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Die Krux um die Berner Parkplätze
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 30.11.2021.
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Weniger Parkplätze Der Kampf um die blaue Zone in Bern spitzt sich weiter zu

Bern reduziert die Zahl der Parkplätze – auch wegen neuen Kehrrichtfahrzeugen. Was das für die Autofahrenden bedeutet.

Die Suche nach einem Parkfeld in der blauen Zone könnte sich in der Stadt Bern künftig verlängern: Die Regierung hat beschlossen, in den nächsten Jahren ungefähr 550 öffentliche Parkplätze aufzuheben. Der Grund: Neue Kehrichtfahrzeuge. Die Stadt möchte auf Elektromobilität umrüsten und die vorhanden Fahrzeuge ersetzen.

Legende: In Thun sind elektrische Kehrichtfahrzeuge bereits seit 2018 Realität. Die Stadt Bern will nachziehen. Keystone

Für die Kehrichtabfuhr der Stadt Bern taugliche Fahrzeuge sind 2.5 Meter breit, was die Durchfahrt auf Quartierstrassen erschwere, wenn nicht sogar verunmögliche. Deshalb müssten in vielen Quartierstrassen Parkplätze aufgehoben werden, argumentiert die Stadt.

Nun also sollen 550 Parkplätze in der blauen Zone weichen. Was heisst das konkret für die Autofahrenden in der Stadt Bern? Die Zahlen zeigen: Zwar stieg die Zahl der gemeldeten Personenwagen seit 2014 an, die Zahl der öffentlichen Parkplätze auf der Strasse sank im gleichen Zeitraum aber.

Dazu kommt, dass im gleichen Zeitraum auch das Interesse an Parkkarten stieg. Mit diesen kann man künftig für knapp 500 Franken pro Jahr in der blauen Zone parkieren. Mehr Autos, mehr Parkkarten, aber weniger verfügbare Parkplätze: Der Kampf um die öffentlichen Parkplätze dürfte sich also weiter zuspitzen.

Bittersüsse Alternative

Marieke Kruit, zuständige Gemeinderätin der Stadt Bern, sieht kein grosses Problem darin, dass es bald weniger öffentliche Parkplätze gibt. «Man darf die privaten Parkplätze nicht vergessen.» Tatsächlich: Rechnet man die Parkplätze auf privatem Grund und in Tiefgaragen hinzu, dann hat es in der Stadt Bern fast doppelt so viele Parkplätze wie gemeldete Personenwagen, nämlich rund 86'000 Parkplätze auf 51'000 Autos.

Legende: Blick ins Archiv: Bis 1999 war der Bundesplatz ein Parkplatz. Keystone

Private Parkplätze sind allerdings aus zwei Gründen unbeliebt: Sie sind wahrscheinlich nicht gerade um die Ecke, wo man selbst wohnt und sie sind massiv teurer, als eine Parkkarte für die blaue Zone. «Das führt dazu, dass selbst in neuen Quartieren, wo man mit dem Lift in die eigene Parkgarage könnte, die Leute lieber eine Parkkarte für die blaue Zone lösen», sagt die SP-Politikerin. Es herrscht dort also nicht ein genereller Parkplatz-Mangel, nur ein Mangel an günstigen Plätzen.

150 Franken pro Monat in einer Tiefgarage oder 500 Franken pro Jahr für eine Parkkarte: Diese Diskrepanz möchte die Stadt Bern künftig verkleinern. «Wir wollen die vorhandenen Einstellhallenplätze nutzen.» Wer nicht wisse, wo es in der Nähe der eigenen Wohnung solche Plätze habe, könne sich gerne beim Stadtberner Verkehrsdienst melden, so Kruit: «Wir helfen gerne.»

Wie viele Autos hat es künftig in Bern?

Nochmal ein Blick auf die Zahlen: Während im Vergleich zum Jahr 2014 im Jahr 2020 nun mehr Autos unterwegs waren auf Berns Strassen, so sank die Zahl zwischen 2018 und 2020. Für die Berner Gemeinderätin ist klar: «2018 wurde der Peak erreicht. Aktuell sind die Zahlen rückläufig.»

Ob dies so bleibt und die Anzahl Autos auch in Zukunft sinkt, ist natürlich offen. Die Wählerinnen und Wähler jedenfalls stimmen verkehrspolitisch meist rot-grün – im Sinne des Gemeinderats. Doch wenn es um die eigene Mobilität geht, ist die Betroffenheit anders. Klar ist: Es verschwinden weitere Parkplätze in Bern und eine Lösung, mit der alle zufrieden sind, gibt es bisher nicht.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 30.11.2021, 17:30 Uhr;

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59 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Userinnen und User
    Danke fürs Mitdiskutieren. Wir schliessen nun die Kommentarspalte und wünschen einen gemütlichen Samstagabend. Vielleicht bis morgen. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Vera Kehrli  (Vera Kehrli)
    „Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuss.“ sagt ein berühmter Spruch.

    Stimmt aber nicht mehr ganz, heute leben immer mehr ohne ein eigenes Auto und benützen Velo oder Scooter oder oder Füsse. Die brauchen auch Raum.
    1. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      Sie wollen wohl sagen die Stadtbevölkerung profitiert immer mehr von immer besseren Öv welche die Autofahrer auf dem Land mitfinanzieren müssen/dürfen während die Bevölkerung auf dem Land davon träumen kann das nur schon all die geschlossenen Bahnhöfe/Verbindungen endlich wieder geöffnet werden und man zT von einem Dorf ins Andere (5km) mit Öv fast 2h hat und dafür noch 59.20 bezahlen muss!
      Dafür darf sie sich von den Städtern mit ihrem 7min Takt anhören wie u ökologisch sie sich verhalten.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Daniel Gion: 2 Std. für 5 km für Fr. 59.20 ist vermutlich ein Extrembeispiel und nicht repräsentativ für andere Verbindungen. Ich würde hier über die Gemeinde oder den zuständigen Verkehrsverbund intervenieren. Auch dass kleine Bahnhöfe nicht mehr bedient werden ist normal. Heutzutage mit SBB-Apps und elektronischen Steuerungen braucht es das einfach auch nicht mehr und solche Jobs wären auch nicht mehr attraktiv. In den 70er Jahren wurden bereits die bedienten Barrieren wegrationalisiert.
  • Kommentar von Sancho Brochella  (warum?)
    Städte sollten soviele Plätze wie möglich als Park gestalten, sogenannte "Park-Plätze" ;-)