber ausgerechnet im Wespenrekordjahr besteht beim Injektionsmittel Epipen ein Engpass. Deshalb fordert das zuständige Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung die Arztpraxen auf, keine Hamsterkäufe von Epipen zu tätigen, damit für Allergiker bei Wespenstichen genügend Medikamente verfügbar sind.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Hier jetzt wieder einen auf Tier-und Naturversteher zu machen im Sinne von "hach, die Wespe ist so ein nützliches Tier, Respekt, Einklang mit Natur, friedliches Zusammenleben von Mensch und Tier, und weiteres Blabla" nervt. Um es mal klarzustellen: Heile Welt gibt es nicht mehr. Und der Mensch hat ein Recht, in seinem eigenen Revier ungestört zu leben. Wenn er dazu zu Hilfsmitteln greifen muss (Chemie, Feuerwehr, usw), dann ist das einfach nur in Ordnung, Tierliebe steht nicht über allem!
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  • Kommentar von Oswald Daniel (dani 1)
    Ich empfehle allen dringend Hornissen zu googeln, zB Aargauer Zeitung, sehr friedfertige Tiere. Wir leben einen Meter von ihnen entfernt, Schlafzimmerfenster, NULL Probleme
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    1. Antwort von Olivier Wetli ("nicht von dieser Welt")
      Genau. Wir haben 2.5 m über der Haustüre ein Hornissennest im Dach gewähren lassen, sie landen an der vert. Wand und krabbeln dann durch eine Ritze in den Dachhohlraum, spannend! Meine 6 m entfernte Bienenbeute rühren sie nicht an, ums Haus kaum störende Wespen. Wenn man MIT und nicht gegen die Schöpfung arbeitet gehts allermeist problemlos. Für viele Menschen ist leider Flora und Fauna mehr Gegner und kaum Freude an Kreativität und Vielfalt der Kreaturen, schon gar nicht am Erschaffer.
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Scheinbar gibt es regional grosse Unterschiede. Wir haben dieses Jahr hier definitiv weniger Wespen als sonst, zumindest was die Störefriede angeht. Hingegen haben wir eine schöne Population der geschützten Wegwespen, aber da muss man schon genau hinschauen, dass man sie überhaupt bemerkt.
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