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Durch eine spezielle Lachszucht soll sich der Lachs wieder bis in die Schweiz ausbreiten
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 30.12.2020.
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Wiederansiedlung Die fittesten Lachse sollen das Überleben im Rhein sichern

Lachse kehren erst zögerlich zurück in die Schweiz. Mit ihren Genen soll die Wiederansiedlung im Rhein endlich klappen.

Jahrelang haben Forscher, Umweltschützer und Behörden in Basel auf die Rückkehr des Lachses gehofft. Vor ein paar Jahren war es dann endlich so weit. Die ersten Fische haben den langen Weg von der Nordsee bis in die Schweiz geschafft. 2008 hat ein Sportfischer bei Basel einen Lachs aus dem Fluss gezogen. 2012 gab es in Rheinfelden AG einen ähnlichen Fang.

Bis heute sind es jedoch nur Einzeltiere, die bis ins Elsass oder gar bis ans Rheinknie bei Basel schwimmen. Grosse Lachsbestände, wie man sie früher kannte, gibt es trotz grosser Anstrengung von Umwelt- und Fischereiverbänden sowie Behörden immer noch nicht.

FIschtreppe von Oben
Legende: Mit solchen Fischtreppen wie hier am Rhein bei Leibstadt AG sollen Lachse den Weg zurück in die Schweiz finden. Keystone

Die Bemühungen, um dem Lachs den Weg in die Schweiz zu erleichtern, sind schon seit längerem vorhanden: Einerseits werden Kraftwerke und Staustufen so umgebaut, dass sie leichter von den Fischen überwindet werden können. Andererseits soll auch ein spezielles Zuchtprogramm helfen.

Die Idee dieses Programms ist simpel: Man züchtet den Nachwuchs derjenigen Lachse, die hier ausgesetzt wurden und den Weg bis fast zurück in die Schweiz schon geschafft haben. Die Experten gehen nämlich davon aus, dass diese Tiere genetisch besonders fit sind und sich den Gegebenheiten des Rheins angepasst haben. Dies soll dann auch für deren Nachwuchs gelten.

Eier der Lachse werden künstlich befruchtet

Ihren Nachwuchs produzieren die genetisch fitten Lachse in einer Fischzucht bei Giebenach im Kanton Baselland. Was normalerweise in freier Wildbahn passiert, geschieht hier in speziellen Becken und unter Nachhilfe des Baselbieter Fischereiaufsehers Daniel Zopfi und seines Teams. «Abstreifen» heisst die Methode, mit der die Eier der Lachse künstlich besamt werden. Samen der Männchen und Eier der Weibchen werden von Hand vermischt. Die Eier werden befruchtet und daraus schlüpfen dann später die genetisch fitten Jungtiere.

Video
Ein betäubter Lachs wird «abgestreift»
Aus News-Clip vom 30.12.2020.
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«Man probiert die Wiederansiedlung der Lachse in der Schweiz schon seit längerem, aber bis anhin aber noch nicht mit einem solchen Zuchtprogramm, wie wir es nun hier machen», sagt Daniel Zopfi.

Nach der Aufzucht in Giebenach werden die Tiere im Rhein ausgesetzt, sollen Richtung Meer und wieder zurückwandern. Wenn ein Tier dann dereinst wieder zurückkehrt, wisse man dank Genproben, welche genetische Paarung am besten funktioniert hat, erklärt Zopfi. Diese Tiere werden dann weiter gezüchtet.

Der Baselbieter Fischereiaufseher betont, dass es mit dieser Zuchtmethode alleine noch nicht getan ist, denn: «Die Voraussetzungen für die Fische haben sich im Rhein in den letzten Jahren massiv verschlechtert.»

Zopfi ist dennoch überzeugt, dass die Wiederansiedlung des Lachses in Basel einst gelingt. Wichtigste Voraussetzung ist, dass die Sanierung der Kraftwerke im Elsass weiter vorangetrieben wird. Zopfi ist zuversichtlich: «Bis in rund zehn Jahren sollte es wieder eine grössere Menge Lachs im Rhein bei Basel geben.»

Das Comeback des Lachs

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An der Rheinminsterkonferenz 2013 in Basel wurde das Ziel gesteckt, bis 2020 alle Kraftwerke am Rhein für die Fische wieder durchlässig zu machen, damit auch der Lachs wieder ungehindert von der Nordsee in die Schweiz schwimmen kann. «Wir wollen, dass der Lachs wieder zum Normalfall wird im Rhein», sagte die damalige Umweltministerin Doris Leuthard.

Zuvor hatte der WWF mit einer Petition Druck auf Frankreich gemacht, damit auch der Oberrhein für Lachse durchgängig wird. Die acht Kraftwerke der Electricité de France im Elsass seien das letzte grosse Hindernis für den Lachs auf dessen Weg in die Schweiz.

Regionaljournal Basel, 29.12.20, 17.30 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Stahn  (jazz)
    «Grosse Lachsbestände, wie man sie früher kannte, gibt es trotz grosser Anstrengung von Umwelt- und Fischereiverbänden sowie Behörden immer noch nicht.» Auf dem langen Weg von Niederlande, Deutschland, Frankreich bis in unsere Gewässer, benötigt der Lachs genügend Nahrung, Weichtiere, Fische und Insektenlarven. Mikroverunreinigungen wie Medikamente, Pflanzenschutzmittel, Chemikalien oder Hormone im Wasserkreislauf, sind mit der Grund, warum der Lachs zögerlich in die Schweiz zurückkehrt. (...)
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    "Um-denken"! Sind Ökosystem und Gewässer "gesund", sind es auch die Lebewesen, Tiere, welche in den Gewässern, dem Ökosystem leben, für Leben sorgen!
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Schön, dass man erkennt, dass der Mensch MIT der Natur leben soll und nicht gegen sie. Je mehr solche Aktionen, desto mehr Verankerung im Bewusstsein des Zweibeiners. Vielleicht kann somit in 50 Jahren ein Braunbär im Hinterrhein wieder ein Lachs fangen.
    1. Antwort von Michael Baumgartner  (Helvetier)
      Das wäre schön. Ich denke aber das es keinen Platz hat zeischen den Siedlungen.