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Die neue Ständeratspräsidentin: Brigitte Häberli-Koller im Porträt
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 28.11.2022. Bild: Keystone / Peter Klaunzer
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Wer sind die Neuen? Häberli-Koller und Candinas: Die Ostschweiz übernimmt die Macht

Der National- und Ständerat haben je ihr neues Präsidium gewählt: Martin Candinas und Brigitte Häberli-Koller.

Am Montag wählte die Bundesversammlung die Präsidien für National- und Ständerat. Beide Ämter gehen in die Ostschweiz. Wer sind Martin Candinas und Brigitte Häberli-Koller? Eine Annäherung.

Die erfahrene Thurgauerin

Ständeratspräsidentin Brigitte Häberli-Koller
Legende: Die Ständeratspräsidentin Für 2023 steht Brigitte Häberli-Koller (Mitte/TG) dem Ständerat als Präsidentin vor. Keystone / Anthony Anex

Ein Regenschirm, ein Rucksack und gute Schuhe – so startet Brigitte Häberli-Koller auf den Weg Richtung Haselberg, den höchsten Punkt der Thurgauer Gemeinde Bichelsee-Balterswil. Bewegung sei ihr Ausgleich zum Polit-Alltag: «Sonst kann ich hässig werden.»

1996 legte Häberli-Koller mit ihrer Karriere los. In einem Verein, der sich für Familien im Dorf einsetzte, wurde sie dazu ermuntert, sich für den Gemeinderat zu bewerben. Dann ging es die Leiter hoch: Kantonsrätin, Präsidentin der CVP Thurgau, Nationalrätin und Ständerätin.

Brigitte Häberli-Koller: Die Personalien

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  • Geboren am 23.08.1958 in Wetzikon ZH
  • Bürgerort: Münchenbuchsee BE
  • Wohnhaft in Bichelsee-Balterswil TG
  • verheiratet, 3 Kinder
  • Kauffrau
  • im Ständerat seit 2011, von 2003 bis 2011 im Nationalrat
  • Partei: Die Mitte

Häberli-Koller will in ihrem Jahr als Ständeratspräsidentin den Zusammenhalt zwischen Generationen, Geschlechtern und Sprachregionen fördern. «Manchmal ist der Gemeinschaftssinn nicht selbstverständlich. Es ist wichtig, das Bewusstsein immer wieder zu wecken», sagt sie. Auch der Thurgau liegt ihr am Herzen. Häberli-Koller lobt die heimische Innovation. In ihren 19 Jahren in Bern setzte sie sich stets für ihren Kanton ein. Beispielsweise für die Bodensee-Thurtal-Strasse.

Sie machte sich einen Namen als hartnäckige, freundliche und gut vernetzte Parlamentarierin. Als Ratspräsidentin darf sie ein Jahr lang nur mitdiskutieren. Im Plenum muss sie sich heraushalten. Häberli-Koller sagt: «Das Privileg des Stichentscheids ist eine grosse Verantwortung.»

Keine Gedanken an den Rücktritt

Häberli-Koller ist die fünfte Ständeratspräsidentin. Erst die fünfte, wie sie betont. Sie hoffe, dass ihr Werdegang eine Motivation sein könne: «Ich glaube, das ist ein gutes Beispiel für junge Frauen.»

Wer dereinst ihren Ständeratssitz übernehmen soll, darüber macht sich die 64-Jährige noch keine Gedanken. Sie trete nächstes Jahr wieder zur Wahl an: «In der heutigen Situation ist es wichtig, dass im Ständerat Leute mit Erfahrung sind.»

Ständeratspräsidium: Die Fakten

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Immer zu Beginn der Wintersession wird ein neuer Ständeratspräsident oder eine neue Ständeratspräsidentin gewählt. Die Wahl verläuft nach den Regeln der Bundesratswahlen. Eine Wiederwahl ist ausgeschlossen. In der Regel rutscht der erste Vizepräsident vom Vorjahr nach.

Unter den Aufgaben:

  • Festlegung der Tagesordnung
  • Leitung der Verhandlungen des Rats
  • Leitung des Präsidiums
  • Vertretung des Rats nach aussen
  • Ordnungsrufe, Verhängen von Disziplinarmassnahmen
  • Einberufung der Räte, wenn die Sicherheit der Bundesbehörden gefährdet ist oder der Bundesrat nicht in der Lage ist, zu handeln

Die letzten Ständeratspräsidentinnen und -präsidenten:

  • 2022: Thomas Hefti (FDP/GL)
  • 2021: Alex Kuprecht (SVP/SZ)
  • 2020: Hans Stöckli (SP/BE)
  • 2019: Jean-René Fournier (CVP/VS)
  • 2018: Karin Keller-Sutter (FDP/SG)

Der volksnahe Rätoromane

Nationalratspräsident Martin Candinas
Legende: Der Nationalratspräsident Für 2023 steht Martin Candinas (Mitte/GR) dem Nationalrat als Präsident vor. Keystone / Anthony Anex

Mit einer «Minestra di zucca», einer Kürbissuppe, startete nach der Vorstandssitzung des Vereines Pro Lucmagn in einer Osteria in Olivone das gemütliche Beisammensein. Vom Verein ist Martin Candinas Präsident. Unter dem Bergvolk fühlt er sich wohl: «Das Berggebiet liegt mir am Herzen.»

Mit 18 Jahren trat der gelernte Sozialversicherungsfachmann der damaligen Jungen CVP bei, wo er direkt in den Vorstand kam. Nach dem Grossen Rat kam Candinas schliesslich mit 31 in den Nationalrat und politisiert da seither erfolgreich für Berggebiete. So setzte er sich für schnelles Internet in allen Bergtälern ein. Beim Thema Wolf gibt es auch mal schärfere Worte.

Martin Candinas: Die Personalien

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  • Geboren am 20.08.1980 in Ilanz GR
  • Bürgerort: Sumvitg GR
  • Wohnhaft in Chur
  • verheiratet, 3 Kinder
  • Sozialversicherungsfachmann
  • im Nationalrat seit 2011
  • Partei: Die Mitte

Seine Forderungen für die Berggebiete kommen im Tal nicht immer gut an. Doch er sieht sich im Recht: «Ich habe Mühe damit, wenn Entscheide auf Bundesebene gefällt und diese den Kantonen und Gemeinden entzogen werden. Zum Beispiel im Jagdgesetz oder im Zweitwohnungsgesetz ist das der Fall.»

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Neu höchster Schweizer: Nationalratspräsident Martin Candinas
aus Regionaljournal Graubünden vom 28.11.2022. Bild: Keystone / Alessandro della Valle
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Nach 37 Jahren übernimmt wieder ein Rätoromane das Büro des Nationalratspräsidenten. Für den 42-Jährigen ist wichtig, zu zeigen, dass Rätoromanisch nicht nur Folklore sei. «Das ist eine gelebte Sprache in vielen Dörfern in Graubünden. Rätoromanisch ist ein wichtiger Bestandteil der Identität dieses Landes. Das will ich in diesem Jahr auch zeigen.»

Politisch werde er sich zurückhalten, sagt Candinas. So ist es in dieser Funktion üblich. Er schätze die repräsentativen Aufgaben umso mehr. Dann ist er wieder da, wo er sich wohlfühlt: unter den Leuten.

Nationalratspräsidium: Die Fakten

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Immer zu Beginn der Wintersession wird ein neuer Nationalratspräsident oder eine neue Nationalratspräsidentin gewählt. Hinzu kommen zwei Vizepräsidialämter. Der Rat soll dabei gemäss Geschäftsreglement des Nationalrats der Stärke der Fraktionen sowie den Amtssprachen Rechnung tragen. Die Wahl verläuft nach den Regeln der Bundesratswahlen. Eine Wiederwahl ist ausgeschlossen. In der Regel rutscht der erste Vizepräsident vom Vorjahr nach.

Unter den Aufgaben:

  • Festlegung der Tagesordnung
  • Leitung der Verhandlungen des Rats
  • Leitung des Präsidiums
  • Vertretung des Rats nach aussen
  • Ordnungsrufe, Verhängen von Disziplinarmassnahmen
  • Einberufung der Räte, wenn die Sicherheit der Bundesbehörden gefährdet ist oder der Bundesrat nicht in der Lage ist, zu handeln

Die letzten Nationalratspräsidentinnen und -präsidenten:

  • 2022: Irène Kälin (Grüne/AG)
  • 2021: Andreas Aebi (SVP/BE)
  • 2020: Isabelle Moret (FDP/VD)
  • 2019: Marina Carobbio Guscetti (SP/TI)
  • 2018: Dominique de Buman (CVP/FR)

SRF1 Regionaljournal Ostschweiz und Graubünden, 28.11.2022, 17:30 Uhr;

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