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Weihnachten im Wald? Ja, aber bitte mit Einschränkungen
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 22.12.2020.
abspielen. Laufzeit 02:16 Minuten.
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Weihnachten im Freien Feiern im Wald kann für Tiere schädlich sein

Waldweihnachten wegen Corona: Eine gute Idee. Aber nicht nur. Den Tieren zuliebe sollte man einige Regeln beachten.

Den Glühwein für einmal statt in der heimischen Küche draussen an einer Feuerstelle trinken, die Verwandten statt am Stubentisch auf einen Spaziergang im Wald treffen: Das raten die Behörden, damit das Weihnachtsfest nicht zum allgemeinen Superspreader-Anlass verkommt.

Doch der behördliche Ratschlag hat auch seine Tücken. Förster sorgen sich um die Wildtiere. Denn wenn die Menschen vermehrt im Freien zusammenkommen, kann das negative Nebenwirkungen haben. «Die Ruhe, die wir Menschen im Wald suchen, benötigen die Wildtiere auch», sagt etwa Bruno Röösli, Abteilungsleiter Wald beim Kanton Luzern.

Drei Hirschkühe auf Futtersuche im Schnee
Legende: Sie sind auf winterliche Ruhe angewiesen: Drei Hirschkühe auf Futtersuche. Keystone

Den Heiligen Abend im Wald zu feiern kann sogar eine richtig schlechte Idee sein. Denn in der Dämmerung und in der Nacht reagierten die Tiere besonders sensibel auf Störungen. Erst recht in einer Zeit, die für sie grundsätzlich schon stressig ist. «Im Winter ist die Nahrung begrenzt, die Tiere sind entweder im Winterschlaf oder in der Winterruhe und müssen ihre Aktivitäten und ihren Stoffhaushalt zurückfahren», erklärt Röösli.

Jede Störung bedeutet zusätzlichen Stress und Energieverlust. Das schwächt die Tiere.
Autor: Bruno Röösli

Trotz aller Vorbehalte: Man wolle den Leuten nicht verbieten, sich im Wald aufzuhalten. Aber es sei wichtig, dass sie einige Regeln beachteten:

  • Bleiben Sie möglichst auf den Hauptwegen.
  • Meiden Sie besonders dichte Jungwuchsbestände von Tannen und Fichten. Diese sind häufig Rückzugsgebiete für Rehe.
  • Richten Sie sich auf offiziellen Plätzen ein.
  • Falls Sie Dekorationen anbringen möchten, dann bitte nur an Bäumen am Wegrand.
  • Verzichten Sie auf laute Musik und helle Beleuchtung.
  • Hinterlassen Sie keinen Abfall im Wald.
  • Führen Sie Hunde an der Leine.
  • Schauen Sie den Wetterbericht an: Wenn Sturmböen angesagt sind, gehen Sie besser nicht in den Wald.
  • Beachten Sie die Hinweise auf den offiziellen Plakaten.

Werden die Regeln befolgt, steht dem weihnächtlichen Vergnügen im Wald eigentlich nichts im Wege. Dann kommt es nur noch darauf an, dass sich die Leute gut verteilen. Denn «der Wald soll kein Rummelplatz werden», sagt der oberste Luzerner Förster Bruno Röösli und hat dazu noch einen letzten Tipp parat: «Am besten ist es, wenn Sie Ihre Tour in den Wald von Zuhause aus zu Fuss machen.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 23.12.2020, 06.31 Uhr;

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Achim Frill  (Africola)
    "Waldweihnacht" ist ein kitschiges Klischee, das nur von den Medien befeuert wird. Ich jedenfalls kenne nicht einen, der heute mit Kind und Kegel in den Wald stapfen wird, um dort bei Feuer und Glühwein einen auf Friede-Freude-Eierkuchen-Romantik zu machen. Und zu den Naturfanatikern: in unserer überökologisierten und völlig verzerrten Sicht auf Fauna und Flora scheint ein zertretenes Blümlein oder ein aufgescheuchtes Bambi für manche Zeitgenossen die allergrösste Katastrophe zu sein.
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  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Ja, aber wenn man zu Hause bleibt könnte man die Nachbarn stören. Gibt es da auch noch von dieser Tips? Frage mich eigentlich wie das für dem Wild ist, wenn die gleiche besorgten Förster mit lärmende Motorsäge ihre Bäumen mit noch mehr Krach fällen?!
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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Im Wald ist es nicht immer so still, und wenn es kalt und dunkel ist, ist es kein angenehmes Erlebnis. Besser im kleinen Kreis zuhause feiern, statt in Horden den Wald aufzusuchen.
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