Das Dorf Engelberg OW kämpft wie andere Tourismusdestinationen mit einem Problem: Die Mieten steigen stark. Viele Einheimische können sich Wohnraum nicht mehr leisten und müssen wegziehen. Ein gemeinsames Projekt des Klosters Engelberg mit der Einwohnergemeinde und der Bürgergemeinde soll hier Abhilfe schaffen.
Sechs neue Wohnhäuser und ein neues Gewerbehaus sind im Gebiet «Obere Erlen» geplant. Rund 100 preisgünstige Mietwohnungen sollen realisiert werden – für Einheimische und für Mitarbeitende der Hotel- und Gewerbebetriebe. Das Projekt wurde im Mai 2023 vorgestellt. Nun kommt es aber zu Verzögerungen.
Das Projekt darf kein Fass ohne Boden werden.
Die Baueingabe ist zwar gemacht und gegen das Projekt ist keine Einsprache eingegangen. Die zuständige Wohnraum für Engelberg AG will aber die Finanzierung der Wohnungen noch einmal genau unter die Lupe nehmen.
Verschiedene Aspekte hätten sich in der Zwischenzeit geändert, sagt Daniel Amstutz, Verwaltungsratspräsident der AG: «Das Projekt darf kein Fass ohne Boden werden, sondern soll Mehrwert bieten für Engelberg.»
Anpassungen führen zu Mehrkosten
So seien jetzt mehr Wohnungen geplant – 93 statt wie ursprünglich rund 70 – und es brauche zusätzliche Abklärungen bezüglich Hochwasserschutz und Grundwasser. Das habe zu einem höheren Kostenrahmen geführt. Ursprünglich rechnete die AG mit 45 Millionen Franken, neu sind es rund 50 Millionen.
Externe Expertinnen und Experten würden momentan abklären, wie die Kosten für das Projekt optimiert werden könnten. Dabei stünden etwa eine Etappierung des Projekts, eine Verkleinerung des Bauvolumens oder die Redimensionierung der Tiefgarage zur Diskussion, so Amstutz. Zudem werde geprüft, ob einzelne Wohnungen als Eigentum an Einheimische verkauft werden können.
Partner stehen nach wie vor zum Projekt
«Wir machen uns erst an den Baustart, wenn das Projekt wirklich nachhaltig finanziert ist», sagt Daniel Amstutz. Kein Thema sind höhere Mieten. Die AG lege Wert darauf, dass die Wohnungen in Engelberg für einen durchschnittlich verdienenden Handwerker mit Familie bezahlbar sind.
Einen neuen Zeitplan wolle sich die AG nicht festlegen, zumal die Baubewilligung noch nicht eingetroffen sei. Klar sei jedoch: Das Kloster, die Einwohnergemeinde und die Bürgergemeinde stünden nach wie vor zum Projekt. «Das Projekt steht nicht auf der Kippe», betont Daniel Amstutz. Alle Faktoren müssten aber zuerst auf Grün stehen.