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WM-Jahr bringt Boom Jugendliche überrennen Schweizer Fussballclubs

Legende: Audio WM beschert Fussballclubs einen Boom abspielen. Laufzeit 2:49 Minuten.
2:49 min, aus Info 3 vom 20.01.2018.

Wenn am 17. Juni um 20 Uhr das erste Spiel der Schweiz an der Fussball-WM angepfiffen wird, werden auch ganz viele Kinder vor den Bildschirmen mitfiebern. Und manch ein Mädchen oder Junge wird dann sagen: «Mama, Papa – ich will auch Fussball spielen!».

WM-Jahr bringt Fussballboom

Einerseits freuen sich die Vereine über Nachwuchs, andererseits stossen nicht wenige von ihnen an ihre Kapazitätsgrenzen. So etwa der Berner Dorfclub SC Worb.

Das ist zwar nur ein Dorfverein – doch selbst hier spielen über 200 Junioren. Der Andrang der Kinder ist gross und dürfte demnächst noch einiges grösser werden. «In diesem Jahr wird es wieder viel mehr Anmeldungen geben als sonst», sagt Luca del Piano, Trainer der U11-Auswahl. «Bei den 10- bis 12-Jährigen ist Fussball in einem WM-Jahr ein Riesenboom.»

Viel mehr Jugendliche als erwachsene Mitglieder

Dabei können sich die Fussballvereine auch ohne WM und EM nicht über fehlenden Nachwuchs beklagen. Seit längerem schon werden die Vereine förmlich überrannt von Kindern, die kicken wollen. Das beobachtet auch der Soziologe Markus Lamprecht. Er beschäftigt sich bereits Mitte der Neunziger Jahre mit der Schweizer Vereinslandschaft.

«Der Fussball hat in den letzten 20 Jahren sehr stark geboomt, vor allem bei den Kleinsten.» Die Vereine hätten immer mehr Mitglieder bekommen und vor allem immer jüngere. Viele Fussballvereine stünden heute vor der Situation, dass auf 40 bis 50 aktive Erwachsene 200 bis 400 Jugendliche kämen.

SC Worb an Kapazitätsgrenze

Beim SC Worb gibt es auf jeder Altersstufe mindestens drei Manschaften, bei den E-Junioren sind es gar 4 Teams. Die Fussballbegeisterung der Kleinen bringt den Verein laut Trainer del Piano an seine Kapazitätsgrenzen. Es gebe eine Warteliste für Kinder, die gerne Fussballspielen würden.

Nationalmannschaft beflügelt Interesse

Die Gründe für den Zulauf bei den Fussballvereinen sind vielfältig. Experten nennen das Bevölkkerungswachstum in den Städten und Agglomerationen, die Zuwanderung, aber auch die starke Präsenz des Fussballs in den Medien und die Erfolge der Nationalmannschaft.

Im Vergleich zu 1996 gibt es heute fast 100'000 Fussballer und Fussballerinnen mehr in der Schweiz, das ist ein Wachstum von 50 Prozent in 20 Jahren.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Hier behauptet einer, dass halt alle Fussball schauen im Fernsehen. Ich bestimmt nicht und sehr viele andere Menschen auch nicht. Im Gegenteil stört es mich sehr, wenn so viel Fussball gezeigt wird. Das ist gerade ein gutes Beispiel JA zu sagen zur No-Billag-Initiative. Es sollen nur die bezahlen die den "heutigen" Fussball unterstützen wollen. Aus meiner Sicht darf der Fussball nicht mehr unterstützt werden, bis er vielleicht eines Tages wieder zu einem "korruptions- +krawallfreien" Sport wird.
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  • Kommentar von Michael Wiedmer (Michael Wiedmer)
    Besser Radball spielen Lernen macht auch noch im Alter von 50 Jahren Spass da kann man in den unteren Ligen gegen die Jungen spielen! Macht wirklich höllisch Spass!
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  • Kommentar von Kurt Häfliger (kurto1956)
    Weil Fussball der grösste Kommerzanlass ist wollen die Kids, auch teilweise von den Eltern gesteuert, ihren Idolen nacheifern. Zudem sollten die freiwilligen Trainer im mindesten die Spesen bezahlt erhalten. Bevor ich damals vor 55 Jahren in den FC gehen durfte, spielte ich meistens mit gleichgesinnten "Gspähnlis" auf den öffentlichen Rasenplätzen. Da funktionierte die Integration bestens denn jeder durfte mitmachen!
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