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«We Love Muhammad» Wegweisung gegen neue islamische Kampagne

«We Love Muhammad» heisst die Kampagne, die «Lies!» abgelöst hat. Als erster Kanton schreitet nun der Aargau ein.

Legende: Video Neue Verteil-Kampagne von islamischen Aktivisten abspielen. Laufzeit 05:32 Minuten.
Aus 10vor10 vom 30.11.2017.

Sie gilt als Nachfolgeaktion der Koranverteilung «Lies!», die Kampagne «We Love Muhammad». Vermehrt sind in der Schweiz solche Aktionen zu beobachten, bei denen junge Männer die Biografie des Propheten Mohammed verteilen. Wie die Sendung «10vor10» berichtet, gab es Aktionen in Basel, Bern, Aarau sowie kürzlich erstmals auch in Biel.

Im Gegensatz zu den Standaktionen von «Lies!» – die vermehrt untersagt wurden und von den Initianten für beendet erklärt wurde – sind die Männer von «We Love Muhammad» mobil unterwegs. Sie tragen die Bücher auf sich, sind teils mit auf den Rücken geschnallten Plakaten ausgestattet.

Aktivisten kündigen an: Wir kommen wieder

Während «Lies!» die Politik stark beschäftige, verbreitete sich «We Love Muhammad» in den letzten Monaten ohne dass Widerstand seitens der Behörden bekannt wurde. Ein Kantons ist allerdings eingeschritten. Die Kantonspolizei Aargau hat Aktivisten weggewiesen, das bestätigte Kapo-Kommunikationschef Roland Pfister: «Wir haben im Juni zweimal solche Aktionen festgestellt und dabei fünf Personen kontrolliert und diese auch weggewiesen.»

Die Wegweisung untersagt den Aktivisten während neun Monaten, in Aarau Mohamed-Biografien zu verteilen. Der Aargau ist der erste Kanton, der diesen Weg beschreitet. Im Kanton Bern wurden die Aktivisten bisher nur kontrolliert, ebenso in Basel.

Der Leiter der Aktion wollte «10vor10» kein Interview geben. Die Wegweisung durch die Kantonspolizei Aargau habe man akzeptiert, keinen Rekurs eingelegt. Der Leiter von «We Love Muhammad» in der Schweiz kündigt aber an: Nach Ablauf der Wegweisung werde man im Kanton Aargau weitermachen. Es ist dann mit einer erneuten Wegweisung durch die Polizei zu rechnen.

Nachrichtendienst bestätigt personelle Verbindungen zu «Lies!»

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) erklärte auf Anfrage, die Strassenaktionen seien bekannt. Nach dem Verbot von «Lies!» in Deutschland Ende 2016 hätten sich in der Schweiz mehrere Personen, die «Lies!» nahe standen, danach an Verteilaktionen von «We Love Muhammad» teilgenommen, schreibt der NDB. Weiter schreibt der NDB, er verfüge derzeit über keine Hinweise betreffend Bezüge von mutmasslichen oder erwiesenen Schweizer Dschihadreisenden zur Kampagne «We love Muhammad». Die Bundesanwaltschaft (BA) erklärte gegenüber «10vor10», sie führe keine Strafverfahren gegen Personen, welche in Verbindung mit der Aktion stünden.

Der bekannte Deutsche Psychologe Ahmad Mansour, der sich seit Jahren gegen Radikalisierung engagiert, sieht dennoch ein Problem in der Aktion. Mit dem Buch der Biografie des Propheten werde ein Islamverständnis verbreitet, das Menschen «entmündigt». Es zählte nur die Vorgabe aus dem Koran und der Biografie. «Das was du denkst, deine Gedanken sind unwichtig», sei die Botschaft, so Mansour.

Der Leiter von «We Love Muhammad» in der Schweiz sagte gegenüber «10vor10», die Biografie sei ein wichtiges Mittel, um den Koran verstehen zu können. Gewalt lehne er ab.

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69 Kommentare

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  • Kommentar von I. Bürgler (I.Bürgler)
    Wer bei uns die Scharia als mögliches anwendbares Recht innerhalb oder ausserhalb der Familie in unserem Lande verbal oder schriftlich verbreitet, handelt strafbar gegen die Verfassung und das Grundgesetz der Schweiz . In der Schweiz sind Religionen die keine Gewaltentrennung von Staat und Kirche anerkennen, staatsgefährdend und verboten. Jedem, der dieses Grundgesetz hier missachtet, sollte die Aufenthaltsbewilligung entzogen werden (wenn sie nicht schon bereits eingebürgert sind!?!).
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Da verwechseln Sie aber Wunsch mit Realität. In der Schweiz besteht Meinungs- und Religionsfreiheit. Die meisten Religionen, auch zB die Katholische, kennen eigentlich keine Gewaltentrennung von Staat und Kirche. Und ich habe noch nie davon gehört, dass die Katholische Kirche in der Schweiz verboten ist. Zudem gibt es in der Schweiz kein Grundgesetz.
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  • Kommentar von Ernst U. Haensler (ErnstU)
    An vielen Stellen steht im Koran : Tötet die Ungläubigen. Punkt ! Genau so und es ist auch nicht aus dem Zusammenhang gerissen wie ängstliche behaupten !
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Wenn Sie einen einzelnen Satz aus einem dicken Buch zitieren ist das für Sie nicht aus dem Zusammenhang gerissen? Echt jetzt?
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  • Kommentar von Michael Räumelt (Monte Verita)
    Der Islam unterscheidet sich von allen anderen Religionen. Er ist von Ursprung und Geschichte her eine Staats-Religion. Die Scharia soll Recht und Politik beherrschen. Mohammed war nicht nur ein Religionsstifter wie Jesus Christus etc., sondern auch der politische Herrscher eines islamischen Staates. Zugleich war er Heerführer, der im "Namen Allahs Krieg gegen nicht-islamische Völker führte".
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    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Machen Sie halblang. Die Christentümer haben sich auch noch nicht gerade mache Wegstunde vom Totalitarismus entfernt. Es geht NICHT um den qualitativen Vergleich zwischen zwei sich im Kern der Lehre und ihren Defiziten sehr ähnlichen Religionen, sondern um die Wahrung unserer bestehenden, demokratisch verfassten Zivilgesellschaft.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Mit den gleichen Worten hat man in Ihrer Heimat im letzten Jahrhundert begründet warum man Menschen einer anderen Religion nicht dieselben Rechte wie den Deutschen zugestehen muss. Die Folgen waren Millionen Tote auf allen Seiten.
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