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Schweiz Wenn die Krankenkassenprämie zur Schuldenfalle wird

Wettermässig ist noch richtig Sommer – doch der Prämienherbst wirft bereits Schatten voraus. Die Krankenkassenprämien werden erneut steigen. Eine Belastung für die Haushalte – erst Recht, wenn man bedenkt, dass manche Kantone unter massivem Spardruck die Prämienverbilligungen kürzen.

Legende: Video Schuldenfalle Krankenkasse abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.09.2016.

Die Krankenkassenprämien geben auch in Bundesbern zu reden. Am Montag beginnt dort die Herbstsession und im Ständerat will man sich zugunsten des Mittelstands gegen einen Anstieg wehren.

Denn ursprünglich sollten die Krankenkassenprämien laut Bundesrat höchstens acht Prozent des Haushaltsbudgets ausmachen. Doch die Prämien fressen immer mehr des Budgets weg. Im Extremfall kann dies eine Familie in die Schulden stürzen, weiss Mario Roncoroni von der Berner Schuldenberatung.

Keine Einsicht bei den Kantonen

«Inzwischen hat die Mehrheit unserer Kunden Krankenkassenschulden», sagt Roncoroni in der «Tagesschau». Dies bedeute für sie, dass sie die Kasse nicht mehr wechseln könnten. In anderen Kantonen könnten sogar medizinische Dienstleistung nicht mehr gewährleistet werden.

Der Bund müsse eingreifen, findet SP-Ständerätin Liliane Maury Pasquier. Sie fordert, dass die Prämien auf maximal zehn Prozent des Haushaltsbudgets begrenzt werden.

Denn die Prämienverbilligungen würden oft nur die untersten Einkommen entlasten. «Betroffen sind oft jene Menschen, der Einkommen genau über der Schwelle für Prämienverbilligungen liegen.» Die Mittelklasse leide am stärksten, da seien die Prämien teils sogar teurer als die Miete.

Tatsächlich steigt die Prämienbelastung – nach Abzug der Prämienverbilligungen – stetig an. Immer öfter auf über zehn Prozent des verfügbaren Einkommens. Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind gross. Doch genau die Kantone wollen sich nicht vorschreiben lassen, die Prämienverbilligungen auszuweiten.

Am Mittwoch wird debattiert

Thomas Heiniger, Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, sagt, die Kantone seien in der Pflicht zu handeln. Doch dazu müssten sie ihr ganzes System anpassen – und dieses bestehe nicht nur aus Prämienverbilligungen, sondern auch aus Ergänzungsleistungen und dem gesamten Steuersystem. Man könne nicht nur einen Einzelbereich herausgreifen.

Welchen Teil vom Kuchen die Haushalte künftig für die Prämien aufsparen müssen – dies entscheidet der Ständerat entscheidet kommenden Mittwoch.

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Wie einfach sich man dies macht, wenn die Kosten irgendwo steigen. Dann sind schnell die bösen Ausländer und die «unnützen Flüchtlinge» Schuld an der Misere. Jeder weiss jedoch,dass dem eben gerade nicht so ist! Aber eben, Steuern, Krankenkassenprämien & Sozialausgaben sind einfache Mittel, um leichtgläubige Menschen zu ködern & diese für eine unheilige Sache zu gewinnen. Unser Land wird durch Demagogen & Stänkerer kaputt gemacht & viele schauen lethargisch, tatenlos zu!
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  • Kommentar von Patrik Christmann (Politik für die Schweizer)
    Wieso wieder diese KK-Prämien Polemik. Mit der demographischen Entwicklung sind höhere Gesundheitskosten normal. Die Leistungen des Gesundheitssystem werden ständig ausgebaut. Kostet auch mehr. Und wenn immer mehr Migranten ohne Job, oder mit Niedriglohn mit unserem KVG-Gesundheitssystem alimentiert werden, kostet es auch immer mehr. Und die meisten Autos kosten pro Jahr immer noch mehr als ein Jahr KK-Prämie. Noch fragen???
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  • Kommentar von Ernst Richener (Schmutz Fink)
    Noch nicht bemerkt? Überall wo der Bürger(Bürger kommt von bürgen,also bürgen wir für Staat und Bund.) verpflichtet ist zu zahlen,Steuern BVG KK usw ,vielleicht ausser der AHV steckt im hintergrund eine mafiöse Abzockerbande. Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen?
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Sie orten das Problem an falscher. WIR alle wollten doch ein solches Gesundheitssystem. Wie oft haben wir darüber abgestimmt! Wir rennen im Ausland mit stolzer Brust herum,wenn es darum geht, uns ins gute Licht zu stellen. Bezahlen will das niemand. Beinahe jedes Regionalspital hat heute einen Computertomographen und beim kleinsten «Bobohli» will man in die Röhre. Man gönnt sich ja sonst nichts! Oder ein künstliches Hüftgelenkt mit 90 Jahren gefällig? Kein Problem, die Kasse zahl auch dies!
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    2. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Bürger kommt sicher nicht von bürgen. da wäre die Einzahl "der Bürge".
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