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Schweiz Warum sterben Bienen?

Der Bundesrat muss bis Ende 2015 wissen, warum Bienen sterben und was dagegen unternommen werden kann. Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat die entsprechende Motion angenommen.

Eine Biene auf einer Blüte
Legende: Weltweit wird die Zahl der Bienenarten auf rund 20'000 geschätzt. In Europa sind etwa 700 Arten heimisch. Colourbox

Der Bundesrat muss in den nächsten zwei Jahren die Ursachen des Bienensterbens untersuchen lassen und die nötigen Schutzmassnahmen ergreifen. Der Ständerat hat eine entsprechende Motion angenommen. Zuvor sagte dazu bereits die grosse Kammer Ja.

Die Motion stammt von der Umweltkommission des Nationalrats. Ziel der Motion ist es neben dem Schutz der Bienen auch, unbegründete Verbote von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden.

Pflanzenschutzmittel stehen etwa im Verdacht, die Bienen zu schwächen und damit anfälliger zu machen für die Varroa-Milbe. Der Parasit gilt als Hauptursache für die grossen Verluste von Bienenvölkern, die in den vergangenen Jahren weltweit zu beobachten sind.

Der Bund entschied in diesem Jahr, den Einsatz von drei Wirkstoffen ab Anfang Dezember vorerst für zwei Jahre zu suspendieren. Die Wirkstoffe werden zur Vorbehandlung von Saatgut eingesetzt. Damit folgte er einem Entscheid der EU-Kommission.

Mit ihrer Motion will die nationalrätliche Umweltkommission nun den «maximalen Nutzen» aus dieser Suspendierung ziehen. In dieser Zeit müssten fundierte Massnahmen zur Bienengesundheit erarbeitet werden. Der Vorstoss wurde im Ständerat oppositionslos angenommen.

Auch Bundesrat einverstanden

Der Bundesrat ist mit den Forderungen des Parlaments einverstanden. Zwar würden bezüglich des Bienensterbens bereits zahlreiche Anstrengungen unternommen, hielt er fest. Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann wies im Rat unter anderem auf den nationalen Bienengesundheitsdienst sowie auf den Lehrstuhl für Bienenfragen an der Universität Bern hin. Dieser wird vom Bund mitfinanziert.

Mit dem vom Parlament verlangten Aktionsplan kann laut Bundesrat auch festgestellt werden, ob Synergiepotenzial besteht und ob weitere Massnahmen notwendig sind.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von ShinShendo Weber, Binningen
    Eine visionsträchtige Erklärung für die Fachwelt und der Öffentlichkeit. Bienen sind hochsensible Tiere, welche ja bei ihrer Arbeit und vorallem bei ihren Flügen auf Pollenstaubsuche auf ihre seismographische Fähigkeiten angeswiesen sind. Die überbelastenden Tatsache von Verkehr, Aktivitäten, Strohmnetze und Strahlen stört deren seismographische Fähigkeiten; dies wiederum deren Nervenzentrum und Lebensfunktion. Als Folge davon sterben sie; das hat somit nichts mit Milben oder Pestizide zu tun.
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Wer weis, vielleicht sind auch die UMTS-Antennen oder das abnehmende Erdmagnetfeld die Ursache für das Bienensterben. Nur, wieviele JungimkerInnen gibt es in der CH und wieviele hören altersbedingt auf?
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Dagegen spricht:die Stadtimkerei boomt+Stadtbienen sind widerstandsfähiger gegen die Varroamilbe als die auf dem Land,wo agrarindustrielle Ödnis herrscht.Monokulturen,überall Blütenmangel durch(Über)düngung,Herbi-/Pestizide,Schnitt der Ökowiesen+damit der Insektennahrung schlagartig alle am 15.6.,wenn Grasfalterräupchen noch fressen,unverpuppt od.ausgeflogen sind.In der Stadt finden Bienen mehr Lebens-/Nahrungsraum:Balkone,Gärten,Parks,Friedhöfe,bepflanzte Dächer,Bahngelände,Verkehrsinseln usf.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Die Varroamilbe gehr an Honigbienen,nicht an die ca.600 Wildbienenarten,die wir hier in der Schweiz hätten,wäre nicht ein Teil von ihnen schon ausgestorben,fast der ganze Rest wie Reptilien+Amphibien stark gefährdet.Wildbienen werden dezimiert durch Schmarotzerbienen,-wespen ua Insekten,Milben,Spinnen usf.Gefährdet sind sie aber bes. durch den Menschen,seine Bauwut>Zerstörung der Lebensräume,exotische Gärten,ausgeräumte,überdüngte+vergiftete Landschaften,nach wie vor wertlose Ausgleichsflächen.
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  • Kommentar von M. Tisserand, Schweiz
    Diese Arbeit wurde ja schon mehrfach durchgeführt und es gibt auch seriöse Dokus dazu. Ich hoffe, dass bei diesem Bericht mehr herauskommt, als bei AKW-Berichten. Auf gut Deutsch: die Wahrheit und nicht rein wirtschaftliche Entscheide!
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    1. Antwort von M. Steiner, ZH
      Die Tatsache, dass wir ein eigenes Abklärungszüglein fahren, obwohl es genügend Dokumentation gäbe, IST ein wirtschaftlicher Entscheid. Mal wieder zulasten der Natur und der Bürger. Wie immer. Der Berner filz ist nicht imstande, selbstbestimmt schnelle einschneidende Massnahmen zu beschliessen.
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