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Graubünden will Wölfe abschiessen
Aus Regionaljournal Graubünden vom 25.08.2021.
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Wolfabschüsse beantragt Hirtin von Wölfen bedrängt – Graubünden will Rudel regulieren

Nach gefährlichen Begegnungen zwischen einer Hirtin und Wölfen will der Kanton handeln.

«Das ist schweizweit neu, das ist sehr ernst zu nehmen», sagt der Bündner Jagdinspektor Adrian Arquint.

Als eine Hirtin am Schamserberg mit ihrem Hirtenhund unterwegs war, habe ein Wolf die beiden von hinten auf eine Distanz von etwa zehn Metern überrascht und angeknurrt. Erst als die Hirtin laut wurde, habe sich der Wolf zurückgezogen.

Eine Woche nach diesem Vorfall sei die Hirtin wieder im selben Gebiet gewesen, als sie von drei Wölfen überrascht worden sei. Die Raubtiere hätten den Hirtenhund angegriffen und seien erst wieder abgezogen, als die Hirtin erneut mit bestimmter Stimme auf sich aufmerksam gemacht habe.

Berüchtigtes Rudel im Visier

Da sich diese beiden Begegnungen im Streifgebiet des Beverin-Rudels ereignet haben, geht man beim Kanton davon aus, dass es sich um Wölfe aus diesem Rudel handelt. Aus diesem Grund hat der Kanton beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) einen Antrag für die Regulierung des Beverin-Rudels gestellt, heisst es heute in einer Mitteilung.

In der Einschätzung des Kantons sind es aber nicht nur die zwei Begegnungen, die einen Abschuss rechtfertigen. Das Rudel habe auch mehr als zehn Tiere aus geschützten Schaf- und Ziegenherden gerissen. Die Schwelle für eine Regulation sei erreicht.

Legende: Das Beverinrudel soll reguliert werden. Amt für Jagd und Fischerei GR

Schon länger sei das Beverin-Rudel sehr auffällig, viele Risse würden auf sein Konto gehen, sagt Arquint. «Die Probleme mit diesem Rudel haben sich Jahr für Jahr verstärkt», so der Jagdinspektor.

Bei der Regulation von Wolfsrudeln geht es darum Jungtiere abzuschiessen. Maximal die Hälfte des jüngsten Wurfs darf zum Abschuss freigegeben werden. Graubünden beantragt deshalb drei Jungtiere zu schiessen.

Da aber auch das Vatertier in den Augen des Kantons wiederholt problematisch aufgefallen ist, verlangt Graubünden auch für diesen Wolf eine Abschussbewilligung.

Verständnis bei Umweltverbänden

Bei der Naturschutzorganisation Pro Natura zeigt man Verständnis für das Vorgehen des Kantons. Wenn Wölfe ein problematisches Verhalten zeigen, sei ein Abschuss vom Gesetz vorgesehen.

Das sei hier offenbar der Fall, sagt Sara Wehrli, sie ist bei Pro Natura zuständig für Grossraubtiere. «Grundsätzlich ist für uns ein Abschuss nachvollziehbar.» Bei der Einschätzung habe man sich auch mit anderen Umweltorganisationen abgesprochen.

In solchen Fällen müsse man eingreifen können, sagt Wehrli, auch damit Wölfe, die unproblematisch sind, weiterhin in der Bevölkerung akzeptiert würden. Falls das BAFU dem Gesuch zustimme, werde man aber sicher die Dokumente, die der Kanton eingereicht habe, noch im Detail prüfen.

Legende: Nebst drei Jungwölfen will der Kanton auch ein Elterntier abschiessen. Amt für Jagd und Fischerei GR

Beim Kanton zeigt man sich grundsätzlich besorgt über die aktuelle Situation. Die Wölfe würden sich vermehrt zu Grossvieh-Herden wagen und Tier dort auch verletzen. Erstmals sei es in den letzten Wochen auch zu gefährlichen Situationen mit Menschen gekommen.

Der Bund soll deshalb die Vorschriften zum Abschuss von Wölfen in schweren Fällen möglichst schnell anpassen, fordert der Kanton.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 25.08.2021; 12.03 Uhr;

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68 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Huber  (happyglaris)
    @Franziska Stäheli; hier die Antwort zu Ihrer Frage betreffs Wolfsangriffen auf Menschen. Sie behaupten ja dies kommt nicht vor....

    Von 2002-2020 fanden die Wissenschaftler weltweit 491 Angriffe, von denen 26 tödlich endeten. Schwerpunktregionen für Konflikte sind Iran, Türkei und Indien. Der Großteil (78%) der Angriffe lässt sich auf Tollwut zurückführen.

    Weiter lesen bei; ifaw.org
  • Kommentar von Charles Morgenthaler  (ChM)
    Manche sagen immer wieder, die Schweiz sei zu klein für Grossraubtiere. In einer TV Sendung über Slowenien wurde kürzlich erwähnt, dass dort ca. 500 Bären in freier Wildahn leben, ohnn dass es grosse Probleme mit den Menschen gäbe. Von Wölfen wurde nicht gesprochen, vermutlich gibt es davon noch mehr. Dabei ist Slowenien gerade mal halb so gross wie die CH. Ja ich weisss, die Einwohnerdichte ist auch kleiner, aber trotzdem, die machen kein solches Geschrei wegen Grossraubtieren.
  • Kommentar von Meinrad Küttel  (mkuettel)
    Trifft die Meldung zu, hat der Wolf wegen der Hunde geknurrt und ist wegen der Hirting abgehauen. Mein vierbeiniger Freund wurde schon oft von andern HUnden angeknurrt. Sollen die alle auch ins Jenseits befördert werden? Wölfe und Hunde ahben ein problematisches Verhältnis. Das ist alltbekannt. Ebenso alltbekannt ist, dass Menschen nicht ins Beutespektrum von Wölfen passen. Es gibt ganz wenige, dokumentierte Zwischenfälle. Wespen sind viel gefährlicher und Menschen gegenseitig auch.
    1. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Menschen gehören nicht ins Beutespektrum von Wölfen, das ist wahr. Schafe hingegen schon. Und Wölfe werden Menschen nicht fürchten, wenn sie nicht geschreckt werden. Für den Wolf ist die Hirtin und ihr Hund schlicht Nahrungskonkurrent, den man schon mal wegbeissen kann.
    2. Antwort von Franziska Stäheli  (Franziska Stäheli)
      Ja genau, weg beissen kann..........
      Wenn ihr die Wölfe schon jagen wollt dann müsste man das offensichtlich und nicht mit einer Pirsch jagdt! Zeigt euch, stellt euch dem Rudel, schiesst einen ab und gut ist. Ach der Mensch, feige und selbstverliebt bis zum geht nicht mehr.