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Schweiz «Wir bleiben dem schweizerischen Liberalismus verpflichtet»

Die Neubesetzung des Posten des Chefredaktors der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) wurde intern wie öffentlich zum Politikum. Jetzt nimmt der Verwaltungsrat erstmals Stellung – er bestreitet, das liberale Traditionsblatt auf einen rechtsnationalen Kurs führen zu wollen.

Porträt Jornod
Legende: Etienne Jornod: «Wir sind und bleiben den Grundgedanken des schweizerischen Liberalismus verpflichtet.» Keystone/archiv

Der Verwaltungsrat der NZZ Mediengruppe nimmt erstmals Stellung zur Neubesetzung der Chefredaktion der «Neuen Zürcher Zeitung». Zu keinem Zeitpunkt sei es um einen inhaltlichen Positionswechsel der NZZ gegangen, teilte der Verwaltungsrat mit: «Wir sind und bleiben den Grundgedanken des schweizerischen Liberalismus verpflichtet», schreibt NZZ-Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod in einer Stellungnahme.

Vor diesem Hintergrund würden verschiedene Kandidaturen als Nachfolge von Chefredaktor Markus Spillmann evaluiert. Ein Kandidat sei auch Markus Somm, Chefredaktor und Herausgeber der «Basler Zeitung», gewesen.

Die Causa Somm

Die Nähe von Somm zu Christoph Blocher sei bekannt gewesen. Die damit verbundene Problematik habe den Verwaltungsrat beschäftigt. Diverse Sondierungen hätten ein positives Bild der Kandidatur Somm gezeichnet. Der Prozess wurde dann aber doch abgebrochen: «Es gab Dinge, die nicht zusammenpassten, in der Sache und in den Erwartungen.»

Der Verwaltungsrat wird nun intern und extern Journalistinnen und Journalisten für den Chefredaktor-Posten evaluieren. Auch die Redaktion der NZZ werde dazu ihre Vorschläge einbringen und habe dazu genügend Zeit.

Legende: Video NZZ, quo vadis? abspielen. Laufzeit 05:26 Minuten.
Aus 10vor10 vom 15.12.2014.

Kein nationalkonservativer Kurs angestrebt

Gesucht werde eine Persönlichkeit mit grosser publizistischer Kompetenz und bürgerlich-liberaler Meinungsführerschaft nach innen wie nach aussen. Die NZZ stärker auf einen nationalkonservativen Kurs zu verpflichten, sei nie zur Diskussion gestanden.

NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann verlässt die Zeitung Ende Jahr. Hinter dem Abgang stehen unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Gruppe ihre publizistische Leitung im Geschäftsbereich NZZ neu organisieren soll. Zu diesem Geschäftsbereich gehören die «Neue Zürcher Zeitung», die «NZZ am Sonntag» und das Onlineportal nzz.ch.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von George Berger, Zürich
    Klar muss der Chefredaktor der NZZ ein Liberaler sein. Viel wichtiger ist aber, dass der Kandidat von den Amerikanern den Segen erhält. Ein EU-Skeptischer Chefredaktor würde zwar die Auflage erhöhen, aber dies ist trotz der liberalen Werte nicht oberstes Ziel. Ich bin mir sicher, dass weiterhin nur NATO-Hörige eingestellt werden. Die Glaubwürdigkeit und Qualität des Traditionsblattes wird dadurch weiter abnehmen. Trotzdem finde ich es nach wie vor das beste unter den privaten Propagandablättern.
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  • Kommentar von Ursula Morf, Thun
    "Rechtsnational", "nationalkonservativ" - was sind denn das für neue Wörter! Solche Begriffe suggerieren Folgendes: Staaten und Nationen sind schlecht und müssen weg. Sie sind der Wirtschaft, den Bankstern hinderlich. Und die Linken applaudieren, weil sie auch von einer Welt mit nur einer Regierung träumen, wenn auch aus anderen Gründen. Gewinnen wird das Geld, wenn wir nichts dagegen tun.
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    1. Antwort von Hans Glauser, Herlisberg
      Es geht hier nicht um nationalistische Staaten sondern um den Posten des Chefredakteurs der NZZ, Der Verwaltungsrat wollte einen dem Rechtsnationalen Gedankengut nahestehenden Mann in den Chefsessel hieven. Checken Sie es jetzt?
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  • Kommentar von Pankraz Mai, SG
    Zitat: Die Botschaft hör ich wohl, allein ...
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