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Wegen Klimaerwärmung Blattbildung beginnt in den Alpen immer früher

Legende: Video Studie zur Blattbildung in den Alpen abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 26.12.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Blattbildung gewisser Bäume beginnt in den Schweizer Alpen immer früher.
  • Der Grund dafür: Die Temperaturen zwischen den Alpen und dem Flachland haben sich in den letzten 50 Jahren immer mehr angeglichen.
  • Das zeigt eine umfassende Studie der Universität Neuenburg. Die Forscher begründen die Veränderung mit der globalen Erwärmung.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, welches das Team von Professor Yann Vitasse von der Uni Neuenburg entdeckt hat: In den Alpen setzt Blattbildung von Lärche, Hasel oder auch Fichte im Frühling immer früher ein. Um aus der Winterruhe zu kommen, brauchen die Knospen der Bäume eine Temperatur zwischen 0 und 8 Grad.

Yann Vitasse von der Universität Neuenburg erklärt die Ergebnisse der Studie: «Wir haben festgestellt, dass die Ruhephasen wegen der Klimaerwärmung in den tiefen Lagen immer später eintritt. In den Alpen dagegen erhöht der Klimawandel die Temperatur und somit beginnt die Blattbildung dort immer früher. Also ist die Ruhephase schneller vorbei.»

Diagramm
Legende: SRF

Die Folge: Noch Anfang der 1960er-Jahre verzögerte sich die Blattbildung der Bäume um rund fünf Wochen zwischen dem Flachland und den Bergen. Heute beträgt dieser Unterschied nicht mehr als drei Wochen. Dies hat Auswirkungen auf das Futter der Gämsen und Steinböcke.

Folgen für die Tierwelt

«Da sich der Frühling zwischen dem Flachland und den Bergen verkürzt, entwickelt sich die qualitativ hochwertige Nahrung für Huftiere weniger gut», erklärt Vitasse. Die Forscher analysierten über 20'000 Beobachtungen, die seit 1960 von Freiwilligen gemacht und von Météo Suisse gesammelt wurden.

Silvia Menu ist seit zwei Jahren Teil dieses Freiwilligen-Netzwerks: «Die Beobachtung dient hauptsächlich dazu, an welchem Datum sich Blätter oder Knospen bilden, wann sich die Blätter verfärben oder herunterfallen. Wir markieren rund ein Dutzend Bäume.» Bäume im Klimawandel – ohne Freiwillige wäre diese Forschung nicht möglich gewesen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Dieser "reisserische" Titel will einmal mehr (ohne ausführliche Studienwerte!) eine Hysterie aufrecht halten! Wer sich die erdgeschichtlichen Entwicklungen auch nur aus dem "einstigen Schulbuch" vor die Augen führt, weis, welche unglaublichen Veränderungen und Klimaverschiebungen es auf unserem Planeten schon gab und immer wieder geben wird! Dieser "einseitige" und nur aus hysterischen Behauptungen abgefassten Artikel ist eine rein ideologische "schwarz/weiss-Ansicht"!
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Es gibt keine Hysterie, die Klimaerwärmung ist seit Jahrzehnten ein Thema. Richtig, es gab immer schon Klimaveränderungen, aber noch nie waren diese so schnell und so extrem, und vorallem war noch nie der Mensch daran Schuld. Sie erwähnen ja gerne Eiszeiten; aktuelle Forschungen beweisen, dass die nächste Eiszeit wegen der Klimaerwärmung nicht stattfinden wird. Nüchterne Fakten reichen bei der Klimaerwärmung, reisserische Titel sind aufgrund der Grössenordnung der Bedrohung gar nicht nötig.
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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Dieser Trend ist doch ein Faktum seit Jahrhunderten. Komisch auch die Gegenüberstellung von späterer Ruhephase unten und früherer Blattbildungphase oben, denn andere Studien zeigen logischerweise auch frühere Blattbildung unten und spätere Ruhephasen oben. Eine sehr diffuse und unsystematische "Studie", die wohl einmal mehr nur den Zweck hat, die Klimahysterie zu schüren. Auch ist sehr unklar, weshalb ein etwas weniger rüdes Klima die Futtersituation für Huftiere negativ beeinflussen soll.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Wieso diffuse und unsystematische Studie? Ist nur alles richtig und gut was ihnen so in den Kram passt?
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    2. Antwort von Mark Walter (mwal)
      Diffuse sind höchstens Ihre "Fakten". Mit Sicherheit gibt es zu diesem Thema keine wissenschaftlich zuverlässigen Daten die Jahrhunderte zurückgehen. Vielleicht sollte man die Studie in voller Länge lesen bevor man vorschnell urteilt. @SRF, zu gutem Journalismus würde wohl gehören wenigstens den Originaltitel der Studie oder das Journal in dem es publiziert wurde zu referenzieren.
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    3. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Hr. Dupont, können Sie erklären wer eine vergleichbare Studie vor einigen 100 Jahren durchgeführt und dokumentiert hat? Nur dann könnten Sie ja Ihre Behauptung aufrechterhalten.
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    4. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Urs Dupont, ich frage mich, warum Sie für Konzerne, die unsere Welt zerstören hier blinden Lobbyismus betreiben? Die Wissenschaftler sind sich schon lange einig, weil der Klimawandel tausendfach bewiesen ist. Was Sie schreiben hat nichts mit den klaren Fakten zu tun. Wir brauchen keine Hysterie, sondern Veränderungen und Lösungen.
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    5. Antwort von Manfred Aregger (Manare)
      Hr. Dupont ist recht zu geben, dass solche Meldungen über solche Studien lediglich zur Bewirtschaftung des Begriffs «Klimaerwärmung» dienen, letztlich als Werbung für neue Wirtschaftszweige und zusätzliche Steuern. Dass eine frühere Blattbildung ein merkwürdiges Phänomen sein soll, darauf wäre sonst niemand gekommen ;-) Da gäbe es doch ganz andere Probleme (wie Kriege, Ausbeutung, Umweltgifte, Überbevölkerung etc) die unseren Planeten ernsthaft gefährden.
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    6. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Hr. Aregger, in anderen Fällen, wenn Behauptungen zur Klimaerwärmung im Raum stehen, monieren Leute wie Sie und Hr. Dupont gern fehlende Fakten dazu. Nun liefert wie schon oft wieder jemand belastbare Fakten, und flugs behaupten Sie es gehe nur um Bewirtschaftung des Begriffs. Sie können es offenbar einfach nicht vertragen dass Sie mit Ihren Vermutungen daneben liegen.
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