Weihnachten in der Zivilschutzunterkunft

Viele Asylsuchende in der Schweiz werden die Feiertage in Zivilschutzunterkünften verbringen müssen. Weil die Zahl der Migranten in den vergangenen Monaten stark zugenommen hat, greifen viele Kantone auf unterirdische Unterkünfte zurück.

Menschen halten ein Stop Bunker-Plakat Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Immer wieder kommt es zu Protesten gegen unterirdische Unterbringung, wie hier in Lausanne. Keystone

Im Kanton Aargau wollten die Behörden eigentlich verhindern, dass
Asylsuchende in unterirdischen Anlagen wohnen müssen.

Jetzt aber ist klar: Es gab keine andere Möglichkeit, sagt die zuständige grüne Regierungsrätin Susanne Hochuli: «Wir mussten mehr Plätze schaffen. Und diese Plätze sind unterirdisch. Ich gehe davon aus, dass es besser ist ein Dach über dem Kopf zu haben und ein Bett am Abend als im Freien übernachten zu müssen.» Nun müssen im Aargau rund 800 Personen die Festtage unterirdisch verbringen.

Bestens eingerichtet

Etwa gleich viele sind es in den Kantonen Bern und Zürich. Laut dem zuständigen Zürcher SP-Regierungsrat Mario Fehr ist das eine vertretbare Lösung: «Unsere Zivilschutzunterkünfte sind bestens eingerichtet. Viele Schweizer Armeeangehörige haben dort viele Diensttage verbracht. Meines Erachtens sind diese Unterkünfte selbstverständlich auch für Asylsuchende zumutbar.»

Keine Alternativen zu Bunkern

2:06 min, aus HeuteMorgen vom 24.12.2015

Und die Suche nach Unterkünften bleibe auch im nächsten Jahr schwierig, befürchten die zuständigen Regierungsräte. Viele unterirdische Zivilschutzanlagen dürften also auch künftig von Asylsuchenden bewohnt werden.