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So will sich die Gemeinde Unterseen helfen
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 23.06.2021.
abspielen. Laufzeit 08:52 Minuten.
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Zerstörte Bänke und Toiletten Unterseen (BE): Katz-und-Maus-Spiel mit Vandalen

Seit rund einem Jahr häufen sich in verschiedene Gemeinden Sachbeschädigungen. Nun wird teils ein Kopfgeld ausgesetzt.

Der Vize-Gemeindepräsident von Unterseen am Thunersee ist ratlos. Nacht für Nacht liefern sich Vandalen mit Sicherheitskräften ein Katz-und-Maus-Spiel. Die Gemeinde ist weitläufig – und die Zerstörungswut der Vandalen gross. «Fast jede Nacht gibt es irgendwo Sachbeschädigungen; auf Spielplätzen, öffentlichen Toiletten oder Parkanlagen», sagt Stefan Zurbuchen. Seit einem guten Jahr nehmen die Schäden stetig zu. «Sitzbänke werden nicht nur beschmiert, sondern mit Kesseln voller Farbe überschüttet.»

Auch andere Gemeinden betroffen

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Zerstörte Toilette
Legende: Eine zerstörte Toilette in Unterseen. zvg/Gemeinde Unterseen

In Lengnau beispielsweise haben Vandalen 100-jährige Bäume zerstört. In Aarberg berichtet die Gemeinde ebenfalls von einem Anstieg an Sachbeschädigungen, unter anderem wurden Zäune oder Toilettenanlagen beschädigt. Gemäss der Berner Kantonspolizei haben in den letzten zwei Jahren die Meldungen von Sachbeschädigungen stark zugenommen, um 8, beziehungsweise 9 Prozent im Vergleich zum Jahr vorher.

Zum Teil war die Zerstörungswut in Unterseen auch schon gefährlich, beispielsweise, als Stromkabel einer Lampe so manipuliert wurden, dass es zu gefährlichen Stromstössen hätte kommen können. Stefan Zurbuchen kann sich gut vorstellen, dass die Wut, welche hier zum Ausdruck kommt, eine Reaktion auf die Corona-Pandemie und die verbundenen Massnahmen ist.

Der Frust ist bei vielen wegen Corona gross.
Autor: Stefan ZurbuchenVize-Gemeindepräsident Unterseen

Die Gemeinde hat eine private Sicherheitsfirma angestellt, welche nun am Wochenende patrouilliert. Zudem wurden bei der Kantonspolizei Tipps eingeholt. Auch will die Gemeinde klären, ob sie Kameras aufstellen kann. Dies hat sie schon getan, musste sie aber aufgrund rechtlicher Einschränkungen wieder abmontieren.

Wer und was steckt dahinter?

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Etwa in einem von zehn Fällen werden die Täterinnen und Täter erwischt. Es handle sich zum grössten Teil um Jugendliche oder junge Erwachsene, sagt Polizeisprecherin Isabelle Wüthrich. «Die Gründe für ihr Verhalten sind unterschiedlich», so Wüthrich. «Der Einfluss von Alkohol und die Gruppendynamik spielen eine wichtige Rolle.» Auch die Einschränkungen wegen der Corona-Massnahmen haben wohl zum Anstieg der Sachbeschädigungen geführt. Jugendliche und junge Erwachsene haben sich stärker im öffentlichen Raum getroffen, weil es sonst kaum Möglichkeiten gab, etwas zu unternehmen.

Nun will sich die Gemeinde Unterseen noch anders helfen. Die Gemeindeverwaltung hat eine Belohnung ausgesetzt. Für Hinweise zur Täterschaft gibt es bis zu 5'000 Franken. «Die Leute schätzen, dass wir nun etwas machen», sagt Zurbuchen. «Einige finden aber auch, dass wir Steuergelder verschwenden und es uns zu einfach machen.» Der Gemeinderat ist aber von dieser Massnahme überzeugt – grossen Spielraum gebe es nicht. «Wir fühlen uns auch ein bisschen machtlos.»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 22.6.2021, 17:30 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Es sieht ganz so aus als ob es diesen Jugendlichen einfach etwas langweilig ist. Nun ja, die Ideen wie solch Personen beschäftigt werden können sind hinlänglich bekannt. Nur leider sind das halt nicht gerade besonders attraktive Tätigkeiten, aber am Abend ist man zumindest etwas müde. Und wer immer noch überschüssige Energie hat darf ja auch etwas länger arbeiten...
  • Kommentar von Maria Müller  (Mmueller)
    Jetzt hoffe ich, dass die Polizei in Unterseen alle Altersgruppen PENIBEL GENAU gleichhäufig kontrolliert/filzt. (Inkl. 80-jährige Omas, die mit Ihren Enkelkindern am See die Enten füttern.)

    Alles andere wäre nämlich mal wieder (sozusagen) böser "struktureller Rassismus". :-) :-)
    (Nicht einfach nur Junge kontrollieren!)
    1. Antwort von Heinz Michel  (Joshuatree)
      Mmueller: bitte nicht übertreiben 80 jährige Oma mit Enkelkind macht wahrscheinlich nicht mit beim Vandalismus aber Junge vor allem im Alter von 14 bis 30 sind halt doch am meisten am Werk, am besten sn gefährdeten Orten Video Überwachung Datenschutz hin oder her und die Täter zeigen und nicht verpixeln!
  • Kommentar von Ueli Feuz  („Üeu“)
    Solche Vandalenakte werden einfach viel zu wenig hart bestraft. Ist in der aktuellen Gesetzgebung quasi ein Kavaliersdelikt. Mindestens ein Eintrag ins Strafregister wäre abschreckend. Danach könnten diese Straftäter lebenslang eine Bewerbung für eine Wohnung, einen Job, eine Zulassung zu einer UNI, Fachhochschule etc. vergessen und eine Karriere als Tellerwäscher starten. Aber unsere Kuscheljustiz wird das verhindern.
    1. Antwort von Vinzenz Böttcher  (AfroKaiser)
      Mir geht es garnicht so sehr um lebenslange Bestrafung aus einer bescheuerten Aktion, die man begangen hat. Es geht um Fairness. Jeder muss hinter sich selber aufräumen, also kann man nur weil man ein minderbemittelter Versager ist, nicht erwarten nicht für die gesamten Kosten herangezogen zu werden.
      Wenn es durch die Strafe zum Gesinnungswandel kommt, die Schäden beseitigt sind und man sich um Besserung bemüht, hat man danach auch einen Anspruch auf Vergebung.
    2. Antwort von Heidi Müller Mermer  (Gelincik)
      Immer diese Schagwörter „Kuscheljustiz“
    3. Antwort von Ueli Feuz  („Üeu“)
      Gute christliche Argumente Herr Böttcher - chapeau. Hoffe sie funktionieren im Einzelfall dann bin ich auf Ihrer Seite.
    4. Antwort von Fabian Gut  (MonsieurBon)
      Ich habe bisher genau einmal einen Strafregisterauszug für eine Arbeitsstelle vorlegen müssen. Weder bei Wohnungen noch bei Uni/Fachhochschulen war das je eine Thema...