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SBB hat zu wenig Lokführer und -führerinnen
Aus Rendez-vous vom 26.08.2020.
abspielen. Laufzeit 03:02 Minuten.
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Zahlreiche Verbesserungen Das bringt der neue SBB-Fahrplan

  • Die SBB hat den Fahrplan 2021 vorgestellt.
  • Er bringt zahlreiche Verbesserungen für den Personen- und Güterverkehr in der ganzen Schweiz.
  • Die Coronavirus-Pandemie macht den Wechsel jedoch anspruchsvoll.

Die SBB können zwar den Grossteil des geplanten Angebots am 13. Dezember umsetzen, einzelne Angebote könnten wegen der Auswirkungen der Pandemie aber nur verzögert eingeführt werden. So komme es wegen des Lokführermangels bis zum Fahrplanwechsel im Dezember zu Angebotseinschränkungen, hiess es am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Olten.

Es fehlen 210 Lokführer – die Gründe

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Den SBB fehlen per Ende August 210 Lokführerinnen und Lokführer. Deshalb fallen an Werktagen rund 200 Züge aus. Nebst Planungsfehlern habe die Corona-Krise die angespannte Situation zusätzlich verschärft, da viele Aus- und Weiterbildungskurse nicht hätten durchgeführt werden können.

Der Abschluss der Ausbildungsklassen verschiebe sich um zwei bis vier Monate, sagte Michel Berchtold, Leiter SBB Region Mitte, am Mittwoch vor den Medien. Um den Unterbestand auszugleichen, bildeten die SBB bereits im letzten Sommer zusätzliche Ausbildungsklassen, die nun im Verlauf der Jahre 2021 und 2022 abschliessen werden.

So würden sich im November insgesamt 340 Lokführer gleichzeitig in Ausbildung befinden. Der Unterbestand beim Lokpersonal dürfte sich bis Mai 2021 auf rund 110 Personen halbieren, so Berchtold.

Auch temporäre Baustellenstopps wegen des Coronavirus hätten Auswirkungen auf den Start des neuen Fahrplans.

Übersicht: Das bringt der neue Fahrplan

  • Mehr und schnellere Verbindungen auf der Nord-Süd-Achse am Gotthard: Mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels und der Fertigstellung der Bauarbeiten am Zugersee Ostufer sinkt die Fahrzeit von Zürich nach Lugano auf weniger als zwei Stunden, die Fahrt von Zürich nach Mailand dauert neu noch 3 Stunden 17 Minuten.
  • Mehr Verbindungen ab Zürich nach München, via St.Gallen: Im internationalen Personenverkehr wird das Fahrplanangebot auf der Strecke Zürich–St. Gallen–München für die Kunden mit neu sechs Zügen pro Richtung täglich deutlich ausgebaut. Dies bedeutet eine Verdoppelung der Direktverbindungen und Sitzplätze zwischen diesen beiden Städten. Dank der neuen Züge des Typs Astoro mit Neigetechnik verkürzt sich die Fahrzeit der EC-Verbindung Zürich–München von heute ca. 4 Stunden 45 Minuten auf rund 4 Stunden.
  • Veränderungen im Raum Bern, Luzern und Olten: Zwischen Olten und Bern betreibt die BLS ab dem Fahrplanwechsel neu den IR35 Bern–Olten (heutiger RE Bern-Olten). Um der grossen Nachfrage auf dem Abschnitt Luzern–Zug–Zürich nachzukommen, setzt die SBB die neuen FV-Dosto ein, welche über mehr Sitzplätze verfügen. Ab Zürich HB verkehrt ein Zug nach einem Aufenthalt von knapp 20 Minuten weiter via Flughafen, St. Gallen nach Chur. Neu besteht zweimal pro Stunde eine direkte Verbindung Luzern–Zürich Flughafen.

Insgesamt werden mit dem neuen Fahrplan rund 1,4 Prozent mehr Züge im Regional- und Fernverkehr unterwegs sein. Momentan betrage die Auslastung im Fernverkehr 70 Prozent gegenüber den Vorjahr, im Regionalverkehr 75 Prozent, wie es an der Medienkonferenz weiter hiess.

Wegen der Corona-Krise hätten viele Menschen die Ferien in der Schweiz verbracht, dies habe vor allem zu Herausforderungen im Veloverlad geführt. Die Kapazitäten dafür seien beschränkt, kurzfristig bestehe hier aber kein Handlungsspielraum.

SRF 4 News, 26.08.2020;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Die SBB will möglichst schnell Züge ohne Lockführer fahren lassen. Das und der Arbeitsumfang halten viele Leute davon ab diesen Beruf zu erlernen. Lockführer sein ist ein Beruf mit grosser Verantwortung. Ich ziehe den Hut vor diesem Personal. Es wäre an der Zeit, dass die SBB Verantwortlichennicht nur auf ihre Löhne schauen sondern auf das geammte Personal.
  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Weshalb hat die Ausbildung von Lokführern nicht mit dem Ausbau der Fahrleistungen Schritt gehalten? Ich würde Missmanagement vermuten. Hohe Löhne auf der obersten Stufe sind allein moch keine Garantie für Qualität.
    1. Antwort von Jürg Pulfer  (Noni)
      Es ist nicht ganz so einfach, die richtigen Leute für den Lokführerberuf zu finden. Frühdienst, Spätdienst, immer allein und voll konzentriert am Ball: Das schafft nicht jeder und jede.
  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Offensichtlich gibt es in der Region Basel einmal mehr keine Verbesserungen. Und in den anderen Regionen ist die Frage, ob die SBB genügend Lokführer*innen haben, um den Fahrplan auch in die Realität umzusetzen.
    1. Antwort von Andreas Passavant  (A.Passavant)
      Als Basler muss ich Ihnen da beipflichten. Während an anderen Orten Millionen verbaut werden, ist seit der Bahn 2000 in Basel gar nichts investiert worden. Doppelspurausbau bis Laufen? Muss mühseligst der Kanton selbst bezahlen. Direktzug nach Genf? Wurde nach den Bauarbeiten in der Westschweiz nicht wieder eingeführt. Wisenbergtunnel? Wurde einst versprochen; heute Realisierung nicht vor 2050. Die Schweizer Politik findet wie immer zw. Genfer- und Bodensee statt. Basel wird abgehängt.