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Legende: Video Unterwegs mit Nez Rouge abspielen. Laufzeit 04:34 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 02.01.2019.
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Wer fährt, trinkt nicht Mit Nez Rouge durch die Nacht

35'000 Personen wurden diese Saison von Nez Rouge in der ganzen Schweiz nach Hause gebracht. So viele wie noch nie.

Wer fährt, trinkt nicht: Das Motto der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) ist bekannt. Trotzdem haben sich ein Drittel der Schweizer schon mal alkoholisiert hinter das Steuer gesetzt. Das zeigte eine Studie, Link öffnet in einem neuen Fenster des Vergleichsdienstes Comparis.

Gerade über die Festtage trinkt man gerne mal noch ein Glas mehr. Wer sicher nach Hause kommen möchte, kann auf die Organisation Nez Rouge, Link öffnet in einem neuen Fenster zurückgreifen. Seit über 30 Jahren fahren Freiwillige über Weihnachten und Neujahr fahruntüchtige Personen und deren Autos nach Hause. Seit Jahren verzeichnet Nez Rouge eine steigende Zahl an Fahrten. Immer mehr Personen nutzen den Dienst und es braucht immer mehr Freiwillige.

Nez Rouge 2018

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Rund 35'000 Personen, so viele wie noch nie, haben sich über die Festtage von den Freiwilligen von Nez Rouge auf 16'900 Fahrten nach Hause bringen lassen. Das waren 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer ist gestiegen, nämlich um 1 Prozent auf rund 10'000.

Die meisten Fahrten im Aargau

Besonders rege genutzt wird der Dienst im Aargau, wo Nez Rouge während des gesamten Monats Dezembers unterwegs ist. In allen anderen Regionen der Schweiz fahren die Freiwilligen nur über die Festtage.

«Schweiz aktuell» hat ein Team im Aargau begleitet. Die freiwilligen Fahrer rücken stets zu zweit aus. So kann einer den Kunden mit dessen Auto nach Hause fahren, der andere folgt ihnen im Auto von Nez Rouge. «So kann man auch mal einen Porsche fahren», sagt die langjährige Mitarbeiterin Claudia Betschart schmunzelnd.

Legende: Video Betschart: «Es gibt interessante Gespräche» abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus News-Clip vom 01.01.2019.

Die Teams werden von der Zentrale aus per SMS kontaktiert, wenn ein neuer Auftrag wartet. An den Wochenenden sind die Fahrer bis morgens um 03:30 Uhr unterwegs. An Silvester werden schon mal mehrere hundert Kilometer zurückgelegt. Entschädigt werden aber nur die gefahrenen Kilometer sowie Handyspesen in der Höhe von zehn Franken.

Trinkgelder sind notwendig

Das Angebot ist für den Kunden kostenlos, aber man darf den Fahrern ein Trinkgeld geben. Dieses ist für die Organisation Nez Rouge entscheidend, damit die Aktion überhaupt durchgeführt werden kann. «Wir rechnen mit rund einem Franken pro Kilometer, um unsere Unkosten zu decken. Dies machen wir zu einem grossen Teil mit den Trinkgeldern, aber auch von Sponsoren, die uns unterstützen.», sagt Heinz Fehlmann, Präsident des Vereins Nez Rouge Aargau. Für ihn ist Nez Rouge ein Herzensprojekt. «Hier kommen Freiwillige nicht nur um zu helfen, sondern auch, weil wir wie eine Familie sind.»

Legende: Video Fehlmann: «Wir rechnen mit einem Franken pro Kilometer» abspielen. Laufzeit 00:20 Minuten.
Aus News-Clip vom 01.01.2019.

«Wir sind kein Taxidienst»

Fehlmann betont aber auch: «Wir sind kein Taxidienst. Unsere Fahrerinnen und Fahrer machen alles freiwillig und wir geben unser Bestes». Die Toleranz bei den Kunden sei auch schon grösser gewesen, sagt Fehlmann. So fehle es nicht immer am nötigen Verständnis, dass nicht immer alle Anfragen erfüllt werden können. Dennoch wurden alleine im Kanton Aargau über die Festtage fast 6000 Personen nach Hause gebracht – inklusive Auto.

Schweizer Karte mit dem Kanton Aargau hervorgehoben.
Legende: Mit Abstand am häufigsten unterwegs ist Nez Rouge im Kanton Aargau. SRF

In den meisten Regionen der Schweiz sind im vergangenen Jahr bis zu 1000 Fahrten mit Nez Rouge durchgeführt worden. Besonders viel unterwegs war die Organisation in den Regionen Luzern, Wallis und Jura mit bis zu 1600 Fahrten. Mit Abstand am häufigsten unterwegs ist Nez Rouge aber im Aargau.

1400 Freiwillige sind im Aargau als Fahrerin oder Fahrer eingeschrieben. Und es werden jede Woche mehr, sagt Vereinspräsident Fehlmann, während andere Regionen mit der Suche nach neuen Freiwilligen zu kämpfen haben. Wäre auch ein Austausch unter den Regionen denkbar? «Da gibt es noch zu viele administrative Hürden», so Fehlmann. So kann denn auch Nez Rouge nicht alle Hürden des föderalistischen Systems der Schweiz umfahren.

Sendebezug: SRF 4 News, 16:00 Uhr und «Schweiz aktuell» 02.01.2019, 19:00 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Jeder Autofahrer der zu viel Alkohol getrunken hat und fahruntüchtig ist, sollte dankbar sein, dass es eine solche Organisation gibt. Es könnte sehr teuer zu stehen kommen, wenn man in eine Fahrkontrolle gerät und Alkholgenuss festgestellt wird. Busse und Fahrausweisentzug! Das ist es nicht wert, oder? Seit über 30 Jahren fahren Freiwillige über Weihnachten und Neujahr fahruntüchtige Personen und deren Autos nach Hause. Ein grosses Lob an diese Freiwilligen Helfer. Bravo!
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  • Kommentar von marc rist (mcrist)
    35'000 Menschen in der Schweiz (was immer Saison in diesem Zusammenhang genau bedeuten mag), die es nicht lassen konnten zu trinken, obwohl sie mit dem Privatauto unterwegs waren. Kein Grund für eine Laudatio! Für die allerwenigsten unter ihnen dürfte der Alkoholgenuss ganz überraschend gekommen sein, an Silvester schon gar nicht. Das Nez-Rouge-System ist aufwändig, kompliziert und sowohl kilometer- als auch personalintensiv und sollte nicht derart bedenkenlos in Anspruch genommen werden.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Intressant! Und wie ist die Chose versichert; wenn schon der kausale Versicherungsschutz der Betriebsgefahr Auto von Politik und Juxtiz je laenger je mehr mit Leistungserweigerungen, Leistungskuerzungen und Regressen auf den Lenker und Dritte durchloechert wird....
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    1. Antwort von Sascha Freitag (SF)
      Eine wirklich interessante frage. Die meisten lehnen es aber ab, wollen es gar nicht wissen. Das sind die, deren interesse am gesetzlichen schutz, erst nach dem knall aufblüht. ;)
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