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Andrea Gmür tritt als Präsidentin der Mitte-Fraktion zurück
Aus Echo der Zeit vom 22.03.2021.
abspielen. Laufzeit 04:39 Minuten.
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Wechsel in der Mitte Der kurze Auftritt von Andrea Gmür als Mitte-Fraktionschefin

Nach nur einem Jahr geht die Chefin der anspruchsvollen Mitte-Fraktion. Andrea Gmür will wieder mehr Ständerätin sein.

Vor einem Jahr noch war die Freude bei Andrea Gmür gross: Sie hatte die Kampfwahl ums Fraktionspräsidium gegen den Luzerner Nationalrat Leo Müller gewonnen: «Ich kann es noch gar nicht richtig realisieren. Es war eine emotionale Sache. Ich freue mich ausserordentlich, und bin mir sehr wohl bewusst, dass jetzt sehr viel Verantwortung auf meinen Schultern lastet.»

Inzwischen ist diese Verantwortung zur Bürde geworden: Das Amt habe ihr zwar gefallen, aber noch wichtiger sei für sie die Arbeit als Ständerätin für den Kanton Luzern – und die sei zu kurz gekommen, sagt Andrea Gmür heute: «Ich bekam in den letzten Monaten zunehmend den Eindruck, dass ich meine eigentliche Aufgabe als Ständerätin zu wenig wahrnehmen und mich zu wenig auf meine politischen Geschäfte einlassen und vorbereiten konnte. Deshalb dieser Rücktritt.»

Ich bekam zunehmend den Eindruck, dass ich meine eigentliche Aufgabe als Ständerätin zu wenig wahrnehmen konnte.
Autor: Andrea GmürStänderätin

Ausserdem sei es besser, wenn jemand aus dem Nationalrat die Fraktion führe, so Gmür weiter. Mitte-Parteipräsident Gerhard Pfister bedauert den Rücktritt von Gmür: «Sie hat diese Arbeit ausgezeichnet gemacht und die Fraktion sehr gut vertreten.»

Sie hat diese Arbeit ausgezeichnet gemacht und die Fraktion sehr gut vertreten.
Autor: Gerhard PfisterMitte-Präsident
Die Luzerner Ständerätin tritt als Fraktionschefin der Mitte zurück.
Legende: Die Luzerner Ständerätin tritt als Fraktionschefin der Mitte zurück. Keystone/Archiv

Die Mitte-Fraktion ist die drittgrösste im Parlament und spielt damit oft eine entscheidende Rolle bei politischen Entscheiden. Die Fraktion ist jedoch in vielen Fragen gespalten und deshalb wohl nicht immer einfach zu führen. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger von Andrea Gmür soll in den kommenden Tagen beginnen.

Einschätzung von Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt

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Die Rücktrittsbegründung von Andrea Gmür würde ich unter dem Stichwort «Gesichtswahrung» abbuchen. Sie war fraktionsintern umstritten, und vor allem im Ständerat hat man ihre Eignung stark angezweifelt. Auch stimmte die Chemie mit Präsident Gerhard Pfister immer weniger.

Mit Pfister ist ein Alphatier an der Parteispitze. Er will deutlicher erkennbar machen, was die «Mitte» eigentlich will. Gmür hat es nicht geschafft, dieses Profil zu schärfen. Gerade beim Streit ums Covid-Gesetz hinterliess die Fraktion einen konfusen Eindruck.

Mit Gmür hatte die Fraktion zwar eine mediengewandte Chefin mit gutem Auftritt nach aussen. Viel wichtiger wäre die Wirkung nach innen gewesen, ist die Fraktion doch in vielen Fragen gespalten. Da braucht es eine starke Autorität, damit die Differenzen nicht dominierend werden.

Die «Mitte» ist vor allem im Ständerat mit gewichtigen Persönlichkeiten stark vertreten und sitzmässig sogar die stärkste Partei. Eine Nachfolge aus dem Ständerat würde also Sinn ergeben.

Echo der Zeit, 22.03.2021, 18:00 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Es ist zu begrüssen, dass sich Mitte-Parteien nun zusammenschliessen und eigene Initiativen ergreifen statt immer nur auf die Themensetzung durch die Polparteien zu reagieren. Der Gewinn von Volksabstimmungen zu eigenständig formulierten Lösungsvorschlägen würde den Stellenwert der Mitte-Parteien enorm verbessern.
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Bei den durch das Parlament verabschiedeten Kompromissen, die oft von den Mitte-Parteien in aller Eile formuliert werden, sind meist die immer stärker werdenden Polparteien nicht zufrieden. Deshalb scheitern diese Kompromiss-Lösungen auch oft beim Volk. Weil sie zurzeit keine Mehrheit haben, sind die Mitte-Parteien gezwungen, sich im Parlament einmal nach links und ein anderes Mal nach rechts zu bewegen. Das ist wahltaktisch keine attraktive Position, für den politischen Fortschritt aber nötig.
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Die Mitte liegt immer irgendwo zwischen Links und Rechts und kann gar nie eine Partei mit scharfen Konturen sein. Wer klare Vorstellungen und Prioritäten hat, wird sich nie einer Mitte Partei anschliessen. Die Wahrheit liegt meistens nicht in der Mitte, die Mitte ist bloss eine Vorstellung, welche es in der Wirklichkeit kaum gibt. Entweder haben wir ein Problem mit dem Trinkwasser oder wir haben kein Problem damit, da gibt es z.B. keine Mitte.