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Erklärungen zum Wolf
Aus NETZ NATUR vom 27.08.2020.
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Wolfsrisse im Wallis 22 Wölfe im Wallis unterwegs – Fotofallen zeigen mehrere Welpen

  • In den letzten zehn Monaten sind im Wallis 22 Wölfe unterwegs gewesen, 16 von ihnen wurden neu entdeckt.
  • Sie rissen über 300 Nutztiere, zeigt das Wolfsmonitoring.
  • Der Schaden belief sich auf rund 114'000 Franken.

Im Wallis waren zwischen Januar und Ende Oktober 22 Wölfe unterwegs, das haben DNA-Analysen gezeigt. Zu den bisher bekannten Wölfen kamen sieben Wölfinnen und neun Wölfe neu dazu.

Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere im Wallis bestätigte ein Rudel mit mindestens vier Wolfswelpen im Chablais-Gebiet und ein weiteres Rudel mit mindestens zwei Jungtieren im Zentralwallis. Die Welpen entdeckten sie mit Fotofallen, sie konnten sie noch nicht formell mittels DNA identifizieren.

Aktuell leben im Wallis laut der kantonalen Dienststelle zwei bestätigte Wolfsrudel sowie zwei Wolfspaare, die regelmässig im Val'Entremont und im Val de Bagnes beobachtet werden.

Die Wölfe rissen zwischen Januar und Ende Oktober über 300 Nutztiere – ausschliesslich Schafe und Ziegen, sagt Yvon Crettenand von der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere.

Die meisten Nutztiere, 220, wurden im Mittel- und Unterwallis gerissen – 172 von ihnen in den Alpen, 48 auf Frühjahrs- und Herbstweiden. Im Oberwallis wurden 82 Tiere gerissen.

Schaden von fast 114'000 Franken

Von den gerissenen Tieren befanden sich gemäss der Beurteilung der Herdenschutzfachstelle 65 Nutztiere in geschützten, 52 in nicht-schützbaren und 185 in ungeschützten Situationen.

Auf die Frage, wie denn auch Tiere gerissen werden konnten, die geschützt waren, sagt Christine Cavalera von der zuständigen Stelle für Herdenschutz, dass sich der Wolf den Massnahmen anpassen könne. Solche Massnahmen sind beispielsweise Zäune, Schutzhunde oder Nachtpärke. «Der Wolf beobachtet die Situation und findet einen Weg, die Massnahmen zu umgehen», sagt Cavalera. Er habe zum Beispiel keine Angst mehr von Menschen.

Karte Wolfsbestand
Legende: Die Karte zeigt die Wolfsnachweise in der Schweiz zwischen Januar und Juni 2020 zvg/© LBC, Kantone, KORA; Karte © KORA/GIS

Der bisher beurteilte Schaden der Nutztier-Risse, inklusive der angefallenen Tierarztkosten, belaufe sich auf 113'624 Franken. Der Bund beteiligt sich laut Mitteilung mit 80 Prozent am Umfang des ausbezahlten Schadens.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 09.12.2020, 12:03 Uhr;

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Michelle Gusset  (Martina Graf)
    Zu der oft erläuterten Meinung, Bauern tragen zur Biodiversität bei und ohne diese, würden die Alpen verbuschen und verwalden, muss man unter Vorbehalt zustimmen. Eigentlich tragen die grossen Pflanzenfresser zur Biodiversität bei, die aber in den letzten 250 Jahren ausgerottet worden sind. Diese Auerochsen, Tarpans und riesige Herden von Rothirsch und Co. haben hier für eine savannenähliche Landschaft gesorgt. Überlässt man die Natur sich selber, kehren die Tiere zurück. Wird Zeit umzudenken..
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Da gehen die Meinungen auseinander. MMn hatten die Savannen ihren Ursprung in der letzten Eiszeit. Sie waren die natürliche Entwicklung nach dem Rückgang der grossen Gletscher. Später, mit der Zunahme von Humusböden etc. startet Verbuschung und Verwaldung. ziehen wir uns zurück (alpine Landwirtschaft) folgt Wald. So sichtbar in New England. Natürliche grosse Pflanzenfresser kommen nicht dagegen an. Deshalb nimmt die Biodiversität beim Rückzug ab.
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  • Kommentar von Reto Albertini  (Reto Albertini)
    Was wird aus der Wolle der Walliser Schafe?! Was mit dem Fleisch? Wolle wird gar nicht genutzt, sondern verbrannt wie ich gehört habe. Die Schäfer bekommen viel Subventionen aus Bern für ihre Schafe, notabene von den viel gescholtenen Städtern. Das Geld wird aber nicht für den Schutz der Schafe vor Wölfen genutzt, sondern geht, wohin genau weiss ich leider nicht. Lasst den Wolf in ruhe und macht eueren Job beim Herdenschutz!
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    1. Antwort von Theo Lagler  (Thela)
      Herr Albertini
      Es tut mir leid, Ihnen das sagen zu müssen aber bei Ihnen merkt man bei jedem Satz, dass Sie über Schafe keine Ahnung haben. Nur schon Ihre Aussage,, dass die Wolle verbrannt wird (als Bsp.) zeigt ganz klar Ihr „Nichtwissen“. Bitte informieren Sie sich doch wenigstens ein bisschen, dann wüssten Sie, dass mehrere hundert Tonnen zu Dämmstoff, Matratzen, Kleider ja sogar für Gartendünger verarbeitet werden. Zu denken geben mir die User die solche Artikel mit einem
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    2. Antwort von Reto Albertini  (Reto Albertini)
      @ Herr Lagler, es stimmt, ich habe keine Ahnung von Schafen, nur wenn Ihre Aussage stimmt, dass Schafe so rentabel sind, warum müssen wir sie dann subventionieren. Das Verbrennen von Wolle habe ich schon im Fernsehen selbst gesehen weil sich diese anscheinend nicht rechnet. Vielleicht haben Sie Ahnung von Schafen aber keine von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit so wie es aussieht.
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    3. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Hr. Albertini, es kommt mit Sicherheit vor, dass Wolle verbrannt wird. Das kann z.B. passieren, wenn durch unsachgemässe Behandlung die Qualität (Reinheit) nicht stimmt. Das kann so weit gehen dass ein Reinigen sich nicht mehr rechnet. Aber dort wo das professionell gemacht wird, gibt es gute Produkte daraus. Rentabel? Heute wo niemand mehr bereit ist faire Preise zu bezahlen ist kaum etwas rentabel in der Landwirtschaft. Das hat aber mit der Frage "Wolf" nichts zu tun.
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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Also ich bin sehr pro Wolf eingestellt und finde es im Grundsatz eine gute Nachricht. Aber dann habe ich nachgerechnet: Im Mittel wurden also pro Nutztier ein Schadenersatz von CHF 380 ausgerechnet. Es gibt Leute die für eine Katze so viel bezahlen, wenn sie das richtige Fell hat. Wenn das so bleibt verstehe ich natürlich die betroffenen Bauern: Es ist eine Frechheit wie tief die Tiere bewertet werden.
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