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«Watt d‘Or»-Gewinner Diese Familie baut den ersten serienreifen E-Traktor Europas

Für die Innovation haben Vater, Mutter und vier Töchter zusammengearbeitet. Jetzt gibt es einen Preis des Bundes.

«Die Entwicklung des Elektrotraktors war ein langer Prozess mit Rückschlägen», sagt Theres Beutler-Knüsel. Die zweitälteste Tochter der Familie Knüsel ist Geschäftsführerin der Rigitrac AG. Vor zehn Jahren übernahm sie die Leitung des Unternehmens, das ihr Vater in den 1970er-Jahren als Einmannbetrieb gestartet hatte.

Sechs Personen stehen in einer Reihe vor einem Gebäude.
Legende: Die Eltern Sepp und Marlis Knüsel mit ihren Töchtern Edith Winter-Knüsel, Theres Beutler-Knüsel, Doris Knüsel und Ruth Durrer-Knüsel. SRF

Neben der Mutter sind auch die drei Schwestern der Geschäftsführerin in die Firma eingestiegen. Eine ist für den Einkauf zuständig, die Zweite für die Werbung und das Personal, die Dritte kümmert sich um die Buchhaltung. Insgesamt hat das KMU heute rund 45 Mitarbeitende.

Solarstrom vom Dach in den Traktor

Die vielen Solaranlagen auf den grossen Stalldächern hätten sie auf die Idee mit dem vollelektrischen Traktor gebracht, erzählt Theres Beutler-Knüsel rückblickend. «Wir sagten uns: Das wäre genial, wenn der Strom direkt von den Betrieben genutzt werden könnte.»

Drei gelbe Traktoren vor einer RigiTrac-Garage.
Legende: Die Batterie der vollelektronischen Traktoren reicht sechs Stunden. SRF

2018 hatten sie zusammen mit der Universität Dresden ein erstes Testfahrzeug entwickelt. «Als wir anfingen, waren viele der nötigen Einzelteile noch gar nicht auf dem Markt», berichtet Geschäftsführerin Theres Beutler-Knüsel von den Schwierigkeiten. Manches hätten sie gemeinsam mit den Lieferanten entwickelt.

Exporte bis nach Norwegen

Inzwischen kann die Rigitrac in Küssnacht am Rigi den «SKE 40», wie der vollelektrische Traktor heisst, in Serie herstellen. Das ist eine Premiere in Europa – und für das Bundesamt für Energie der Anlass, die Firma mit dem «Watt d‘Or» auszuzeichnen. «Eine grosse Anerkennung, die uns zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind», freut sich Theres Beutler-Knüsel.

Die Gewinner des «Watt d‘Or» 2026

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Das Bundesamt für Energie rief den «Watt d‘Or» vor 20 Jahren ins Leben, um aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich auszuzeichnen. Ein Preisgeld gibt es nicht.

Die Rigitrac AG erhält den Preis in der Kategorie Energieeffiziente Mobilität. In den drei weiteren Kategorien haben gewonnen:

Energietechnologien: Innovations Lab Gaznat aus Aigle (VD)

Erneuerbare Energien: Endogio Holding AG mit einer alpinen Fassaden-Solaranlage in Fiesch (VS)

Gebäude und Raum: Hobelwerk Areal in Oberwinterthur (ZH)

Dieses Jahr vergibt der Bund den «Watt d‘Or» zum letzten Mal, bevor er weggespart wird.

Der kleine Elektrotraktor ist inzwischen in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Dänemark und Norwegen unterwegs. Unter anderem setzen ihn Städte für Schneeräumungen oder bei der Strassenreinigung ein. In der Landwirtschaft kommt er im Gemüse- oder Rebbau zum Einsatz.

Schneepflug räumt verschneite Strasse.
Legende: Städte und Gemeinden setzten den Küssnachter Elektrotraktor auch für Schneeräumungen ein. SRF

Für Arbeiten mit schweren Maschinen, beispielsweise für das Ackern eines Feldes, ist der «SKE 40» zu schwach. Doch die Familie Knüsel arbeitet bereits am nächsten Streich: In zwei Jahren wollen sie eine grosse Variante ihres Elektrotraktors vorstellen.

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Regionaljournal Zentralschweiz, 8.1.2026, 17:30 Uhr ; 

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