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Neue Tarifmodelle in den Skigebieten
Aus Info 3 vom 16.03.2019.
abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
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Werben um Gäste «Trial and Error» in den Schweizer Wintersportgebieten

Es war eine Kampfansage von Saas Fee: Für gut 200 Franken eine Saison lang Skifahren. Mit seiner «Wintercard» hat der Walliser Ferienort die gesamte Schweizer Wintersportbranche überrumpelt.

Nach drei Jahren zeigt sich, dass die Tiefpreisstrategie nur begrenzt aufgegangen ist. Zwar war die Aktion für das Dorf als Ganzes ein Erfolg: für die Hotels, Restaurants und Geschäfte. Kaum profitiert hat allerdings das Bergbahnunternehmen. Dieses musste die hohen Marketingausgaben allein schultern. Deshalb bietet Saas Fee ab kommendem Winter keine günstigen Saisonabonnemente mehr an.

Skigebiete buhlen um Gäste

Neu schliessen sich die Saastaler dem «Magicpass» an. Das Abo umfasst insgesamt 30 Skigebiete in den Kantonen Bern, Freiburg, Jura, Waadt und Wallis. Aktueller Preis für ein Saisonabo, das teilweise auch im Sommer gültig ist: 400 Franken. Das ist keine absolute Tiefpreisstrategie mehr, sondern entspricht etwa dem Preis einer Wochenkarte.

Damit zeigt sich nun, in welche Richtung sich die Schweizer Berggebiete mit ihren neuen Tarifmodellen bewegen: Sie setzen entweder auf Saisonabonnemente mit einem umfangreichen Angebot zu moderaten Preisen wie den «Magicpass» oder den «Top4-Skipass» im Berner Oberland. Oder sie setzen auf dynamische Tarife so wie das Andermatt-Sedrun oder St. Moritz machen. Beide Modelle ergänzen das herkömmliche System der fixen Preise für Tages- und Wochenkarten oder ersetzen es gar.

Die «Wintercard»-Aktion von Saas Fee hat zweifelsohne eine neue Dynamik innerhalb der Branche ausgelöst. Doch das Beispiel Saas Fee zeigt auch, dass ein neues Tarifmodell noch kein Allheilmittel ist. Die Tourismusorte sind nach wie vor am Testen, welches Modell in welcher Form von den Kunden akzeptiert wird und unter dem Strich effektiv auch mehr Einnahmen einbringt.

Genau das ist letztlich das Ziel. Die neuen Preismodelle sollen den häufig klammen Skigebieten eine Zukunft ermöglichen.

Matthias Heim

Matthias Heim

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Matthias Heim hat Wirtschaftsgeschichte studiert. Seit 2007 arbeitet er für Radio SRF, seit 2016 ist er Wirtschaftsredaktor. Seine Spezialgebiete sind Aviatik, Tourismus, Verkehr, Detailhandel und Energie.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Hess  (MH)
    Das Allereinfachste wäre Freundlichkeit. Vermisse ich leider bei fast allen grösseren CH-Skigebieten und mancher Kunde würde auch gerne etwas mehr bezahlen. Schreiende Parkplatzeinweiser, abgelöschtes Personal in den Restaurants, die teilweise nicht mal unsere Sprache sprechen lockt dich die Kunden nicht an.
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  • Kommentar von Marco Rohr  (Marco Rohr)
    Wie kann es sein, dass das Bergbahnunternehmen in Saas Fee die Kosten alleine tragen muss, während das ganze Dorf, inkl. Gastronomie und Hotellerie, von dem Angebot profitiert? Jeder soll sein Päckchen tragen!
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Wie kann es sein? So wie es an allen Orten ist. Egal ob in Saanen-Gstaad, Grindelwald oder sonstwo, die Hotellerie und die Zulieferbetriebe sahnen bei diesem Tourismus gross ab, während die Bergbahnen, die den andern Geschäften die Kunden bringen, immer klamm sind und ohne Unterstützung der lokalen Steuerzahler nicht überleben könnten.
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