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Schweiz «Wir befinden uns nicht in einer Notfallsituation»

Der Tessiner Sicherheitsdirektor ist nicht erstaunt, dass die Zahlen der ankommenden Flüchtlinge im Tessin nach oben geschnellt sind. Er gibt aber Entwarnung: Noch sei die Situation unter Kontrolle.

Bild von Norman Gobbi
Legende: Norman Gobbi würde die aus Italien einreisenden Asylsuchenden am liebsten allesamt zurückschicken. Keystone

Seit einigen Wochen kommen wieder Tausende Flüchtlinge über das Mittelmeer in Italien an. Die Auswirkungen dieses neuen Zustroms bekommt nun auch das Tessin zu spüren. Für den Tessiner Sicherheitsdirektor und Lega/SVP-Politiker Norman Gobbi ist das keine Überraschung.

«Wenn Menschen an Italiens Südküste landen, dauert es immer etwa zwei Wochen, bis ein Teil von ihnen zu uns kommt.» Ausserdem sei diese Entwicklung schon vor Monaten vorhergesagt worden. Die Öffentlichkeit hätte damals den Fokus auf die Grenze im St. Galler Rheintal gelegt, wo aber nur wenige Menschen eingereist seien.

«Eingangstor liegt in Chiasso»

«Das eigentliche Eingangstor für Flüchtlinge in die Schweiz liegt in Chiasso.» In der ersten Juniwoche wurden dort über 700 Personen registriert. Das sind circa 500 Flüchtlinge mehr als noch wenige Wochen zuvor. Gobbi hält aber fest: «Wir befinden uns noch nicht in einer Notfallsituation.»

Für den Tessiner Sicherheitsdirektor ist aber klar, dass ein regelmässiger Zustrom von Flüchtlingen das Tessin vor finanzielle Probleme stellen wird. Denn nachdem die ankommenden Personen auf Bundesebene registriert würden, verteile man sie auf die Kantone. «So sind bei uns im ersten Semester 2016 Mehrkosten von etwa fünf Millionen Franken entstanden.»

Nicht nur das Tessin ist betroffen

Darum würde Gobbi am liebsten alle aus Italien ankommenden Flüchtlinge dorthin zurück schicken, weil es ein sicheres Land sei. «Dabei ist es mir Wurst, ob sie dort schon registriert wurden oder nicht.» Heute liegt die Rückführungsquote bei aus Italien kommenden Asylsuchenden bei rund 10 Prozent.

Betroffen ist aber nicht nur das Tessin. Auch auf der Route vom italienischen Domodossola nach Brig wird ein Anstieg der Zahlen vermeldet und gemäss Bundesrat Ueli Maurer scheint auch der Kanton Graubünden in den Fokus der Schlepper zu rücken. Sie würden abtasten, ob Flüchtlinge über das Poschiavo oder das Val Mustair leichter nach Deutschland oder Österreich durchreisen können als über die Grenze in Chiasso.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    In welcher Partei ist Herr Gobbi eigentlich heute ? SVP oder wieder Lega ?
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Die Verurteilungen & rassistischen Bemerkungen gegen Flüchtlinge & Migranten sind weder zielführend,noch sinnvoll & helfen nicht.Die Welt scheint sich zu verändern,die Menschen in Afrika & Vorderasien sind auf der Suche nach einem besseren Leben.Dieses suchen sie in Europa,dem Kontinent,der sie Jahrhunderte missbraucht & ausgebeutet hat.Wir alle haben es verpasst,den Menschen eine würdige Existenz im eigenen Land zu ermöglichen.Nun bezahlen wir den Preis unserer Vorfahren.Das ist die Realität!
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Da sind die uns hier alt bekannten Chaosprediger & Schwarzmaler, die uns versuchen weis zu machen, unser Land würde aufgrund der Flüchtlinge in den Abgrund stürzen. Solche Haltungen sind beschämend & ich zweifle wirklich an der Definitionsfähigkeit dieser Bürger, was denn Chaos wirklich bedeutet.Ich frage sie hier,mussten sie wegen all den Flüchtlingen den Gürtel enger schnallen?Hat sich ihr Lebensstandard verschlechtert?Was ist es, wovor sie Angst haben?Ev. davor,dass ihr Chaos nicht eintritt?
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    1. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      Herr Bächler, ich bin eigentlich mehrheitlich ihrer Meinung, aber es müssen schon ungemein grosse Anstrengungen von allen Seiten und überall gemacht werden. Ob dies gelingt darf man schon hinterfragen.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Ich teile selbstverständlich ihre Besorgnis. Und natürlich habe ich hier nie auch nur einmal eine Willkommenstheorie verteidigt oder gar angepriesen. Ich bin einfach der Überzeugung, dass nicht die Flüchtlinge das Problem sind, sondern u.a. die Schlepper, welche den Menschen Hoffnung machen. Wir alle, auch Europa müssen nun Lösungen bringen, die greifen. Zum einen sind die Schlepperboote reduzieren,bzw. eliminieren & zum andern sind die Schlepper hart zu bestrafen. Vieles mehr ist zu tun!
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