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Geteilte Meinungen zu Zertifikatspflicht in Skigebieten
Aus Tagesschau am Vorabend vom 12.09.2021.
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Winter in Corona-Zeiten Skipass nur mit Zertifikat – Branche verhandelt bereits mit Bund

GDK-Präsident Lukas Engelberger fordert für die Skigebiete eine Zertifikatspflicht. Er rennt damit bei der Branche offene Türen ein.

Skipass und Covid-Zertifikat – wer diesen Winter Skifahren will, wird vielleicht beides vorweisen müssen. Eine Überlegung sei das wert, findet der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren, Lukas Engelberger. In einem Interview mit der Sonntagszeitung sagt er, die Schweiz könnte sich «eine Zertifikatspflicht in den Tourismusbahnen überlegen.» Ski fahren und Winterferien seien freiwillig und zum Vergnügen da. Da sei eine Pflicht zu rechtfertigen.  

Auch für die Wintergäste sei ein Zertifikat attraktiv, weil so auf die Maskentrage-Pflicht verzichtet werden könnte. Das im Gegensatz zum öffentlichen Verkehr. Züge und Busse gehörten zur Grundinfrastruktur des Landes, sagt Engelberger.  

Keine feuchten Masken im Gesicht mehr tragen oder teure Halsschläuche kaufen müssen – das könnte für die Geimpften, Genesenen und Getesteten attraktiv sein. Und es könnte wieder mehr Gäste in die Skigebiete locken.  

Bergbahnen wollen Planungssicherheit

Offene Bergbahn-Türen rennt Engelberger beim Verband Seilbahnen Schweiz ein. Das ist der Dachverband der Seilbahnen und vertritt damit auch die Interessen vieler Skigebiete. Verbandspräsident und Nidwaldner Ständerat Hans Wicki hat letzte Woche gegenüber den Zentralschweizer Regionalsendern «Radio Sunshine» und «Radio Central» bereits bestätigt, dass Gespräche geführt werden zwischen den Seilbahnen und dem Bund.

«Ich könnte mir vorstellen, dass eine Zertifikatspflicht auferlegt wird», sagte er. Das Ziel sei Planungssicherheit für die Bergbahnen. Es solle verhindert werden, dass plötzlich der Betrieb eingeschränkt werde.  

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Aus dem Archiv: Die Viren-Falle Gondel
Aus Rundschau vom 27.01.2021.
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Erstes Skigebiet kündigt Zertifikatspflicht an

Als erstes Schweizer Skigebiet hat Fideriser Heuberge im Prättigau bereits eine Zertifikatspflicht angekündigt. Das Zertifikat sei das beste Werkzeug, um Gäste und Mitarbeitende zu schützen. Und man wolle so einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten, sagen die Verantwortlichen.  

Andere Skigebiete sind skeptisch, verweisen auf den Kontrollaufwand. In den Restaurants der Skigebiete herrsche bereits die Pflicht, das Zertifikat vorzuweisen. Und in Gebieten mit offenen Sesselliften sei die Ansteckungsgefahr tief.  

Vorschlag ist für BAG-Direktorin «prüfenswert»

Beim Bund zeigt man leise Sympathien für die Zertifikatspflicht in den Skigebieten. In der «Samstagsrundschau» von Radio SRF bestätigt auch die Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit, Anne Lévy, dass Gespräche stattfinden zwischen den Kantonen, den Tourismusorten und dem Bund.  

Wir finden es prüfenswert, dass die Kantone schauen, was möglich ist, was Sinn ergibt und was von den Leuten gewünscht wird, die Ferien machen wollen.
Autor: Anne Lévy Direktorin BAG

«Wir finden es prüfenswert, dass die Kantone schauen, was möglich ist, was Sinn ergibt und was von den Leuten gewünscht wird, die Ferien machen wollen.» Entschieden sei aber noch nichts, betont Anne Lévy. 

Keine grosse Opposition von Branche zu erwarten

Die Verantwortlichen in den Skigebieten werden auf jeden Fall verhindern wollen, dass plötzlich Restaurants oder Skigebiete ganz schliessen müssen oder sonst wie während der Saison Auflagen gemacht werden, die den Alltag komplizierter gestalten.  

Das könnte Anreiz genug sein, die Zertifikatspflicht einzuführen. Damit kommt von der Branche selbst keine Fundamentalopposition. Und bis die Skiwintersaison startet, werden sich viele daran gewöhnt haben, das Zertifikat an vielen Orten des öffentlichen Lebens vorweisen zu müssen. Damit steigen wohl die Chancen, dass die Zertifikatspflicht fürs Skifahren eingeführt wird.

SRF 4 News, 12.09.2021, 08:30 Uhr

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138 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Bachofner  (ebacho)
    Man fordert schon wieder neue Massnahmen, wenn die neueste noch nicht einmal eingeführt ist. Je früher man fordert, umso grösser die Chance, daß sie eingeführt wird. Jedenfalls bei Corona. Wetten?
  • Kommentar von Peter Holzer  (Peter Holzer)
    Jeder der sich trotz der Notsituation im den Spitälern zum Spass dem Risiko des Skifahrens aussetzt, sollte im Spital ganz hinten anstehen müssen damit nicht wieder Krebsoperationen etc. verschoben werden müssen und das Spitalpersonal überfordert wird! Am besten sollte er die Behandlung auch selber bezahlen, da Skifahren freiwillig ist und ein Unfall somit zu verhindern wäre.

    Es liegt immer alles im Auge des Betrachters.....
    1. Antwort von Andreas Wiedler  (infonews)
      Gar nicht abwegig.. Skifahrer füllen die bergnahen Spitäler immens.. aber das zählt natürlich nicht..
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Der Entscheid wäre richtig: Skipass nur gegen Zertifikat. Dort, wo ein Gedränge herrscht, ist die Ansteckungsgefahr besonders gross. Wenn man sieht,wie es letztes Jahr an verschiedenen Ort ausgesehen hat: Dichtes Gedränge ohne jegliche Rücksicht auf die Ansteckungsgefahr.Skifahren u.a.sind nicht einfach ein Selbstbedienungsladen oder ein "Ego-Trip-Eldorado"; es soll ein schöner Sport sein,aber mit gewissen Grundregeln auch bei Covid. Richtig hat der Staat eingegriffen; einige lernen es nur so.
    1. Antwort von Peter Holzer  (Peter Holzer)
      Der Ego-Trip gilt auch für jenen der in einer Notsituation unbedingt Skifahren gehen muss und eine Behandlung im Spital riskiert. Pro Skitag und Skigebiet werden an Wochenenden im Schnitt ca. 10 Personen in einem Spital behandelt! Ego-Trip von wem genau?