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Italienische Massnahmen verunsichern das Tessin
Aus Echo der Zeit vom 08.03.2020.
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Wegen Coronavirus Italienische Massnahmen verunsichern das Tessin

Nach dem Dekret der Regierung ist in Italien vieles noch unklar. Dies sorgt wiederum im Tessin für Verunsicherung.

Direkte Konsequenzen haben die italienischen Massnahmen auf die Schweiz, konkret das Tessin. Die Menschen in Chiasso sind verunsichert, was die italienischen Massnahmen für ihren Alltag bedeuten. Sie sind es gewohnt zu Fuss über die Grenze zu gehen. Ein Mann auf der Schweizer Seite fragt mit Blick auf Italien: «Kann ich noch weiter gehen? Ich will nachsehen, ob ich noch über die Grenze gehen könnte.»

Ja, man kommt auch zu Fuss problemlos über die Grenze, in beide Richtungen. Das sei gut, sagt eine ältere Schweizerin: «Ich muss in die Pasticceria drüben in Italien. Aber meine Tochter hat gesagt, ich solle nicht gehen, sonst werde ich noch in Italien blockiert bleiben.»

Hoffen wir das Beste. Ich bin ja schon vieles gewohnt von der italienischen Regierung, bleiben wir positiv.
Autor: Alessandra MaskoloGrenzgängerin

Besonders verunsichert sind die vielen Grenzgänger, die jeden Tag über die Grenze kommen, um im Tessin zu arbeiten, auch am Sonntag. Ein Drittel des Personals im Tessiner Gesundheitssektor kommt aus Italien. In der Hotellerie und auch im Gastgewerbe arbeiten Tausende von Grenzgänger und Grenzgängerinnen.

Eine von Ihnen ist Alessandra Maskolo. «Das ist alles total verrückt», sagt sie. «Ich habe mit Grenzkontrollen gerechnet, jetzt kam ich einfach so in die Schweiz rein. Diese Arbeit hier ist meine Lebensgrundlage. Hoffen wir das Beste, ich bin ja schon vieles gewohnt von der italienischen Regierung, bleiben wir positiv. Das wird schon alles schiefgehen.»

Tessiner Wirtschaft kann aufatmen

Am frühen Abend kam dann Klarheit in die Sache: Der Bund hat informiert, dass die Grenze zu Italien für Grenzgänger offenbleibt. Diese müssten aber einen Ausweis dabei haben, der dokumentiert, dass sie im Tessin arbeiten. Für alle anderen Reisegründe gibt es strenge Einschränkungen, für den Warenverkehr bleibt die Grenze offen.

Die Verantwortlichen der Tessiner Gesundheitssysteme und der Tessiner Wirtschaft können also aufatmen. «Deshalb ist die Situation vorläufig unter Kontrolle», sagt der Direktor der Tessiner Handelskammer, Luca Albertoni.

Italien macht für die Grenzgänger, die ja auch für Italiens Wirtschaft sehr wichtig sind, die Grenzen zur Schweiz also nicht dicht. Ganz anders sieht es aber für die Züge aus. Die Centovalli-Linie von Domodossola nach Locarno zumindest ist seit heute eingestellt. Die SBB-Züge fahren dagegen weiterhin nach Italien.

Echo der Zeit, 8.3.2020, 18:00 Uhr; hesa

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Was bedeutet die Massnahme für das Tessin?
Aus Tagesschau vom 08.03.2020.
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23 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Sommer  (praemienverbilligung.org)
    Viele Menschen werden im Tessin und der Schweiz sterben, wenn weiterhin täglich 68'000 Grenzgänger in die CH reisen. Aber die Menschen sind erleichtert! Die med. Versorgung könnte man in ein paar Tagen umorganisieren (Armee, Zivilschutz und Ressourcen andere Kantone). Wie blind doch das Tanzen um das goldene Kalb der Wirtschaft macht. Die Leviten werden keine Menschen erschlagen (goldenes Kalb), aber sie werden vom Virus dahin gerafft. Die Schweiz opfert Senioren auf dem Altar der Wirtschaft!
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    1. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      @prämienbewilligung: Sie wünschen sich eine Inselschweiz. Mit einer Grenzschliessung zu Italien lassen sich die Coronaviren nicht aufhalten, höchstens zeitlich ein klein bisschen verzögern. Unwesentlich für Schweizer Verhältnisse. Unausweichliches lässt sich damit nicht verhindern, höchstens ein klein bisschen hinausschieben. Es ist hingegen typisch, dass Lega und andere Rechtsaussen dies fordern. Sie wünschen sich eben eine Inselschweiz. Und wollen die Kündigungsinitiative durchboxen!
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  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Die einzige zuverlässige Mortalitätskennzahl in einer laufenden Epidemie ist das Verhältnis
    Tote/Abgeschlossene Fälle = Tote / (Tote + Genesene).
    Diese Kennzahl abgeschlossener Fällen ist von gestern auf heute in Italien sprunghaft um 9% angestiegen, von gestern 28.3% auf heute 37% = 366 Tote / (366 Tote + 622 Genesene).
    In China liegt dieses Verhältnis bei 6%.
    Daten: Corona Dashboard Johns Hopkins Uni
    https://systems.jhu.edu/research/public-health/ncov/
    Methodik: Worldometer/AmJournEpid
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    1. Antwort von Jörg Frey  (giogio)
      Glauben Sie den Chinesen irgendetwas?
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    2. Antwort von Richard Limahcer  (Limi)
      Sie nehmen an, dass die Erkrankten am selben Tag entweder genesen oder sterben. Die Steigerungsrate der erfassten Krankheitsfälle weicht seit dem 1. März von derjenigen der Todesfällen nach unten ab. Am 7. und 8. März gibt es eine Abflachung der Genesenen. Also werden seit dem 1. März schlicht zuwenig Erkrankte erfasst. https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Epidemie_in_Italien
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  • Kommentar von Fritz Zobrist  (fjzo)
    Es ist fahrlässig, geradezu grobfahrlässig im Moment bis Ende März die Grenze zu Italien und Frankreich nicht zu schliessen. Die wirtschaftlichen Folgen sind zur Zeit zweitrangig.
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    1. Antwort von Jörg Frey  (giogio)
      . . . . solange man eine Rente hat und nicht sein Leben mit harter Arbeit und Lohn verdienen muss!
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    2. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      @Zobrist, womöglich wünschen auch Sie sich eine Inselschweiz. Aber mit einer Grenzschliessung zu Italien und Frankreich lassen sich die Coronaviren nicht aufhalten, maximal ein bisschen verzögern. Typisch hingegen, dass Rechte und solche von Rechtsaussen wie die Lega dies fordern. Sie wünschen sich eine Inselschweiz und wollen schliesslich die Kündigungsinitiative durchboxen - da scheinen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen wirklich zweitrangig zu sein! (2. Anlauf, 1. 12:15h)
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