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Hoffnung für Blinde dank Optogenetik
Aus Tagesschau vom 24.05.2021.
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Weltweites Novum Blinder kann mit Hilfe von Gentech wieder Objekte erkennen

Ein Forscher der Uni Basel hat Augenzellen so umprogrammiert, dass ein Blinder wieder Objekte erkennt.

«Es ist ein Meilenstein», sagt Botond Roska, Co-Leiter des Basler Augenforschungsinstituts IOB. Ein seit Jahrzehnten erblindeter Patient konnte nach der Gentherapie in einem ersten Versuch zwar keine Zeitung lesen. Aber er erkannte Objekte, die vor ihm ausgebreitet waren.

Gentherapie macht's möglich

Gelungen ist die Weltpremiere einem internationalen Forschungsteam, zu dem auch Botond Roska gehört. Er hat am Durchbruch entscheidenden Anteil mit seiner Forschung im Bereich Optogenetik. Dabei werden Zellen der Netzhaut mittels Gentechnik so umprogrammiert, dass diese Lichtimpulse weiterleiten können.

Bei vielen Blinden ist eine Schicht der Netzhaut defekt. Daher können sie nichts mehr sehen. Mit der Optogenetik werden bisher nicht lichtempfindliche Zellen lichtempfindlich gemacht. Bei den modifizierten Zellen handelt es sich um jene der Ganglien. Die Ganglien transportieren die Informationen des Auges ans Gehirn. Eigentlich sind die Ganglien nicht lichtempfindlich, werden es aber nach der Gentherapie.

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IOB-Forscher Botond Roska: «Der Patient kann nach der Behandlung nicht wieder vollumfänglich sehen, aber Objekte wahrnehmen» (engl.)
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Vorteile der Gentherapie

«Die Ergebnisse der Studie sind vielversprechend, auch wenn sie nur von einem einzigen Patienten stammen», sagt SRF-Wissenschaftsredaktor Thomas Häusler. «Allerdings gibt es auch andere Verfahren, um Blinde wieder sehend zu machen.» Zum Beispiel, indem man Blinden einen Chip ins Auge einpflanze. «Welche Verfahren sich durchsetzen werden, kann man noch nicht sagen. Aber das optogenetische Verfahren hat sicher gute Chancen», so Thomas Häusler.

Der erfolgreiche Versuch mit dem Blinden, der dank der Optogenetik erstmals Gegenstände erkennen konnte, wurde am Montagabend in der renommierten Fachzeitschrift «Nature Medicine» publiziert.

Am IOB arbeiten rund 115 Forschende. Es wird vom Pharmakonzern Novartis, der Universität Basel, dem Unispital Basel und dem Kanton Basel-Stadt finanziert.

Regionaljournal Basel vom 24.05.2021, 17:30 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Hahnau  (Peter Hahnau)
    Stellt sich wieder die Frage, wo das Mensch-sein aufhört und das Gott-spielen anfängt.
    Die heutige Gesprächskultur lässt eine sachliche, konstruktive ethische Diskussion darüber wohl nicht zu.
  • Kommentar von Halbeisen Charles  (chh)
    Und wie jede neue Erkenntnis, kann Gentherapie auch zum Schlechten verwendet werden. Seien wir auf der Hut. Wenn man Kranke gesund machen kann, kann man auch Gesunde krank machen.
    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Und Leute die immer und überall das Schlechte sehen wollen, gibt es eben auch sehr viele.
    2. Antwort von Halbeisen Charles  (chh)
      @Müller. Ich habe nicht gesagt, diese Erfindung sei schlecht. Ich sehe das Gute durchaus. Und ich habe Reaktionen wie die ihre erwartet. Man hatte anfangs an den Röntgenstrahlen die Gefahren auch nicht gesehen. Beim Schuhmacher stand ein Röngtenapparat, in dem man die Knochen der Zehen sehen konnte. Selber erlebt.
    3. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Man kann mittels Gentechnik und Magnetoproteinen Dopaminausstoss provozieren. Zumindest bei Tieren ist das bereits möglich, und zwar mittels Magnetfeldern, remote. Da Dopamin der Neurotransmitter ist, der für Belohnungsgefühle zuständig ist, lässt sich so vielleicht verwirklichen, was uns das WEF verspricht: „you will own nothing, and you will be happy“.
    4. Antwort von Hans Müller  (HMU)
      Um Gesunde krank zu machen, braucht es keine komplizierten Verfahren. Wer an solchen Verfahren arbeitet, ist sich der Risiken bewusst und tut es sicher nicht, um irgendwem schaden zu wollen.
    5. Antwort von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
      Ja, dann ist Hopfen und Malz verloren. Solche Pessimistischen Menschen, haben es schwer, denn sich zu entscheiden ob das Glas halb voll ist oder doch halb leer, ist auch für Sie lernbar. Das Leben ist gefährlich, hatte immer Angst dass eines unserer 4 Kinder vom Wikeltisch fallen würde, wurde nie wahr, denn ich beobachtete, wie Sie von höherer Macht beschützt sind. Durfte lernen Vertrauen zu erneuern und ruhiger zu leben.
  • Kommentar von Peter Weierstrass  (PWeierstrass)
    Der gute Mann heisst Botond Roska, nicht "Boton" und auch nicht "Borond". Abgesehen: Genial, was die Gentechnologie leisten kann!
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Peter Weierstrass
      Guten Abend Herr Weierstrass
      Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert. Liebe Grüsse, SRF News