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Legende: Video Millionen an Rentenzahlungen gespart abspielen. Laufzeit 04:23 Minuten.
Aus 10vor10 vom 09.08.2019.
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Weniger Rentenzahlungen IV spart dank Wiedereingliederung hunderte Millionen

Neueste Berechnungen zeigen: Dank wieder in den Arbeitsmarkt eingegliederten IV-Bezügern spart die Invalidenversicherung jährlich über 700 Millionen Franken.

«Dass der eingesparte Betrag an Invaliditäts-Renten so hoch ist, hat uns überrascht», sagt der Präsident der IV-Stellen-Konferenz, Florian Steinbacher, im Interview mit SRF. Erstmals hat der Verbund aller kantonaler IV-Stellen berechnet, wieviel Rentenleistung mit Wiedereingliederung heute bereits eingespart wird. Die erstmaligen Berechnungen zur «Wirtschaftlichkeit der 4., 5. und 6. IV-Revision» liegen SRF exklusiv vor.

Einsparungen «konservativ berechnet»

Steinbacher bestätigt: «Seit 2004 konnten wir durchschnittlich 766 Millionen Franken an Rentenzahlungen einsparen – jedes Jahr. Insgesamt sind dies rund 10 Milliarden Franken.» Die Verwaltungskosten der Behörden für die Wiedereingliederung ist in diesen Zahlen bereits mit einberechnet. Laut einem externen Gutachten des Versicherungsinstitutes der Universität St. Gallen, sind die Zahlen der kantonalen IV-Stellen sogar noch «konservativ berechnet».

IV-Behörden personell am Anschlag

Doch laut Fachleuten sind viele IV-Stellen personell so am Limit, dass die Wiedereingliederung darunter leide. Steinbacher: «Wir haben seit 2013 einen Anstellungsstopp bei den IV-Stellen und gleichzeitig 30 Prozent mehr Anträge für eine Invalidenversicherung.»

Deshalb fordert die Vereinigung der kantonalen IV-Stellen mehr Personal – damit die Wiedereingliederung von Rentenbezügern zurück in den Arbeitsmarkt gestärkt werden kann.

SVP-Politiker: «Mehr Effizienz statt Personalausbau»

Sozialpolitiker und SVP-Ständerat Alex Kuprecht ist trotz der jährlich eingesparten 766 Millionen skeptisch. Kuprecht: «Die Invalidenversicherung muss enger mit dem Gewerbe zusammenarbeiten, damit Betroffene nicht aus dem Arbeitsmarkt fallen. Bevor wir diese Effizienzsteigerung bei der IV-Behörde nicht haben, braucht es meines Erachtens nicht mehr Stellen.»

Legende: Video «Wer nicht ausgegliedert wurde, muss nicht wiedereingegliedert werden» abspielen. Laufzeit 00:19 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.07.2019.

Am 12. und 13. August wird die 7. IV-Revision in der zuständigen Ständeratskommission debattiert und damit auch die zukünftigen finanziellen Mittel für Wiedereingliederung.

Unternehmer: «Jeder hat eine zweite Chance verdient»

Der Volketswiler Unternehmer Urs Keller hat schon mehrere IV-Bezüger angestellt und in die Hauswartungsfirma Liuma integriert. Er appelliert an andere Firmen, ihre soziale Verantwortung war zu nehmen. Keller sagt gegenüber SRF: «Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient um zu arbeiten und retour ins Leben zu kommen. Als Unternehmer kann ich die Wiedereingliederung von IV-Bezügern empfehlen.»

Legende: Video «Jeder Unternehmer hat eine soziale Verantwortung» abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.07.2019.
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38 Kommentare

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  • Kommentar von Dominik Treier  (Dominik Treier)
    Was viel zu wenig beachtet wird, ist die völlig blödsinnige Aufteilung von Renten- und Eingliederungsabteilung. Nicht nur hilft die IV in der Eingliederung niemandem bei der Jobsuche und vermittelt diese auch nicht direkt, wie es sein müsste, nein wenn man ein befristetes und von der IV bezahltes Praktikum, das oft nichts aussagt absolviert hat, fliegt man aus der Rente und erhält später einfsch nichts mehr, wenn man wegen Stigmatisierung und Lebenslauf keinen Job findet! Wo ist die Sicherheit?!
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  • Kommentar von Martin Küng  (Martin.K)
    Ich beziehe eine Teilrente. Möchte gerne noch was arbeiten.
    Von 10 Bewerbungen erhalte ich, wenn ich Glück habe eine Antwort, von den anderen 9 ,keine Antwort,nicht mal die Bewerbungsunterlagen zurück.Auch auf Nachfrage, per Mail keine Antwort. Warte jetzt 11 Monate auf IV Neueinschätzung und habe darum auch kein Job Coach von der IV. Leider ist die Praxis anders,da viele Firmen den Arbeitsaufwand mit der IV scheuen.
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  • Kommentar von Ruedi Hammer  (Ruedi Hammer)
    Wenn eine Versicherung versicherte Leistungen "einspart", müssen die Prämien sinken! Alles andere ist mindestens unlauter. Wieso wissen das die Experten nicht?
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    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Die IV ist noch immer bei der AHV hoch verschuldet und hat 2018 wieder mehr ausgegeben, als sie eingenommen hat. Da senkt man sicher keine Prämien. https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/iv/statistik.html
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    2. Antwort von Ruedi Hammer  (Ruedi Hammer)
      @Mica: Das ist bekannt und war auch nicht mein Punkt. Vielleicht können Sie ja meine Frage beantworten: Wie kann denn eine Versicherung versicherte Leistungen legal einsparen?
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    3. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Indem sie die Menschen dazu befähigt, trotz Invalidität oder Einschränkungen am Arbeitsleben teilzunehmen und so wieder zur Normalität zurück zu finden. Die IV soll ja nicht Endstation sein, wenn man es vermeiden kann aber sie unterstützt in einer Phase, wo Menschen eben nicht befähigt sind, für sich selbst zu sorgen. Und dies kann man dann durch Wiedereingliederung wieder einsparen, selbst wenn es nur Teilzeitpensen sind. Die Rente ist nur ein Bestandteil dieser Versicherung.
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